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Fr, 11:29 Uhr
02.03.2007

Konjunktur und Insolvenz

Nordhausen (nnz). Die Zahl der Eingänge von Insolvenzen an den Thüringer Amtsgerichten ist gegenüber 2005 im vergangenen Jahr deutlich nach oben gegangen. Das lag allerdings nicht am wirtschaftlichen Umfeld...


Im Jahr 2006 hat sich in Thüringen eine deutliche Verlagerung des Insolvenzgeschehens vollzogen. Während sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zu 2005 von 1 029 auf 781 um fast ein Viertel verringerte (- 24,1 Prozent), ist die Zahl der Privatinsolvenzen von 1 706 auf 2 830 besonders deutlich gestiegen (+ 65,9 Prozent). Durch diese deutliche Zunahme der Privatinsolvenzen stieg nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik die Gesamtzahl der Insolvenzfälle in Thüringen im Jahr 2006 von 3 869 auf 4 767 um knapp ein Viertel (+ 23,2 Prozent).

Von den im Jahr 2006 gemeldeten 4 767 Insolvenzen wurden von den Thüringer Amtsgerichten 4 318 Verfahren eröffnet (90,6 Prozent), weitere 441 Verfahren (9,3 Prozent) wurden mangels Masse abgewiesen und 8 endeten mit der Annahme eines Schuldenbereinigungsplanes. Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen beliefen sich für alle Verfahren auf rund 768 Millionen Euro. Pro Verfahren standen Forderungen von durchschnittlich 161.000 Euro an.

Von den 781 Unternehmensinsolvenzen waren zum Zeitpunkt der Antragstellung 2 866 Beschäftigte betroffen. Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen beliefen sich hierbei auf über 333 Millionen Euro, das sind durchschnittlich nahezu 427.000 Euro pro Verfahren.

Der wirtschaftliche Schwerpunkt der Unternehmensinsolvenzen lag mit 192 Verfahren (24,6 Prozent) wiederum im Baugewerbe, doch war hier auch im Jahr 2006 ein spürbarer Rückgang des Insolvenzgeschehens eingetreten (- 93 Fälle bzw. - 32,6 Prozent). Im Verarbeitenden Gewerbe, im Handel und Gastgewerbe, in den sonstigen Dienstleistungsbereichen sowie in der Land- und Forstwirtschaft setzte sich im Jahr 2006 der Rückgang der Unternehmensinsolvenzen ebenfalls fort. Einzige Ausnahme bildet der Bereich Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen, hier gab es mehr insolvente Unternehmen. Ihre Zahl stieg von 6 auf 20 (+ 233,3 Prozent).

Bei den übrigen Schuldnern (Natürliche Personen als Gesellschafter u. Ä, ehemals selbständig Tätige, private Verbraucher, Nachlässe) wurden 3 986 Verfahren registriert, das waren 1 146 Verfahren bzw. 40,4 Prozent mehr als im Jahr 2005. Insbesondere private Verbraucher mussten im Jahr 2006 mit 2 830 Anträgen in einem Maße das Insolvenzrecht in Anspruch nehmen, wie es seit der Novellierung der Insolvenzordnung im Jahr 2001 noch nicht der Fall war (+ 1 124 bzw. 65,9 Prozent gegenüber 2005).
Autor: nnz

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