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Mo, 20:07 Uhr
26.01.2026
Neujahrsempfang im Alten Stolberg

Knauf als stabile Chance für den Südharz

Einer der Neujahrsempfänge, die sich in den ersten beiden Monaten eines jeden Jahres auch im Norden des Freistaates „tummeln“ hält das, was dem Motto des Einladers entspricht. Heute Abend war es wieder soweit…

Neujahrsempfang in der Kalkhütte (Foto: nnz) Neujahrsempfang in der Kalkhütte (Foto: nnz)
Trotz des nicht sehr einladenden Wetters wurden die zahlreichen Gäste der Firma Knauf vor der Kalkhütte von einer überschaubaren Delegation Naturschützer empfangen. Die forderten ein Ende des Raubbaus an der Natur.

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In der Kalkhütte hatten sich indes die Gäste versammelt, die getreu dem Claim „Knauf verbindet“ aus Thüringen und aus Sachsen Anhalt kamen. Für diejenigen, die jetzt noch staunen, sei geschrieben: Der weltweit agierende Konzern baut in Thüringen den Rohstoff ab und veredelt das Geschürfte in Sachsen Anhalt.

Seit 25 Jahren (mit Corona-Unterbrechung) gibt es diesen verbindenden Moment und immer stand als Einlader der Name André Materlik als Werkleiter. Der würdigte in seinem Statement das, was Knauf in Rottleberode ausmacht. Man steht als Team zusammen, vor allem dann, wenn es Probleme im unternehmerischen Ablauf gibt.

Mittendrin und nicht zu Beginn, auch das ist neu, begrüßte Materlik Gäste aus der kommunalen und Landespolitik beider Bundesländer. Oberbürgermeister, Landräte und Landtagsabgeordnete. Aus Thüringen und Sachsen Anhalt.

Knauf ist wirtschaftlich stabil, Gips wird immer noch gebraucht, Naturgips mehr denn je. Der unternehmerische Erfolg dieser Profession sei zugleich Voraussetzung für das, was man gemeinhin als soziales Engagement benennt. Zahlreiche Vorhaben, Veranstaltungen in Kultur, Sport und Soziales, wären ohne Unterstützung der Gips abbauenden und verarbeitenden Unternehmen in der Region wie Knauf nicht oder nicht in dieser Qualität nicht möglich. Und: Knauf sichert das Einkommen von 250 Familien im Südharz. Insofern ist Knauf im vergangenen Jahr eine Chance für den Südharz gewesen und wird sie auch in diesem Jahr sein,so Materlik.
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg

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Kommentare
Harzer Käse
27.01.2026, 23:34 Uhr
Naturzerstörung ist keine Chance!
Ich finde Ihre Überschrift und Aussage sehr gewagt und bin auf der Seite der eingangs erwähnten Naturschützer. Naturgipsabbau ist Raubbau an der Natur, und diese jahrzehntelange Tätigkeit hat riesige Wunden in der Südharz-Landschaft hinterlassen. Wälder weg, Wiesen weg, Boden und Wasserhaushalt gestört, Lärm, Dreck, Verkehrsbelastung für die Anwohner. In den betroffenen Orten kriegen die Leute ihre Häuser nicht mehr verkauft! Das alles nennen Sie „stabile Chance“? - Knauf sollte sich schrittweise umorientieren auf Gipsrecycling und Herstellung von Putzen und Ausbauplatten aus nachwachsenden Rohstoffen, Sanierung sollte den Vorrang vor Neubau haben. Und die Politik sollte das ermöglichen bzw. einfordern! Das wäre eine Chance, weil echter Strukturwandel! Dann gäbe es wirklich etwas, worauf man auf so einem Empfang anstoßen könnte!
Schöner Südharz
28.01.2026, 11:42 Uhr
Wirtschaftliche Stabilität ersetzt keine Zukunftsdebatte
Der Artikel beschreibt vor allem die wirtschaftliche Perspektive eines Unternehmens. Was dabei fast vollständig fehlt, ist die andere Seite dieser „Chance für den Südharz“.

Der Südharz ist keine beliebige Industrieregion, sondern eine europaweit einzigartige Gipskarstlandschaft mit hohem Schutzstatus. Der Abbau von Naturgips bedeutet hier irreversible Eingriffe in Boden, Wasserhaushalt und Landschaft – Folgen, die weit über einzelne Arbeitsplätze hinausreichen und dauerhaft bleiben.

Gesellschaftliches Engagement und Sponsoring können nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich beim Gipsabbau um die Nutzung einer endlichen Ressource in einem hochsensiblen Naturraum handelt. Die berechtigten Proteste vor der Kalkhütte sind deshalb kein Randphänomen, sondern Ausdruck einer Sorge um die Zukunft der Region.

