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Fr, 08:03 Uhr
02.03.2007

Die Reichsten in Nordthüringen

Nordhausen (nnz). Seit Jahren wird in Thüringen über die Einführung der Doppik diskutiert, welche die bisherige kameralistische Haushaltsführung ablösen soll. Andere Bundesländer haben die Doppik als kaufmännische Buchführung für ihre Kommunen längst vorgeschrieben. Und endlich wird man wissen, was Nordhausen „wert“ ist...


„Eine richtige Buchführung bei den Kommunen würde endlich auch eine wirkliche Vergleichbarkeit bringen“, erklärte der Nordhäuser Bürgermeister, Matthias Jendricke (SPD). Die bisherige Kameralistik erfasst nur Einnahmen und Ausgaben pro Haushaltsjahr, eine Vermögensübersicht bzw. betriebswirtschaftliche Abschreibungen werden somit bei den Gemeinden nicht erfasst.

Die Stadt Nordhausen hat schon im letzten Jahr ein neues Haushaltsprogramm eingeführt und auch die Vermögensaufstellung nahezu abgeschlossen, um für einen möglichen Umstellungstag gerüstet zu sein. „Zwar haben die Innenminister aller Bundesländer beschlossen, die Umstellung bis spätestens 2009 vorzunehmen, aber die Thüringer Landesregierung schiebt den Umstellungstermin laufend raus“, sagte Jendricke.

Aus Sicht des Nordhäuser Bürgermeisters würde die Stadt bei einem einheitlichen Vermögensvergleich der Thüringer Kommunen gut abschneiden. Ein Blick in den letzten Beteiligungsbericht der Stadt Nordhausen zeigt, dass die Stadt an 23 Unternehmen beteiligt ist. Bei immerhin sieben Unternehmen besitzt die Stadt sogar 100 Prozent der Anteile, darunter sind die Unternehmen im Stadtwerke-Konzern, aber auch die städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG). „Da wir keine Unternehmensanteile verkauft haben, sind wir sicherlich die reichste Stadt in Nordthüringen“, erklärte Jendricke.

Schaut man sich die letzten Verkaufsaktionen von Wohnungsbaugesellschaften in Dresden und Erfurt an, so kann man die Aussage der Stadt leicht bestätigt finden. In Erfurt werden, laut einem Beschluss der letzten Woche, 5.100 Wohnungen für rund 156 Millionen Euro an eine Bank verkauft. Pro Wohnung ergibt sich somit ein Wert von rund 30.000 Euro. Vermutlich haben somit die 5.162 Nordhäuser Wohnungen der SWG einen fast ähnlichen Wert, womit sich auch die ausgewiesene Bilanzsumme der SWG von rund 167 Millionen Euro zum Stand 2005 begründet.

„Im Rathaus gilt die Festlegung der Oberbürgermeisterin, wonach es keinen Verkauf des städtischen Wohnungsbestandes geben soll, um die soziale Balance in der Stadt zu gewährleisten. Dennoch ist ein solcher Vermögenswert schon beruhigend“, meinte Jendricke genüsslich.
Autor: nnz

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