Sa, 05:30 Uhr
03.02.2007
Magnus in Nordhausen
Nordhausen (nnz). Für die kleine Belegschaft der Südharzdruckerei war es ein denkwürdiger Tag. Feierlich weihte sie ein technisches Meisterwerk ein. Es kam aus Belgien und nennt sich Magnus 400. Die nnz war für Sie am Ort des Geschehens.
Eine Maschine mit Infrarot-Druckplattenbelichter. Die Druckplatte hatte eine weitaus größere Reise hinter sich. Über den großen Teich fand sie ihren Weg aus den USA in das Nordhäuser Unternehmen. Kodak Thermaldirect, so ihre Bezeichnung, und Magnus 400 ergeben zusammen einen völlig chemiefreien Herstellungsprozess von Offsetdruckplatten.
Junior-Chef Steffen Romer (Bild) ist begeistert. Gegenüber dem herkömmlichen Verfahren entfallen mehrere Arbeitsgänge: Filmbelichtung,-entwicklung und -montage; Kopie, Entwicklung und Konservierung von Druckplatten. Über den Einkauf und die Entsorgung von Filmentwickler und -fixierer macht sich der 38-Jährige jetzt keine Gedanken mehr. 100 000 Euro investierte er mit Vater Klaus in das umweltschonende Verfahren. Seit 1968 leitet Klaus Romer die Druckerei in der Grimmelallee. Heute als Familienbetrieb mit Sohn Steffen. "Die private Wirtschaft ist unser Hauptgeschäftsfeld", klärt der Senior auf. "Und die Zeitungsgruppe Thüringen der größte Auftraggeber", freut er sich. Gefertigt werden Werbe- und Geschäftsdrucke aller Art. Unter anderem für die Kreissparkasse. Der Sportverein LV Altstadt lässt hier sein "Sportecho" drucken. Vorsitzender Dieter Jürgens war bislang schon des Lobes voll. Auch der Fußball-Sportverein Wacker 90, der in der Firma seine Spielzeit-Programmhefte fertigen lässt. Noch glanzvoller bekommen sie künftig ihre Erzeugnisse in die Hände.
Klaus Romer erlebte alle Höhen und Tiefen der Druckerei. Er erinnert sich. An die Weltpremiere 1966. Als erste Tageszeitung führte Das Volk den Offsetdruck ein. Dieses hochmoderne Verfahren übernahm Romer 1982 in Nordhausen. Es war Thema seiner Ingenieursarbeit. Fortan, erzählt der heute 69-Jährige, hatten Blei und Setzkasten nur noch Museumswert. Nach der Wende erwarben am 1. April 1991 Siegfried Jungfer aus Herzberg, Herausgeber des Harzkurier, und Klaus Romer von der Treuhand die Druckerei und privatisierten sie. Junkers erklärtes Ziel war es, sein Produkt dauerhaft im Südharz zu etablieren und es zur Nr.1 zu krönen. Im damaligen städtischen Bürgermeister Manfred Schröter hatte er einen eifrigen Fürsprecher. Das Ergebnis ist bekannt.
Die Druckerei hingegen erhielt wieder ihren alten Namen, nachdem sie zu DDR-Zeiten Fortschritt hieß. Acht Jahre später kaufte Sohn Steffen die Geschäftsanteile vom Teilhaber Jungfer zurück. Und lobt noch heute die Kreissparkasse, die ihm hilfreich unter die Arme griff. Seitdem ist die Südharzdruckerei im Familienbesitz der Romers.
Die 10-köpfige Belegschaft bleibt konstant. Ausgebildet wird nach Bedarf. Azubi Markus Gerlach hat gute Chancen auf einen festen Arbeitsplatz. Magnus 400 war nur eine der Investitionen, in die Familie Romer investierte. An die zwei Millionen Euro steckte sie bislang in Neuanschaffungen. Die Stammkunden zahlen alle pünktlich, freuen sich Vater und Sohn. Die machen 90 Prozent der Kundschaft aus. Um die Zukunft des kleinen Unternehmens ist es gut bestellt.