Die zentrale Frage lautet nicht, ob Gips gebraucht wird, sondern ob der weitere Abbau in genau dieser Landschaft verantwortbar ist – und welche langfristigen Alternativen für Wertschöpfung und Arbeitsplätze endlich ernsthaft entwickelt werden.
RWE
28.01.2026, 11:48 Uhr
Das ist harzer Käse
Gips wird gebraucht und solange die Unternehmen zur Renaturierung verpflichtet sind ist der Abbau in Ordnung. Thüringen verliert gerade massenhaft gut bezahlte Facharbeiterjobs. Da ist es gut, wenn im sachsen-anhaltinischen Rottleberode noch ordentlich gezahlt wird.
Transformation, Degrowth usw.-wir machen uns kaputt und der Rest der Welt springt dankend in die entstehenden Lücken. Oftmals mit schlechteren ökologischen Bilanzen. Klar, solche Narben wie der Kohnstein darf es nicht mehr geben, auch wenn er eine Landmarke geworden ist.
Ballo
28.01.2026, 17:16 Uhr
...... der Harzer Käse ist....
..... das Renaturierung in diesem Gebiet nicht funktioniert. Was einmal weg ist ist eben weg.
20 Fledermausarten und unzählige Pflanzen, welche es in dieser Vielfalt nur hier gibt......
Von den Buchenwäldern ganz zu schweigen.
Wo gibt es den in vermeintlich renaturierten ehemaligen Tagebaulandschaften die Vielfalt die vorher da war......
Ob da überhaupt neue Arbeitsplätze entstehen ist zudem fraglich, zumal der Abbau kaum noch körperlich arbeitende Arbeitskräfte benötigt.
Mal etwas langfristig denkend an die Sache herangehen........
Harzer Käse
28.01.2026, 17:20 Uhr
Das Märchen von der Renaturierung
Gipskarstlandschaften lassen sich nicht renaturieren, wenn der Gipskarst abgebaggert ist. Was uns da als Renaturierung an der Krebsbachwand angeboten wird, ist eine gutgemeinte Haldenbegrünung, aber keine Natur. Wo ist die Renaturierung der anderen, ungleich größeren Tagebaue?
Wir verlieren gerade Zehntausende und Hunderttausende hochqualifizierte Arbeitsplätze in ganz Deutschland, zweifellos. Das liegt aber an den überhöhten Energiepreisen, am Outsourcing von Industrien der letzten Jahrzehnte, am nachlassenden Bildungsniveau in unserem Land u.a.m. Der Naturgipsabbau im Südharz wird diese Verluste nicht kompensieren können.
Wo wir mittelfristig Arbeitsplätze schaffen könnten, wäre naturnaher Familientourismus für stressgeplagte Großstädter. Ob die aber kommen, wenn am Wegrand überall Tagebaue grüßen, darf bezweifelt werden.
RWE
29.01.2026, 05:46 Uhr
Sagen sie das mal einen Knauf Mitarbeiter ins Gesicht...
Also ich sehe bei Leipzig ehemalige Tagebaue, welche eine schöne Seenlandschaft ergeben. Da bin ich als streßgeplagter Kleinstädter gern Rad gefahren. Also es geht.
Sie schreiben von "Familientourismus " um Arbeitsplätze zu schaffen. Wenn dieser angekurbelt werden soll und irgendetwas gebaut wird (Hexebvesen, Aussichtsturm Rüdigsdorfer Schweiz) ist es aber auch wieder falsch. Wobei ich hier wirklich erstmal abwarten würde.
Ja, es ist leicht mit moralischer Inbrunst den Zeigefinger zu heben. Wenn man nicht betroffen ist vom Arbeitsplatzabbau... Und wenn man sich auch keine Gedanken darum macht, dass Geld erst erwirtschaftet werden muss.
Harzer Käse
29.01.2026, 07:47 Uhr
Karsttagebaue werden niemals Baggerseen!
Ja, die Braunkohle-TagebaurestLÖCHER füllen sich mit Wasser und ergeben oft schöne Seenlandschaften. Wir aber reden hier von Naturgipsabbau, und der findet in der Regel dort statt, wo sich nichts mehr mit Wasser füllt. Zumindest ist das im Südharz so. Sie scheinen gar nicht hier zu wohnen, sonst wüssten Sie, dass hier Erhebungen abgebaggert werden. Da bilden sich nun mal keine Seen, noch dazu, wenn man durch den Abbau den für den Karst typischen unterirdischen Wasserfluss stört.
E20
29.01.2026, 08:41 Uhr
Natur verändert sich @ Harzer Käse,
entweder ohne oder durch den Menschen. Abbau von Bodenschätzen ist nun mal eine Notwendigkeit in der heutigen Gesellschaft. Wenn nicht hier, dann wird an anderer Stelle abgebaut. Da Sie sicher nicht in einer Höhle wöhnen, sind Sie auch froh über Ziegelsteine, Beton, Dachziegeln ... Unsere Vorfahren brauchten keine Kraftwerke, keine Windräder, keine PV-Anlagen, die die Landschaften verändern. Und genauso werden unsere Nachfahren den Kohnstein in 200 Jahren so akzeptieren, wie er dann ist.
