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Do, 10:40 Uhr
22.01.2026
Geschäft am Kornmarkt schließt nach 35 Jahren

»Kais« machen Schluss

Nach 35 Jahren schließt Familie Kais ihr gleichnamiges Geschäft am Kornmarkt in Nordhausen. Noch bis zum 31. März läuft der Ausverkauf, dann ist für den kleinen, besonderen Laden im Herzen der Stadt endgültig Schluss…

Ein großes Plakat an der Schiebetür erinnert an das baldige Ende von "Kais".  (Foto: ssc) Ein großes Plakat an der Schiebetür erinnert an das baldige Ende von "Kais". (Foto: ssc)
Dekoartikel, Kerzen, Lampen, Spielzeug, Taschen oder Schulranzen – bei Kais gibt es nichts von der Stange. „Wir haben da schon unseren Anspruch“, beschreibt Suzann Kais das Ladenkonzept. Genau das schätzten die Kunden über Jahrzehnte hinweg.

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Suzann und Viktor Kais haben die Entscheidung, das Geschäft zu schließen, „wohl überlegt“ - auch das Alter passe. „Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wäre es anders, hätten wir wohl etwas falsch gemacht in all den Jahren“, sagt Suzann Kais. Seit sie ihre Entscheidung öffentlich gemacht haben, erfahren sie viel Zuspruch. Die vielen positiven Rückmeldungen seien „Balsam für die Seele“. Zahlreiche Stammkunden kommen noch einmal vorbei und suchen das Gespräch. „Wir erfahren noch einmal sehr viel Wertschätzung. Die letzten Tage waren richtig, richtig schön“, berichtet Suzann Kais.

Seit 1997 waren Kais am Kornmarkt 3 zu Hause. Zuvor führten sie ihr Geschäft von 1991 bis 1997 in der Bahnhofstraße in den Räumen der heutigen Commerzbank. Mit dem Umzug an den Kornmarkt fanden sie ihre Nische: ein bewusst nicht uniformes Angebot, das sich deutlich von Massenware abhob.

Der Einzelhandel war nie einfach, die Coronazeit besonders hart. Kais konnten auf viele treue Kunden zählen, doch die Konkurrenz aus dem Internet, weniger Laufkundschaft und eine sich wandelnde Innenstadt haben es in den vergangenen Jahren nicht einfacher gemacht. Ab und zu verirrten sich auch Touristen in den Laden, doch insgesamt habe sich die Handelslandschaft in Nordhausen stark verändert. Heute prägen große Ketten das Bild, kleine Einzelhändler werden immer seltener. Dass nun auch der kleine Laden am Kornmarkt bald Geschichte ist, bedauern viele in der Stadt.

Über eine Nachfolge haben Kais nachgedacht, letztlich aber Abstand genommen. Die Kinder leben weit entfernt und kommen für eine Ladenübernahme nicht zurück nach Nordhausen. Umso mehr freut sich Suzann Kais, dass sie die Marke „Maileg“ an das Geschäft „Luna“ in der Kranichstraße weitergeben kann. „Dafür sind die Leute sogar aus Sangerhausen oder Sondershausen zu uns gekommen“, erzählt sie.
Susanne Schedwill
Autor: ssc

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Kommentare
hannes07
22.01.2026, 12:21 Uhr
Sehr bedauerlich
Ich verstehe die Entscheidung, finde es aber sehr bedauerlich.
Es ist in Nordhausen, ein besonderer Laden (gewesen).
Bega
22.01.2026, 21:41 Uhr
Traurig
Leider sieht es in Nordhausen bald genauso aus wie in Sondershausen. Es besteht ja auch von Seiten der Stadt keinerlei Interesse, irgendwas an der Situation zu ändern.
Ja, einerseits ist auch das Internet Schuld, andererseits eine unmögliche Parkplatzsituation ( vor allem Parkplatz der Sparkasse). Wer will schon in ein Geschäft gehen, wenn er viel Geld für das Parken bezahlen muss…
Di72
23.01.2026, 07:36 Uhr
Traurig!
Bald gibt es in Nordhausen keine kleinen Einzelhändler mehr.
Warum? Weil in Nordhausen immer alles von der Parksituation abhängig gemacht wird! Scheinbar kann niemand mehr zu Fuß irgendwohin gehen! Es muss immer ein Parkplatz in der Nähe sein, sonst geht der Nordhäuser dort nicht einkaufen.
Traurig!
Strandläufer
23.01.2026, 09:30 Uhr
Bedauernswert
Aber wohl leider das Beste für Familie Kais.
Es war ein besonderer Laden.
Schade.
Was die Parksituation anbelangt, es gibt viele ältere Menschen, die nicht im Internet bestellen, aber vielleicht auch nicht gut zu Fuß in die Stadt/zu den Läden kommen.
Vielleicht gibt es ja Lösungen. Im Moment ist es alles zugefroren...Hals und Beinbruch, sowie steife Küstengrüße.
Lautaro
31.01.2026, 12:00 Uhr
Ach Victor !
Alles gute für Dich und Deine Lieben !
1982 hat ein langhaariger Bursche(Victor) im U Fleků in der Prager Innenstadt Zeitungen lautstark mit dem Ruf.....vecerni praha ! verkauft.. Ein deutscher Tourist sagte ihm, dass er das ohnehin nicht lesen könne. Victor fragte ihn, ob er ihm etwas vorlesen solle.
Herrlich ! Danke Victor für diese Jahre !
Wanderwölfin
31.01.2026, 13:11 Uhr
Kais
Vielen Dank,habe bei Ihnen schöne Sachen kaufen dürfen.Alles Gute für Ihren Ruhestand, und bleiben Sie Gesund.
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