Kurt Frank
Autor: nnzEine Maschine mit Infrarot-Druckplattenbelichter. Die Druckplatte hatte eine weitaus größere Reise hinter sich. Über den großen Teich fand sie ihren Weg aus den USA in das Nordhäuser Unternehmen. Kodak Thermaldirect, so ihre Bezeichnung, und Magnus 400 ergeben zusammen einen völlig chemiefreien Herstellungsprozess von Offsetdruckplatten.
Junior-Chef Steffen Romer (Bild) ist begeistert. Gegenüber dem herkömmlichen Verfahren entfallen mehrere Arbeitsgänge: Filmbelichtung,-entwicklung und -montage; Kopie, Entwicklung und Konservierung von Druckplatten. Über den Einkauf und die Entsorgung von Filmentwickler und -fixierer macht sich der 38-Jährige jetzt keine Gedanken mehr. 100 000 Euro investierte er mit Vater Klaus in das umweltschonende Verfahren. Seit 1968 leitet Klaus Romer die Druckerei in der Grimmelallee. Heute als Familienbetrieb mit Sohn Steffen. "Die private Wirtschaft ist unser Hauptgeschäftsfeld", klärt der Senior auf. "Und die Zeitungsgruppe Thüringen der größte Auftraggeber", freut er sich. Gefertigt werden Werbe- und Geschäftsdrucke aller Art. Unter anderem für die Kreissparkasse. Der Sportverein LV Altstadt lässt hier sein "Sportecho" drucken. Vorsitzender Dieter Jürgens war bislang schon des Lobes voll. Auch der Fußball-Sportverein Wacker 90, der in der Firma seine Spielzeit-Programmhefte fertigen lässt. Noch glanzvoller bekommen sie künftig ihre Erzeugnisse in die Hände.
Klaus Romer erlebte alle Höhen und Tiefen der Druckerei. Er erinnert sich. An die Weltpremiere 1966. Als erste Tageszeitung führte Das Volk den Offsetdruck ein. Dieses hochmoderne Verfahren übernahm Romer 1982 in Nordhausen. Es war Thema seiner Ingenieursarbeit. Fortan, erzählt der heute 69-Jährige, hatten Blei und Setzkasten nur noch Museumswert. Nach der Wende erwarben am 1. April 1991 Siegfried Jungfer aus Herzberg, Herausgeber des Harzkurier, und Klaus Romer von der Treuhand die Druckerei und privatisierten sie. Junkers erklärtes Ziel war es, sein Produkt dauerhaft im Südharz zu etablieren und es zur Nr.1 zu krönen. Im damaligen städtischen Bürgermeister Manfred Schröter hatte er einen eifrigen Fürsprecher. Das Ergebnis ist bekannt.
Die Druckerei hingegen erhielt wieder ihren alten Namen, nachdem sie zu DDR-Zeiten Fortschritt hieß. Acht Jahre später kaufte Sohn Steffen die Geschäftsanteile vom Teilhaber Jungfer zurück. Und lobt noch heute die Kreissparkasse, die ihm hilfreich unter die Arme griff. Seitdem ist die Südharzdruckerei im Familienbesitz der Romers.
Die 10-köpfige Belegschaft bleibt konstant. Ausgebildet wird nach Bedarf. Azubi Markus Gerlach hat gute Chancen auf einen festen Arbeitsplatz. Magnus 400 war nur eine der Investitionen, in die Familie Romer investierte. An die zwei Millionen Euro steckte sie bislang in Neuanschaffungen. Die Stammkunden zahlen alle pünktlich, freuen sich Vater und Sohn. Die machen 90 Prozent der Kundschaft aus. Um die Zukunft des kleinen Unternehmens ist es gut bestellt.
Kurt Frank