RWE
29.01.2026, 09:29 Uhr
Ballo hatte gefragt wo renaturierte Tagebaue sind
und ich gab die Antwort. Was sie meinen sind eher Steinrüche. Natürlich komme ich von hier.
Wissen sie wieviel ehemalige Steinbrüche/Abbruchkanten es hier gibt und kein Hahn kräht danach? Steigerthal (Schellenberg), Solberg (Auerberg), am alten Steinbruch am Possen führt sogar ein Walderlebnispfad vorbei, Neustadt-Osterode, und, und, und... Wenn keine Infotafel vorhanden ist, laufen Leute einfach vorbei. Bei Appenrode gibt es ein renaturiertes Gipsabbaugebiet, am Rüsselsee. Was sagen sie dazu? Gibt es in der Heimkehle nicht streng geschützte Fledermäuse? Müssen sich Ökologie und Ökonomie eigentlich immer gegenüberstehen oder sind nicht doch Kompromisse möglich?
Ihre Klientel wirft doch den Befürwortern der Kernfusion doch gerne vor, dass diese Technologie Zukunftsmusik ist. Das ist sicher etwas dran. Stattdessen wird Atomenergie und bis kurzem verteufeuftes Frackinggas importiert...
Genauso ist es hier. Bis Gips praktikabel, wirtschaftlich und im großem Umfang wiederverwendet werden kann wird viel Zeit vergehen. Viel Spaß beim Entfernen von Tapetenresten, Grundierungen, Spachtelmasse, Schrauben, Dübeln und Altanstrichen von der alten Gipskartonplatte... Bis dahin wird Gips benötigt. Um bei der Gipskartonplatte zu bleiben: Sie wird so oder so im Baustoffhandel landen. Wir haben die Wahl, ob wir die Rohstoffe dafür unter Wahrung ökölogischer Vorgaben vor Ort fördern und etwas Wertschöpfung im Land behalten und Menschen ein einträglichen Arbeiten ermöglichen. Oder wir lassen die Rohstoffe irgendwo unter fragwürdigen sozialen und ökologischen Umständen fördern und verlieren wirtschaftskraft und sonnen uns dafür aber in scheinheiliger Selbstgerechtigkeit.
Harzer Käse
29.01.2026, 10:18 Uhr
In 200 Jahren?
In 200 wird es niemanden mehr geben, der das Kohnstein-Wrack dann ganz normal findet. Das Tempo und die Intensität der Naturzerstörung haben sich seit der Entdeckung des Feuers stets beschleunigt und beschleunigen sich weiter exorbitant. Die schiere Anzahl der Menschen auf der Erde und die Nutzung hocheffektiver Abbautechnologien sind schwindelerregend. Wenn wir nicht endlich mal die Reißleine ziehen, wird die Menschheit das Jahr 2100 nicht mehr erleben. Ich bitte Sie, das zu bedenken, im Interesse Ihrer (und aller) Kinder und Enkel.
Die Firma Knauf will im Südharz an ein mehrfach geschütztes Gebiet, um dort abzubauen - und das ist die rote Linie. Naturschutz ist Schutz unserer Lebensgrundlagen und darf nicht noch weiter eingeschränkt werden.
Helli_K
29.01.2026, 10:31 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrags
RWE
29.01.2026, 11:34 Uhr
E20 99 Prozent Zustimmung
Die Mehrzahl der jetzt lebenden Menschen kennt ja den Urzustand des Kohnsteins beispielsweise gar nicht mehr.
Nur dass die Menschen früher die Landschaft nicht verändert haben stimmt so nicht. Die wichtigste Rohstoff war Holz. Ja, Schottland und Irland sind stolz auf ihre grünen Hänge, waren aber früher bewaldet. Auch der Mittelmeerraum war mehr bewaldet, bis in die Antike hinein. Eine gewisse Nachhaltigkeit ist daher schon wichtig. Wer Bäume fällt soll wieder aufforsten oder eben andere Schäden wieder beheben. Je nach Gewerk. Und natürlich brauchen wir Recycling.
Es braucht einen starken, aber pragmatischen Naturschutz und keine grünen Weltuntergangssekten.
Ja, lieber Harzer Käse, wir alle (hier!) werden das Jahr 2100 nicht mehr erleben. Aus Altergründen. Die Menschheit wird es natürlich noch geben, und was hier im Südharz passiert hat global gesehen null Auswirkungen.
Die Debatten werden noch heftiger werden, wenn sich der Abbau seltener Erden in Deutschland lohnt. PV-Anlagen mit smarter Technik und E-Autos ja-die Rohstoffe aber bitte nur aus zertifizierter Kinderarbeit in Afrika. Sorry für den Zynismus.
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