Di, 07:13 Uhr
13.02.2007
Die neun Gebote der BA
Nordhausen (nnz). Milliarden Euro sind pro Jahr für die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg vorgesehen. Ein kleiner Teil davon wird für die Aufklärung der eigenen Mitarbeiter verwandt. Jetzt ist ein Leitfaden für’s richtige Benehmen herausgegeben worden. Darin: Die neun Gebote.
Klaus K. hat einen Termin bei seiner Arbeitsvermittlerin Jana J. Vielleicht, so hofft Herr K., kann mir die nette Dame gegenüber ein Jobangebot offerieren. Frau J. klickert fleißig auf der Tastatur und schon hat.... Halt: Jetzt muß Jana J. erst einmal aufhören. Etwas unsicher kramt sie unter der Schreibtischkante in ihrer Geldbörse. Dort holt sie eine kleine Broschüre im allseits beliebten Scheckkartenformat hervor. Wo steht das denn dort nur, wie soll ich mich jetzt verhalten? Die Aufregung steigt bei Jana J., die Verwunderung bei Klaus K.
Da endlich, Frau J. hat den entscheidenden Satz gefunden: Wir bearbeiten keine Anträge von Angehörigen oder Freunden und schließen keine Verträge mit uns nahe stehenden Personen. Pech für den wartenden Klaus K., denn der wohnt zufällig im Nachbarhaus von Jana K.
Für Jana J. ist der Termin ebenso vorbei wie für Klaus K., sie delegiert den Jobsuchenden vorsichtig aber bestimmt hinaus auf den Flur, er möge sich um einen anderen Berater kümmern. Zaghaft schaut sie um die Ecke. Bitte, lieber Herr Weise in Nürnberg, lasse jetzt niemanden auf Beobachtungsstation gehen.
Die hier beschriebene Szene ist natürlich erfunden. Doch sie könnte bald vom Reich der Fantasie und die graue Welt der Realität wechseln. Allen Mitarbeitern der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist – und das ist eine Tatsache, eine kleine Broschüre ausgegeben worden, Verhaltenskodex für die Beschäftigten der Bundesagentur für Arbeit nennt sich das Teil. Und wie das in einer zentralistisch ausgerichteten Behörde der Fall ist, gibt es als Geschenk einleitende Worte der Oberen, in denen man den Unteren schon mal mitteilt, das sie alle in der Öffentlichkeit aufmerksam und kritisch verfolgt werden.
Daher dann auch die Verhaltensregel, die in den Broschürenumschlag eingeklebt sind und herausgenommen werden können. Das Faltheftchen hat in der Tat ein Scheckkarten-Format, es passt in jede Geldbörse, nicht nur in die von Frauen. Und in diesem Teil sind solche grundlegenden Aussagen enthalten, wie: Wir sind ehrlich beim Erheben, Erfassen und Weitergeben von Daten oder Wir nehmen nie Geld als Belohnung oder Geschenk für eine dienstliche Handlung. Hier aber müssen die Herren Weise, Alt und Becker eine Erläuterung hinterher schieben: Sollte sich die Annahme von sonstigen Geschenken oder Belohnungen im Ausnahmefall nicht vermeiden lassen, informieren wir unsere/n Vorgesetzte/n und holen deren/dessen Genehmigung ein. Was doch nicht anderes heißt als: Gemeinsam ist das möglich, was solo verteufelt wird.
Es sind neun Gebote, die den BA-Mitarbeitern mit auf den täglichen Dienstweg gegeben werden. Fast könnte man annehmen, die BA sei ein Sündenpfuhl sondergleichen, in dem die Korruption zum Tagesgeschäft gehört. Da werden Geld und Geschenke angenommen, da werden falsche Daten eingegeben, Freunde und Bekannte bevorzugt und, und, und.
Fakt ist, selbst in der BA arbeiten Menschen, die nicht wie Maschinen zu programmieren sind. Menschen haben Fehler, sie haben aber auch Vorteile: sie können sich um Beispiel in die Gemütswelt des Gegenüber hineinversetzen. Sie können sich über Fehler ärgern, über Erfolge freuen.
