Fr, 09:00 Uhr
13.02.2026
nnz nachgehakt
Verfallen aber nicht vergessen
Vor kurzem informierte das Landratsamt über den Abriss eines baufälligen Hauses in Trebra. Das alte Gemäuer wurde zur Gefahr für die öffentliche Sicherheit und musste weg. Fälle wie dieser werden zunehmend häufiger, hat die nnz erfahren…
Die traurigen Reste des Sanatoriums "Erholung" in Sülzhayn, erbaut 1906, geschlossen 1987 wegen "Totalverschleiß" (Foto: ggl)
Im kleinen Sülzhayn gibt es noch manches hübsche alte Haus, bewohnt, beheizt und belebt. Aber auch die Ruinen der gar nicht so fernen Vergangenheit sind beim Spaziergang durch den Ort nicht zu übersehen. Der einst florierende Luftkurort hat mit leeren und verfallenden Gebäuden zu kämpfen, in der Einheitsgemeinde Ellrich, zu der auch Sülzhayn gehört, zählt die Bauaufsichtsbehörde des Landkreises 79 solcher Objekte. Die Städte und Gemeinden im Landkreis pflegen eigene Listen über leer stehende Objekte in ihrem Gebiet. Der Unteren Bauaufsichtsbehörde sind diese Listen bekannt., schreibt das Amt auf Anfrage der nnz, insgesamt müsse für den Landkreis von einer hohen Zahl leer stehender Objekte ausgegangen werden.
Unter Beobachtung der Behörde stehen derweil nur solche Objekte, von denen eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehen könnte. Die meisten dieser Gebäude stehen leer, aber manchmal wohnen noch Leute in den Häusern. Wir erlassen dann entsprechende Verfügungen und die meisten Eigentümer werden dann auch von sich auch aktiv., sagt Heiko Müller, der für die Unter Bauaufsichtsbehörde mit dem Thema betraut ist. Ist das Objekt Herrenlos oder die Eigentümer mittellos, muss der Kreis qua Gesetz per Ersatzvornahme aktiv werden und Sicherungsmaßnahmen ergreifen - wie der Abriss in Trebra.
Beim Spaziergang durch Sülzhayn kann man auch die Rückseite des alten Sanatoriums sehen - und ins Innere blicken, Teile der Fassade sind vollständig verschwunden (Foto: ggl)
Die Kosten werden an den Eigentümer weitergereicht, sofern bekannt. Sind die nicht zu finden, enden die Maßnahmen in der Regel mit der Zwangsversteigerung, wobei aber eher nicht die Summern erzielt werden, die für den Abriss zu Buche schlagen. Wenn eine Gefahr da ist, muss sie beseitigt werden. Nach dem Maß des Notwendigen und nach Dringlichkeit, aber das ist der Kern der Verantwortung, sagt Müller, im Haushalt des Kreises sind für die Durchführung solcher Maßnahmen rund 100.000 Euro eingestellt.
Auch in der Kreisstadt gibt es potentielle Abrisskandidaten - vor kurzem wurden zum Beispiel die letzten Spuren eines Gebäude in der Kyffhäuserstraße beseitigt. Im Vergleich zu vielen kleineren Orten im Kreis sei Nordhausen aber ein anderes Pflaster, schon wegen der Bodenrichtwerte, meint Müller. Gemeinden wie Ellrich oder auch Bleicherode haben seit langem mit Leerstand und Verfall ihrer Gebäudesubstanz zu kämpfen. Das Sülzhayner Sanatorium, dass wir hier zur Illustration abgelichtet haben, steht nicht auf der Liste, im Blick hat man zum Beispiel ein Eckgebäude am Nikolaiplatz in Ellrich.
Akut laufen derzeit bei der Unteren Bauaufsichtsbehörde elf ordnungsbehördliche Verfahren, wobei fünf Objekte in der Landgemeinde Bleicherode, vier Objekte in der Stadt Ellrich und zwei Objekte im Gebiet der Stadt Heringen liegen. Die Verfahren sind teilweise neu und teilweise auch bereits so weit fortgeschritten, dass Sicherungs- oder Beseitigungsverfügungen erlassen wurden, teilt das Landratsamt weiter mit. In Zukunft dürfte das Problem eher noch größer werden, mit dem demographischen Wandel und der Abnahme der Bevölkerung weitet sich auch der Leerstand aus.
