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Fr, 16:08 Uhr
06.03.2026
Schlechte Stimmung in der Wirtschaft

EVN senkt Preis für Strom

Trotz der derzeit steigenden Preise für Öl und Gas hält die Nordhäuser Energieversorgung (EVN) ihre Preise vorerst stabil. Das kündigte EVN-Chefin Jana Zöller am Freitag im Rahmen des IHK-Konjunkturgesprächs in Nordhausen an...

Jana Zöller und Christian Böduel im Gespräch zu den neuesten Konjunkturzahlen.  (Foto: ssc) Jana Zöller und Christian Böduel im Gespräch zu den neuesten Konjunkturzahlen. (Foto: ssc)
Dreimal im Jahr befragt die Industrie- und Handelskammer (IHK) ihre rund 700 Mitgliedsunternehmen in Thüringen nach der wirtschaftlichen Stimmung. Die neueste Umfrage aus dem Februar zeigt weiterhin eine große Unsicherheit und Unzufriedenheit unter den Unternehmen. „Das zeigt sich vor allem darin, dass die in Nordthüringen befragten Unternehmen keine Neueinstellungen planen und die Investitionsabsichten sich auf einem niedrigen Niveau bewegen“, sagte Christian Böduel, Chef des regionalen IHK-Servicecenters in Nordhausen. Im Vergleich zur letzten Umfrage aus dem Jahr 2025 sei die Gesamtstimmung allerdings leicht gestiegen.

Neben den allgemeinen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sehen die befragten Unternehmen vor allem die Energie- und Rohstoffpreise als Risiko. Sie gelten derzeit als einer der wichtigsten Unsicherheitsfaktoren für die wirtschaftliche Entwicklung. „Allerdings zeigt die Umfrage noch die Stimmungslage vor dem Kriegsbeginn im Iran“, erklärte Böduel. Nach den neuesten politischen Entwicklungen und der Entwicklung der Rohölpreise könne sich das Ranking der Risiken noch einmal deutlich verändern, vermutet Böduel.

Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar 2026 ziehen auch die Einkaufspreise für Gas wieder etwas an, wenngleich sie von dem Rekordniveau nach Beginn des Ukrainekrieges weit entfern sind. Jana Zöller, Geschäftsführerin der Nordhäuser Energieversorgung (EVN), zeigte sich froh, dass ihr Unternehmen durch langfristige Beschaffungsverträge in der aktuellen Situation eine Preisgarantie für Gas geben könne. „Unser Gaspreis bleibt bei 11,30 Cent pro Kilowattstunde stabil. Das können wir unseren Kunden bis Jahresende zusichern“, so Zöller beim IHK-Konjunkturgespräch.

Möglich sei das trotz des aktuell steigenden Gaspreises und der mit Jahresbeginn höheren CO₂-Bepreisung wegen des Wegfalls der Gasspeicherumlage. Ausschlaggebend seien außerdem Einkaufsvorteile und langfristige Verträge, nannte Zöller weitere Gründe.

Gleichzeitig plant das Unternehmen ab April eine Senkung der Strompreise und hält trotz der aktuellen Entwicklungen auch daran fest. Konkret sinkt der Preis im Citystrom-Tarif von 34,11 auf 29,93 Cent pro Kilowattstunde. Der Tarif ist mit rund 12.000 Nutzern der meistgebuchte Stromtarif in Nordhausen. Der Grundpreis liegt bei 119 Euro pro Jahr. Auch für rund 60 Prozent der Großkunden könne man bis Ende 2027 stabile Preise anbieten, so Zöller.

Die EVN-Chefin berichtete zudem, dass es durch die zunehmende Zahl privat betriebener Photovoltaikanlagen immer schwieriger werde, den tatsächlichen Stromverbrauch vorherzusagen. Energieversorger müssten den benötigten Strom frühzeitig an der Börse einkaufen. Das werde durch die eigene Stromproduktion vieler Haushalte immer komplexer. Um genauere Prognosen zu erhalten, setze das Unternehmen inzwischen verstärkt auf Digitalisierung und will diese noch ausbauen „Wir mussten aber bisher noch nie Strom teuer nachkaufen“, berichtet die EVN-Chefin.

Ein weiteres Angebot der Nordhäuser Energieversorgung ist ein Komplettpaket für Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern. Nach Angaben von Zöller übernimmt das Unternehmen dabei Planung, Installation und Anmeldung der Anlage beim Netzbetreiber.

Nach der Angebotserstellung übernimmt das EVN-Team Installation und Inbetriebnahme der Anlage. Auch danach begleitet das Unternehmen die Anlagen weiter, etwa beim Einspeisevertrag für überschüssigen Strom, beim Energiemanagement oder bei der Wartung.

