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So, 15:00 Uhr
01.02.2026
Winterdienst im Landkreis

Sorgen um Streusalznachschub

Der ungewöhnlich viele Schnee und die tiefen Temperaturen stellen die Winterdienste vor Herausforderungen. Nun muss vielerorts auch noch mit dem Streusalz gehaushaltet werden, da Autobahnen und Landesstraßen jetzt bei der Streusalzversorgung Vorrang haben...

Ein Winterdienstfahrzeug in Niedersachswerfen.  (Foto: ssc) Ein Winterdienstfahrzeug in Niedersachswerfen. (Foto: ssc)
„Wir können den Winterdienst noch abdecken“, sagte Katrin Materlik, Leiterin der Südharz-Werke, am Freitag. Die Südharz-Werke führen den Winterdienst im Auftrag der Stadt Nordhausen gemeinsam mit dem Bauhof und dem Grünflächenamt durch. Derzeit werde vor allem Sole eingesetzt. „Momentan geht das bei den Temperaturen“, sagt Materlik. Bis minus fünf Grad wirke Sole gut. Am Freitag haben die Südharz-Werke noch einmal 25 Tonnen Streusalz erhalten. Damit waren die Silos nur noch zur Hälfte gefüllt, nämlich mit rund 150 Tonnen.

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Die Südharzwerke haben einen Rahmenvertrag mit dem Werk in Bernburg in Sachsen-Anhalt. Laut diesem sind für die nächsten Wochen noch zwölf Lieferungen ausstehend. „Wir sind zuversichtlich, dass wir auch in der neuen Woche eine Lieferung erhalten”, so Materlik.

So sieht es auf den Kreisstraßen aus
Die Lieferungen für die Kreisstraßen im Landkreis Nordhausen sind bis dato noch in Ordnung. Dank einer neuen Flotte könne die Streumenge wetterbedingt angepasst werden. "Zudem achten wir auf die Temperaturvorhersage und passen die Streumenge entsprechend an. Derzeit sind zirka 50 Tonnen im Salzsilo. Bei dieser Wetterlage reicht das für zwei bis drei Tage. Am Montag erwarten wir weitere Lieferungen. Anfragen von Landgemeinden aus unserem Landkreis zur Ausleihe von Salz können wir aktuell leider nicht bedienen“, teilte Kreissprecherin Jessica Pieper am Freitag auf nnz-Anfrage mit.

Für Hausmeister sieht es derzeit bei den Lieferanten in Nordhausen noch schwieriger aus. „Hier fallen geplante Lieferungen aus, weil die Lieferanten von ihren eigenen Lieferanten kein Salz mehr erhalten. Trotzdem sind die Hausmeister an den Schulen bis dato gut versorgt. Bestellungen erfolgen sehr vorausschauend“, so Pieper weiter.

Split als Alternative
In den Silos der Gemeinde Harztor sind noch etwa 40 Tonnen Streusalz vorhanden. Die Gemeinde hat drei solcher Lagerbehälter im vergangenen Jahr aufstellen lassen, zwei in Niedersachswerfen und einen in Ilfeld. Auch in Harztor salzt man seit kurzem nur noch die Hauptverkehrsstraßen in den Ortschaften, wie Bauhofchef Tino Scharfe berichtet. „Wenn wir kein Blitzeis mehr bekommen, reichen unsere Vorräte noch knapp zwei Wochen“, sagt Scharfe. Denn die Gemeinde hat Informationen erhalten, dass es voraussichtlich im Februar gar keine Streusalzlieferung mehr geben wird. Die Kommune wird dann gegebenenfalls auf Split zur Abstumpfung setzen.

Besonders in Neustadt gestaltet sich der Winterdienst schwierig, da es dort einige Gefällstrecken gibt. In Sophienhof übernimmt Landwirt Kai Liebig den Winterdienst.

In den letzten Tagen hat der Bauhof damit begonnen, mit der Schneefräse Wassereinläufe von Schnee zu befreien, damit Tauwasser ablaufen kann. Zudem wurden rund 350 Tonnen Schnee mit dem Radlader aus den Harztor-Ortschaften geschafft.
Susanne Schedwill
Autor: red

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
01.02.2026, 15:45 Uhr
Fehlendes Streusalz in normalem Winter?
Das Problem ist, dass viele Menschen und auch die Gesellschaft insgesamt schnell und gern verdrängen, was ein durchschnittlicher Winter ist in Deutschland.