Angelo Glashagel
Autor: red
Die traurigen Reste des Sanatoriums "Erholung" in Sülzhayn, erbaut 1906, geschlossen 1987 wegen "Totalverschleiß" (Foto: ggl)
Im kleinen Sülzhayn gibt es noch manches hübsche alte Haus, bewohnt, beheizt und belebt. Aber auch die Ruinen der gar nicht so fernen Vergangenheit sind beim Spaziergang durch den Ort nicht zu übersehen. Der einst florierende Luftkurort hat mit leeren und verfallenden Gebäuden zu kämpfen, in der Einheitsgemeinde Ellrich, zu der auch Sülzhayn gehört, zählt die Bauaufsichtsbehörde des Landkreises 79 solcher Objekte. Die Städte und Gemeinden im Landkreis pflegen eigene Listen über leer stehende Objekte in ihrem Gebiet. Der Unteren Bauaufsichtsbehörde sind diese Listen bekannt., schreibt das Amt auf Anfrage der nnz, insgesamt müsse für den Landkreis von einer hohen Zahl leer stehender Objekte ausgegangen werden.
Unter Beobachtung der Behörde stehen derweil nur solche Objekte, von denen eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehen könnte. Die meisten dieser Gebäude stehen leer, aber manchmal wohnen noch Leute in den Häusern. Wir erlassen dann entsprechende Verfügungen und die meisten Eigentümer werden dann auch von sich auch aktiv., sagt Heiko Müller, der für die Unter Bauaufsichtsbehörde mit dem Thema betraut ist. Ist das Objekt Herrenlos oder die Eigentümer mittellos, muss der Kreis qua Gesetz per Ersatzvornahme aktiv werden und Sicherungsmaßnahmen ergreifen - wie der Abriss in Trebra.
Beim Spaziergang durch Sülzhayn kann man auch die Rückseite des alten Sanatoriums sehen - und ins Innere blicken, Teile der Fassade sind vollständig verschwunden (Foto: ggl)
Die Kosten werden an den Eigentümer weitergereicht, sofern bekannt. Sind die nicht zu finden, enden die Maßnahmen in der Regel mit der Zwangsversteigerung, wobei aber eher nicht die Summern erzielt werden, die für den Abriss zu Buche schlagen. Wenn eine Gefahr da ist, muss sie beseitigt werden. Nach dem Maß des Notwendigen und nach Dringlichkeit, aber das ist der Kern der Verantwortung, sagt Müller, im Haushalt des Kreises sind für die Durchführung solcher Maßnahmen rund 100.000 Euro eingestellt.
Auch in der Kreisstadt gibt es potentielle Abrisskandidaten - vor kurzem wurden zum Beispiel die letzten Spuren eines Gebäude in der Kyffhäuserstraße beseitigt. Im Vergleich zu vielen kleineren Orten im Kreis sei Nordhausen aber ein anderes Pflaster, schon wegen der Bodenrichtwerte, meint Müller. Gemeinden wie Ellrich oder auch Bleicherode haben seit langem mit Leerstand und Verfall ihrer Gebäudesubstanz zu kämpfen. Das Sülzhayner Sanatorium, dass wir hier zur Illustration abgelichtet haben, steht nicht auf der Liste, im Blick hat man zum Beispiel ein Eckgebäude am Nikolaiplatz in Ellrich.
Akut laufen derzeit bei der Unteren Bauaufsichtsbehörde elf ordnungsbehördliche Verfahren, wobei fünf Objekte in der Landgemeinde Bleicherode, vier Objekte in der Stadt Ellrich und zwei Objekte im Gebiet der Stadt Heringen liegen. Die Verfahren sind teilweise neu und teilweise auch bereits so weit fortgeschritten, dass Sicherungs- oder Beseitigungsverfügungen erlassen wurden, teilt das Landratsamt weiter mit. In Zukunft dürfte das Problem eher noch größer werden, mit dem demographischen Wandel und der Abnahme der Bevölkerung weitet sich auch der Leerstand aus.
Angelo Glashagel