Von der Angebotserstellung bis zur Inbetriebnahme vergehen nach Angaben der EVN in der Regel rund acht Wochen. In den vergangenen zwei Jahren seien insgesamt 65 Anlagen installiert worden. Für dieses Jahr sei man bereits bis zum Jahresende ausgebucht.

Viele Kunden entschieden sich nach Angaben von Zöller für eine Photovoltaikanlage, um sich in Krisenzeiten unabhängiger von Energieversorgern zu machen.
Susanne Schedwill
Autor: ssc

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Kommentare
coco66
07.03.2026, 08:45 Uhr
Toll EVN
Der Preis für die Kilowattstunde sinkt etwas dafür ab diesem Jahr ein höherer
Grundpreis... finde den Fehler.
Hilpert11
07.03.2026, 17:18 Uhr
Strompreis?
Es muss nicht immer EVN sein.
Ich habe schon seit einem Jahr einen Anbieter mit 25,9Cent kWh und 13 Euro Grundgebühr. Es geht also besser.
RWE
08.03.2026, 13:32 Uhr
Die Lösung sind Smart Meter
welche die schwankenden Börsenpreise nutzen. Anbieter von dynamischen Stromtarifen vermitteln auch den Einbau eines solchen Gerätes. Da ist viel Geld zu sparen.
Flitzpiepe
08.03.2026, 18:47 Uhr
Also RWE - da hätte ich mehr erwartet
Ein Smartmeter nutzt keine Börsenpreise. Dieser regelt auch nichts. Ein Smartmeter ist auch weiterhin nur ein Zähler, der jetzt einmal am Tag die Verbräuche des Vortages im 15 Minutentakt an den Messstellenbetreiber sendet.
Nicht mehr und nicht weniger. Für dynamische Strompreise braucht man nicht unbedingt einen Smartmeter. Aber er sollte die Abrechnung einfacher machen, was aber in der Praxis nur so semi klappt...
Wenn man sich den Smartmeter vom fremden Stromanbieter vermitteln lässt, wechselt man automatisch zu einem wettbewerblichen Netzbetreiber mit höheren Zählergebühren. Es ist also besser beim lokalen Messstellenbetreiber zu bleiben. Nicht nur wegen der Kosten.
RWE
08.03.2026, 20:33 Uhr
doch, mit einem Smartmeter kann man Schwankungen nutzen
Für dynamische Tarife wird nicht zwingend ein Smartmeter benötigt. Das stimmt. Kann immmer noch günstig sein. Der Abschlag orientiert sich je nach Anbieter am Verbrauch und an die Börsenpreise. Ein dynamischer Tarif macht aber mit einem Smartmeter erst richtig Sinn. Da wird eben die Waschmaschine oder der Geschirrspüler eingeschaltet, wenn der Strom günstiger ist. Da wird nämlich zeitgenau abgerechnet. Die Kombination von Smartmeter und Dynamischen Tarifen macht das nämlich möglich. Und da kann sich ein Smartmeter trotz Gebühren lohnen, zumal die herkömmlichen Zähler ja auch vom Kunden bezahlt werden und somit nicht umsonst sind. Bei Sonnenschein ist mittags der Strom durch die vielen PV-Anlagen fast umsonst... Wer ein E-Auto hat, kann das Laden so programmieren, dass am meisten Geld gespart wird. Und weil die EVN über die schwierigen Vorhersagen zum Stromverbrauch ihrer Kunnden klagt: Mit Smart Metern kann man das Verbrauchsverhalten der Kunden sicher besser vorhersagen. Aber was soll ich sagen: Deutschland und Digitalisierung...
In vielen Ländern Europas sind Samrt Meter zu fast 100 Prozent üblich, wenn an dem Internet glauben schenken darf.
Flitzpiepe
08.03.2026, 22:12 Uhr
Vor 2 Jahren hätte ich RWE noch voll zugestimmt
nachdem ich 6 Monate komplett dynamisch (ohne Smartmeter) unterwegs war. Alles war super. Die großen Verbräuche konnte ich mit Smarthome und Speicher in die günstigen Zeiten legen. Ich hatte einen richtig guten Jahresdurchschnitt. Da lache ich über die jetzt angekündigten 29 ct der EVN.
Das hat sich aber 2024 und 2025 geändert. Vor allem für PV und Speicher Nutzer lohnt sich dynamisch nicht mehr, da man externen Strom nur noch im Winter benötigt. Der Strom im Winter ist aber durchschnittlich teurer geworden. Maßgeblich durch Erhöhung der Netzentgelte und windarme Winter. Negative Strompreise gibt es inzwischen nicht mehr. Wenn der Börsenpreis mal 0 ct ist, ist der Strompreis beim hiesigen Endkunden immer noch über 15 ct durch die Gebühren und Netzentgelt. Der §14a des EnWG, das zur Senkung der Netzentgelte für Verbraucher mit höherem Leistungsbedarf führt, wird durch die Nordhausen Netz quasi ignoriert. Man antwortet nicht einmal auf die Anmeldung.