Der Nordhäuser Wetterbeobachter Tauchmann registrierte in Nordhausen zwischen 1955 und 1980 jährlich im Durchschnitt 35 Tage mit geschlossener Schneedecke. Davon sind wir noch ein Stück entfernt. 1970/71 gab es demnach sogar 44 Schneefalltage.

Und auch ein Januar im durchschnittlich leichten Minusbereich ist vollkommen normal. Der Januar 26 hat laut DWD-0,7 Grad.

Also wäre doch nicht der normale, winterliche Januar das Problem, sondern eher die nicht ausreichende Vorbereitung auf diese jedes Jahr kontinuierlich auftretende Jahreszeit.
Betrachter
01.02.2026, 16:35 Uhr
Früher
war es ein Winter, heute nennt man es Schneechaos. Die Zustände in Bezug auf Streumittel sind fragwürdig. Hier sollte doch wirklich auf Vorrat und davon eben ein bisschen mehr gekauft werden, auch wenn es in den letzten Jahren weniger Schneefall gab als noch vor Jahrzehnten. Bedauernswert finde ich in dem Zusammenhang, das sogenannte Nebenstraßen gar nicht geräumt oder mit Streusalz bearbeitet werden. Und da gibt es einige dieser Nebenstraßen, die inzwischen spiegelglatt und für Fußgänger kaum noch zu überqueren sind.
P.Burkhardt
01.02.2026, 17:04 Uhr
Ich glaube,
dass sich die Streusalzbevorratung an die in seit 1980 spürbar milderen Winter angepasst hat. Dieser Winter ist der strengste seit gefühlten Jahrzehnten. Ich kann mich auch an diese Normalität erinnern - in Kindertagen. Das neue Normal sieht jedoch anders aus.

Wenn der Klimawandel tatsächlich in voller Härte zuschlägt, werden wir uns in Mitteleuropa wahrscheinlich noch auf sehr viel härtere Winter einstellen müssen.
free Gigi
01.02.2026, 17:05 Uhr
Protokoll aus dem Eis: Der weiße Stillstand
Februar 2026. Die Republik ist erstarrt – nicht vor Ehrfurcht, sondern unter einer fünf Zentimeter dicken Schicht aus Blitzeis und politischer Trägheit. Das „Sommermärchen“ der Infrastruktur ist längst der winterlichen Realität gewichen. Während die Autobahn GmbH verzweifelt versucht, die Hauptschlagadern mit den letzten Reserven an Steinsalz offenzuhalten, melden Kommunen von Thüringen bis Niedersachsen den totalen Lieferstopp für Streusalz.
Der Verfall als System
Es ist nicht nur das Salz, das fehlt. Es ist das Bindemittel der Gesellschaft. In den Schulen regnet es durch die Decken, während die jüngsten PISA-Ergebnisse nur noch als statistisches Rauschen in einer chronischen Bildungskrise wahrgenommen werden. Wo früher Ingenieure für die Welt ausgebildet wurden, kämpfen Lehrkräfte heute gegen den Mangel an grundlegendster Ausstattung und eine galoppierende Arbeitskräftelücke im MINT-Bereich.
Bröckelnde Monumente
Wer versucht, die maroden Brücken und Schienen zu nutzen, begegnet einer Infrastruktur in Trümmern. Die Finanzierungslücken sind so tief wie die Schlaglöcher auf den Kreisstraßen. Deutschland, einst der Taktgeber Europas, ist zum Sanierungsfall geworden, der seine eigenen Versprechen unter einer Schicht aus Eis und Bürokratie begräbt.
In den Städten gilt nun das Recht des Stärkeren – oder desjenigen mit den besten Winterreifen, da der Winterdienst offiziell eingestellt wurde. Das Land wartet nicht mehr auf den Aufschwung, es wartet nur noch auf das Tauwetter, damit man den Dreck unter dem Schnee wieder ignorieren kann.
Irrenhaus
01.02.2026, 17:30 Uhr
Streusalz
Ich kann es gar nicht hören vorher wird geprallt es ist genügend Streusalz vorhanden und jetzt bei ein paar Krümel reicht es nicht.Dann hoffen wir mal nicht das noch ein großer Wintereinbruch kommt.Man sollte sich Gedanken machen woran es liegt das nicht genug Streusalz vorrätig ist oder muss auch da gespart werden .
buchfink
01.02.2026, 17:32 Uhr
Streusalz Knappheit
An manchen Orten , wie Haltestellen oder so, konnte man aber auch denken. Der Sack mit dem Salz ist aus den Händen gefallen und man hat sehr sehr viel dort verloren. Satt es dann zu verteilen blieb der Haufen liegen und es wurde weiter gestreut. Was sicher nicht gut für die Steine dort ist. Im Sommer sehen wir die dort entstandenen Schäden. Winter ist immer mal.
Wyatt Earp
01.02.2026, 19:28 Uhr
"...der ungewöhnlich viele Schnee..."?
wann fliegen denn die Hauptverantwortlichen, sprich die Unternehmensleitung, für solche lachhaften Minusleistungen endlich mal raus? Das Land muss doch kaputt gehen, solange solche Fehlbesetzungen Chaos und Irrsinn verbreiten. Kein Streusalz in Deutschland und keines mehr auf Lager? Als ob das billige Zeug im Silo verotten würde. Schmeißt die endlich raus!
fso2020
01.02.2026, 20:59 Uhr
Winter mitten im Winter!
Wer hätte das gedacht?
Damit konnte ja nun wirklich niemand rechnen.
Das Streusalz wird knapp, na und?

