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Do, 15:25 Uhr
31.01.2002

Keine neue Botschaft aus Hamburg

Nordhausen (nnz). Der Reemtsma-Gesamtbetriebsrat tagte heute in Nordhausen. Am Nachmittag wurden Ergebnisse verkündet.


Die waren nicht neu: Die Produktion wird aus dem Nordhäuser Standort ausgelagert, in Nordhausen wird die Zigarettenproduktion damit ab September der Geschichte angehören. Akribisch zeichnete der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Gerhard Züchner, alle Versuche seines Gremiums auf, um das Werk in Nordhausen zu retten. Reemtsma leidet unter einer permanenten Absatzschwäche, „da fehlt einfach der Absatz von acht Milliarden Zigaretten“, so Züchner.

Nach dem die Schließung bekannt wurde, habe man alle möglichen Wege beschritten. Bundeskanzler, Bundeswirtschaftsminister, Ostbeauftragter waren die Adressen in Berlin. Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Schuster die Ansprechpartner in Thüringen. Ein Aktionskreis des Betriebes nahm sein Arbeit auf. Alle Versuche schlugen fehl, die Konzernzentrale gab nicht nach.

Natürlich sei die Belegschaft in Nordhausen sehr bedrückt, gab der hiesige Betriebsratschef Harald Messner zu, doch im Vordergrund stand letztlich die Ausarbeitung eines „anständigen Sozialplanes“, der nicht einfach so ausgehandelt werden konnte. Bislang haben 80 Mitarbeiter ihre Bereitschaft zur Weiterarbeit im Unternehmen in Berlin oder Hannover bekundet. Der größte Teil davon wird pendeln, obwohl der Konzern seine Unterstützung bei der Wohnungssuche angeboten hat.

Der Betriebsrat vor Ort sah sich nach Aussagen von Messner stets im Konsens mit der Belegschaft. „Für unsere Arbeit war es wichtig, dass die Kollegen hinter uns standen, wir wollten einfach keine Bambule machen. Die Mehrheit der Mitarbeiter zeigte sich sehr besonnen“, schätzt Messner die Situation ein. Vor allem mit dieser Einstellung sie es möglich gewesen, dem Unternehmen einen guten Sozialplan abzuringen. Der sieht neben Abfindungen unter anderem vor, dass die maximale Kündigungsfrist von sechs Monaten auf 15 Monate erhöht werden konnte.

Bis Mitte Februar müssen sich die Mitarbeiter bezüglich ihrer Angebote zur Weiterarbeit entscheiden. Dann erhalten sie die neuen Arbeitsverträge und haben noch einmal zwei Wochen Zeit bis zur Entscheidung, sprich Unterschrift. Was mit der Immobilie an der Straße der Genossenschaften wird, das steht noch in den Sternen. Für rund 3,5 Millionen Euro ist zumindest die bauliche Hülle zu haben. Darin arbeiten zur Zeit noch 234 Mitarbeiter und werden 24 jungen Menschen ausgebildet. Letztere können ihre Lehre im IKL in Nordhausen fortsetzen und abschließen.
Autor: nnz

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