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Mi, 17:36 Uhr
25.02.2026
Neues Heizungsgesetz:

350 Euro mehr für 2-Personenhaushalte

Nach langen Verhandlungen hat die Bundesregierung nun die Eckpunkte zur Reform des Heizungsgesetzes bekanntgegeben. Die Vorschläge gehen jedoch in die falsche Richtung und gefährden sowohl die Klimaziele als auch die Sozialverträglichkeit der Wärmewende...

Besitzer von Gasheizungen zahlen doppelt drauf... (Foto: Andrew Martin auf Pixabay) Besitzer von Gasheizungen zahlen doppelt drauf... (Foto: Andrew Martin auf Pixabay)
Im Mittelpunkt des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG) steht die Abschaffung der 65-Prozent-Regel für neue Heizungen. Nach dem ursprünglichen Ampel-Gesetz sollten neu eingebaute Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

An ihre Stelle rückt nun eine Grüngasquote: Der Einbau fossil betriebener Anlagen wird wieder erlaubt, allerdings müssen sie mit einem wachsenden Mindestanteil klimafreundlicher Gase wie Biogas oder Wasserstoff betrieben werden.

Ein schwerer Fehler, denn solche klimafreundlichen Gase sind noch nicht im ausreichenden Maß auf dem Markt verfügbar. Private Haushalte dürften damit in Zukunft mit der energieintensiven Industrie um knappes Grüngas konkurrieren. Die Folge: Die Kosten für Haushalte steigen und die begrenzten Mengen an Wasserstoff und Biogas – zu denen es beispielsweise in der chemischen Industrie kaum Alternativen gibt – werden vollkommen ineffizient genutzt.

Private Haushalte und Industrie zahlen drauf
Das Versprechen der Politik, die Kosten für Haushalte nicht wesentlich zu erhöhen, ist nach IW-Berechnungen nicht zu halten. Kurzfristig lässt sich die Grüngasquote mit Biomethan erfüllen, doch bald wäre teurer Wasserstoff nötig, der die Gasrechnung eines Zwei-Personen-Haushalts bis 2035 um rund 350 Euro steigen lassen könnte. Betroffen sind dabei vor allem einkommensschwache Mieterhaushalte, denen ein Umstieg schwerfallen dürfte.

Wer künftig weiter mit Erdgas heizt, könnte gleich dreifach belastet werden: Nicht nur durch die steigenden CO₂-Preise und Netzentgelte, sondern auch durch die Mehrkosten einer ineffizienten Grüngasquote. Auch die Kosten für Industrieunternehmen würden deutlich wachsen. Ein falsches Signal sendet das Gesetz zudem für Immobilieneigentümer: Öl- oder Gasheizung werden wieder attraktiver, bergen jedoch ein hohes Preisrisiko, das von der CO₂-Bepreisung und den Kosten der Gasimporte abhängt.

Reform schafft neue Unsicherheit
Sinnvoller wäre es gewesen, das ursprüngliche Gesetz zu vereinfachen, Treibhausgase als maßgebliche Bewertungsgröße einzuführen und die EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) umzusetzen. Aus Gründen der Planungssicherheit hätte das Gebot zum Einbau klimaneutraler Heizungssysteme erhalten bleiben müssen. Gleichzeitig hätten die Ausnahmen klarer definiert werden müssen – etwa bei wirtschaftlicher Unzumutbarkeit oder unklaren Möglichkeiten für einen Fernwärme-Anschluss.
Autor: psg

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Kommentare
DonaldT
25.02.2026, 18:33 Uhr
Planungssicherheit
"Planungssicherheit" gabs im Osten, auch Merkel stand als FDJ-Sekretär und Kampfgruppenmitglied dafür!

USA schaffen den CO2 Wahnsinn ab, D bleibt dabei?
Schwachmatismus.
Anmerkung techn. Support:
Naja, die USA bzw. ihr Präsident machen ja auch noch andere dumme Dinge. 😅
Malu-Marie
07.03.2026, 11:05 Uhr
@DonaldT.- Ja, das neue Heizen wird teuer -finanziell und fürs Klima
Die Reform des Heizungsgesetzes ersetzt die 65 Prozent Alternative-Energien -Regel durch eine Grüngasquote. Das erlaubt wieder neue Gas und Ölheizungen. Gasheizungen müssen aber mit zusätzlichen "Grüngas" betrieben werden, also Biomethan, Wasserstoff , synthetische Gase. Um dieses Gase wird konkurriert. Das führt zu den genannten höheren Kosten. beim Heizen. Grundsätzlich auch zu einer Verschlechterung , dass die angestreben Klimaziele erreicht werden. Also jetzt zunehmend teuer und später richtig, richtig teuer, wenn das Klima sich weiter durch den Verbrauch der fossilen Energien aufheizt. (Artensterben, Desertifikation, Stürme)
Sie .Herr DonaldT. ,beklagen mangelnde Planungssicherheit. Die haben wir ja auch - wie wir es gerade sehen- und immer wieder mal erlebt haben auch beim Öl, das - by the way- eine endliche Ressource ist. Was der Satz mit Frau Merkel zum Thema beiträgt verstehe ich nicht ganz.
Ja, Donald Trump würde den Inflation Reduction Act (IRA) , eines der größten Klimaschutzprogramme weltweit gerne abschaffen - und es ist ihm zum Entsetzen der Welt schon in manchen Teilen gelungen. Er verhält sich wie eine Marionette der Ölindustrie("drill baby drill" und erwünschte Kontrolle der Ölfelder Venezuelas). oder aber wie jemand, der nur auf ganz kurzfristige eigene Geldgewinne schaut. Sein Verhalten ist lässt kuzfristiges Denken gepaart mit Geldgier erkennen. Nach ihm kommt die Sintflut. Hoffen wir, dass Amerikas lösungsorientierte Intelligenz noch aufwacht. Dass Deutschland sich jetzt genauso idiotisch wie Donald Trump verhalten soll, das kann ja nicht im Ernst ihre Forderung sein, oder?
Wie sieht denn Ihre Lösung des Problems zur Reduktion der Treibhausgase aus?
diskobolos
07.03.2026, 14:18 Uhr
"USA schaffen den CO2 Wahnsinn ab" (DonaldT)
Wenn Sie die damit die Tatsache meinen, dass die menschengemachte Erhöhung von CO2- und Methankonzentration in der Athmosphäre zur weiteren Verschlechterung des Weltklimas führen, ist das tatsächlich Wahnsinn.

Man kann wissenschaftliche Erkenntnisse nicht "abschaffen". Man kann höchstens versuchen sie zu ignorieren. Und das macht Trump in unerträglicher Weise nicht nur beim Klima. Wenn man so alt ist wie er oder wenigstens so reich, wird man die Folgen kaum noch spüren.

Trump selbst hält sich ja für einen begnadeten Physiker, weil sein Großvater das studiert hat . . .
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