Aber auch für solche Konstellationen hat der kleine Leitfaden ein Gebot parat: Wir vermeiden Gesprächskonstellationen, die uns einem Verdacht aussetzen!
Autor: nnzKlaus K. hat einen Termin bei seiner Arbeitsvermittlerin Jana J. Vielleicht, so hofft Herr K., kann mir die nette Dame gegenüber ein Jobangebot offerieren. Frau J. klickert fleißig auf der Tastatur und schon hat.... Halt: Jetzt muß Jana J. erst einmal aufhören. Etwas unsicher kramt sie unter der Schreibtischkante in ihrer Geldbörse. Dort holt sie eine kleine Broschüre im allseits beliebten Scheckkartenformat hervor. Wo steht das denn dort nur, wie soll ich mich jetzt verhalten? Die Aufregung steigt bei Jana J., die Verwunderung bei Klaus K.
Da endlich, Frau J. hat den entscheidenden Satz gefunden: Wir bearbeiten keine Anträge von Angehörigen oder Freunden und schließen keine Verträge mit uns nahe stehenden Personen. Pech für den wartenden Klaus K., denn der wohnt zufällig im Nachbarhaus von Jana K.
Für Jana J. ist der Termin ebenso vorbei wie für Klaus K., sie delegiert den Jobsuchenden vorsichtig aber bestimmt hinaus auf den Flur, er möge sich um einen anderen Berater kümmern. Zaghaft schaut sie um die Ecke. Bitte, lieber Herr Weise in Nürnberg, lasse jetzt niemanden auf Beobachtungsstation gehen.
Die hier beschriebene Szene ist natürlich erfunden. Doch sie könnte bald vom Reich der Fantasie und die graue Welt der Realität wechseln. Allen Mitarbeitern der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist – und das ist eine Tatsache, eine kleine Broschüre ausgegeben worden, Verhaltenskodex für die Beschäftigten der Bundesagentur für Arbeit nennt sich das Teil. Und wie das in einer zentralistisch ausgerichteten Behörde der Fall ist, gibt es als Geschenk einleitende Worte der Oberen, in denen man den Unteren schon mal mitteilt, das sie alle in der Öffentlichkeit aufmerksam und kritisch verfolgt werden.
Daher dann auch die Verhaltensregel, die in den Broschürenumschlag eingeklebt sind und herausgenommen werden können. Das Faltheftchen hat in der Tat ein Scheckkarten-Format, es passt in jede Geldbörse, nicht nur in die von Frauen. Und in diesem Teil sind solche grundlegenden Aussagen enthalten, wie: Wir sind ehrlich beim Erheben, Erfassen und Weitergeben von Daten oder Wir nehmen nie Geld als Belohnung oder Geschenk für eine dienstliche Handlung. Hier aber müssen die Herren Weise, Alt und Becker eine Erläuterung hinterher schieben: Sollte sich die Annahme von sonstigen Geschenken oder Belohnungen im Ausnahmefall nicht vermeiden lassen, informieren wir unsere/n Vorgesetzte/n und holen deren/dessen Genehmigung ein. Was doch nicht anderes heißt als: Gemeinsam ist das möglich, was solo verteufelt wird.
Es sind neun Gebote, die den BA-Mitarbeitern mit auf den täglichen Dienstweg gegeben werden. Fast könnte man annehmen, die BA sei ein Sündenpfuhl sondergleichen, in dem die Korruption zum Tagesgeschäft gehört. Da werden Geld und Geschenke angenommen, da werden falsche Daten eingegeben, Freunde und Bekannte bevorzugt und, und, und.
Fakt ist, selbst in der BA arbeiten Menschen, die nicht wie Maschinen zu programmieren sind. Menschen haben Fehler, sie haben aber auch Vorteile: sie können sich um Beispiel in die Gemütswelt des Gegenüber hineinversetzen. Sie können sich über Fehler ärgern, über Erfolge freuen.
Aber auch für solche Konstellationen hat der kleine Leitfaden ein Gebot parat: Wir vermeiden Gesprächskonstellationen, die uns einem Verdacht aussetzen!