Diese Bedingungen führten dazu, dass ich nach 2,5 Jahren wieder zu einem Fixtarif gewechselt bin, da dieser nochmal einige ct günstiger ist als mein trotzdem noch guter 2025er dynamischer Durchschnitt.
RWE
09.03.2026, 05:41 Uhr
Alles klar Flitzpiepe
Sofern man die Kosten selber tragen soll muss sich das jeder selber für sich kalkulieren. (PV Anlage vorhanden oder nicht). Ein dynamischer Tarif mit Smartmeter kann sich auch ohne PV-Anlage lohnen, wenn man sein Verhalten etwas anpasst. Wie gesagt, das muss aber kalkuliert werden.
Generell finde ich aber, dass man im Jahr 2026 mal so langsam in das digitale Zeitalter ankommen sollte und eben auch Smartmeter Standard werden sollten. Unabhängig davon, ob sich ein dynamischer Tarif lohnt oder nicht.
Schön wäre es, wenn Nutzer einer PV Anlage ihren gepeicherten Strom auch zu Börsenpreisen verkaufen könnten.
Kobold2
09.03.2026, 08:43 Uhr
Da bin ich endlich
mal bei Ihnen. Die Smartmeter sind nicht nur lt. Internet in anderen Ländern längst Standard. Es zeigt, wie man in Deutschland immer weiter von der internationalen Entwicklung abgehängt wird. Den eingespeisten Strom zu Börsenpreisen vergütet zu bekommen, wird wohl ein Traum bleiben. Da wird die Energielobby weiterhin ihren Einfluß ausspielen, wie wir erst in den letzten Wochen an der CDU Entscheidung zum GEG gesehen haben. Erwartungsgemäß haben sie damit ihren Wahlsieg in BW verhagelt. Ich wünschte mir auch mehr Bürgerbeteiligung an den ortsnahen Windrädern. Das wäre auch eine gute Aufgabe für Politiker, die sich gern als volksnah inszenieren, aber dann doch eher dagegen wettern.
Flitzpiepe
09.03.2026, 14:51 Uhr
Das ist kein Traum mehr
denn man kann schon länger auch als Privatperson seinen Einspeisestrom zu Börsenpreisen verkaufen.
Aber will man das bei einer Bestandsanlage mit garantierter Einspeisevergütung überhaupt?
Klar geht das nur mit einem Smartmeter. Den habe ich und er war auch gar nicht so schwer von Nordhausen Netz zu bekommen. Sie sind ja schließlich ab einem bestimmten Verbrauch seit Anfang 2025 dazu verpflichtet.
Ich habe das Szenario mit einem Stromhändler schon für mich durchgerechnet und es lohnt sich nicht ohne weitere Investition.
Man vergisst dabei schnell, dass zu Zeiten des PV Überschusses (so wie aktuell) auch der Börsenstrompreis im Keller ist und man somit im ungünstigsten Fall gar nichts bekommt, wenn man den erzeugten Strom nicht in Akkus puffern kann und dann zu hohem Börsenpreis (z.B. am Abend)einspeisen kann.
Von der 'Wirtschaftsministerin' Reiche kommt ja jetzt schon der Vorschlag, dass PV Neuanlagen gar keine garantierte Vergütung mehr bekommen und den Überschussstrom nur noch an den Börsenstrompreis angelehnt an einen Stromhändler verkaufen können.
Das finde ich auch nicht schlecht, denn das würde den Speichermarkt beflügeln und somit die Spitzeneinspeisung etwas senken.
... aber nur, wenn es auch für Bestandsanlagen gelten würde.
RWE
09.03.2026, 15:20 Uhr
Die garantierte Preis für neue PV Anlagen beträgt eh nur 7,78 Cent/kWh
Das wird schon seit vielen Jahren planmäßig heruntergefahren. Eigenartigerweise regen sich da Grünen nicht auf, obwohl sie für diese Regelung mitverantwortlich sind. Der Profit einer privaten PV-Anlge liegt beim Eigenverbrauch. Außerdem erzeugen die privaten Anlagen zu viel Strom für das Netz. Im Sommer zur Mittagszeit, wenn die Hausspeicher voll sind, überlastet Solarenergie teilweise die Stromnetze. Nachts zu Börsenpreisen verkaufen würde da richtig Sinn machen, aber alle zur Sommerzeit gleichtzeitig einspeisen funktioniert eben auch nicht. Manche Netzbetreiber wollen private Anlagen daher künftig steuern können, was ja auch nicht Sinn der Sache wäre. Ganz so einfach ist es eben nicht. Das ist Physik, muss man nicht immer gleich Lobby rufen.
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