Mal nach Nordeuropa oder nach Österreich zu schauen könnte nicht schaden.
Mehr Schnee, strengerer Frost , geringerer Salzeinsatz und trotzdem rollt dort der Verkehr auf den Straßen und sogar bei der Bahn.

Schaut lieber mal auf die Füllstände unserer Gasspeicher.
Bleibt‘s noch einige Wochen winterlich, ist fehlendes Streusalz noch das kleinste Problem. Dann kriegen wir bald die Wohnungen nicht mehr warm und unsere Gaskraftwerke können keinen Strom mehr produzieren.
Solarparks sind jetzt schon zugeschneit und liefern keinen Strom mehr. Wärmepumpen und Elektroautos stehen dann vielleicht bald still.
Wohl dem der dann einen Kamin oder Holzofen im Haus hat.

Clevere Energiepolitik sieht wirklich anders aus.

Wer sich jetzt noch fragt, wer das alles zu verantworten hat, hier die Antwort:
Wir alle, die wir bei den vergangenen Wahlen unser Kreuz bei Parteien gemacht haben, deren Politiker unfähig sind dieses Land verantwortungsvoll zum Wohle des Volkes zu regieren.

Weiter so und dieser Staat geht schneller unter, als die Titanic.

PS: Der nächste Sommer kommt bestimmt und da könnte es auch noch warm werden. Wetten, dass sich das heute noch Keiner denken kann?
Erpel1311
01.02.2026, 21:10 Uhr
Das kommt davon
wenn auch Salz völlig unnötig gestreut wird. Wenn die Straße frei ist und es sind Minusgrade wird trotzdem gestreut. Das ist unnötig. Wenn genügend da ist wird ordentlich gestreut. 50 Tonnen reichen 3 Tage? Im Ernst? Der Streuer fährt hier mehrmals täglich durch und streut. Letze Woche als es geschneit hat hat man lange Zeit niemanden gesehen.
Kobold2
01.02.2026, 21:11 Uhr
Mir fällt hier gerade
Eine Anmerkung des techn.Supports dieser Tage ein.... Wir haben hier Spezialisten für alles....
An anderer Stelle war über das Streusalz Problem zu lesen ....
Ja wir könnten liefern, ...... wenn sie uns Fahrer schicken.
P.Burkhardt
01.02.2026, 23:20 Uhr
ooops...ich muss wohl meine Aussage von oben korrigieren:
Im Zuge des Klimawandels wird es nach vorherrschender, wissenschaftlicher Meinung nicht -wie oben von mir postuliert- kälter werden (das meinte ich mit strengeren Wintern) sondern wärmer.

Ich war dem Irrtum aufgesessen, dass ausschließlich der AMOC für unser für diesen Breitengrad eher mildes Klima verantwortlich ist und dieser wegen der Aussüßung des Polarmeeres infolge des schmelzenden Polareises versiegt, was zu einer Abkühlung führen muss.

Das ist zwar tatsächlich so (der AMOC macht es bei uns etwa 2 - 5 Grad wärmer), allerdings überwiegen andere Faktoren der globalen Erwärmung, die das Versiegen des Golfstroms überkompensieren.

In der Folge verlangsamt das Kolabieren des AMOC nur die Erwärmung in Mitteleuropa, verhindert sie aber nicht. Dennoch werden wir uns mit einer steigenden Zahl von Extremwetterereignissen auseinander setzen müssen, was auch strenge Winter mit viel Niederschlag einbezieht.

Wir werden also auch weiterhin Streusalz brauchen.
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