Fr, 07:12 Uhr
25.01.2002
nnz-Rückspiegel: 25. Januar 2001
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden. Heute:
Acht Millionen, Schindhelm und Kritik
Mehr als acht Millionen Mark für Schulen geplant
In diesem Jahr sind an den Schulen, die sich in der Trägerschaft des Landkreises befinden, Investitionen in Höhe von 8,3 Millionen Mark geplant. Wann dieses Geld allerdings verbaut werden kann, das steht in den kommunalpolitischen Sternen des Kreistages. Der nur kann die Investitionen im Rahmen eines Haushaltes der Kreisverwaltung beschließen. Bislang gibt es selbst für eine eventuell beschlußfähige Vorlage keine Anzeichen. An einer solchen Vorlage werde zwar zur Zeit im Landratsamt mit Hochdruck gearbeitet, ein erstes Ergebnis dieser Anstrengungen kann dem Kreistag erst im Februar zu seiner nächsten Sitzung vorgelegt werden. Zur ersten Lesung wohlgemerkt. Dann müssen sich die Fraktionen mit dem Zahlenmaterial beschäftigen und es geht noch mehr Zeit ins Land. Ob der Haushalt dann auch vom Landesverwaltungsamt Weimar genehmigt wird, das kommt erschwerend hinzu. Die Erfahrungen der zurückliegenden Jahre lassen jetzt schon schlimmes erahnen. Ausführlich im nnz-Archiv
Absage für Schindhelms Lesung in Nordhausen
Nordhausen, Gera, Basel - das waren die bisherigen künstlerischen Stationen eines Michael Schindhelm. Nun will er zurückkehren an den Ort, an dem seine Theaterkarriere begann: An das Nordhäuser Theater. Im Gepäck wollte er sein Buch Roberts Reise mitnehmen und aus diesem lesen. Geplant war Schindhelms Lesung für den 4. Februar. Nach nnz-Informationen soll dieser Termin abgesagt werden. Im Aufsichtsrat habe man sich darauf verständigt. Vor allem Tilo Große hielt Schindhelms Lesungsauftritt für unangebracht. Hintergrund dieser ablehnenden Haltung ist Schindhelms Stasi-Vergangenheit. Fakt ist, Michael Schindhelm wurde bei der Stasi als IM Manfred Weith geführt. Fakt ist aber auch, daß er während dieser Zeit keine für die Stasi relevanten Äußerungen von sich gab. Zu diesem Schluß kam in dieser Woche Die Welt. Der Untertitel des Artikels lautet denn auch: Die Gauck-Akten liegen auf dem Tisch. Theaterdirektor Michael Schindhelm ist kein Denunziant. Wer mehr dazu lesen will, der kann sich im Archiv Der Welt dazu genauer informieren. Ausführlich im nnz-Archiv
Positiver Trend bei Gewerbeanmeldungen
Im vergangenen Jahr sind in Nordhausen 435 Gewerbeanmeldungen registriert worden. Denen stehen 395 Abmeldungen gegenüber. Dieser positive Trend hält nun schon seit 1997 an. Er wird von der Stadtverwaltung als Indikator für ein positives Umfeld für Unternehmungen gewertet. Vor allem im Dienstleistungsbereich wird dieser Trend mit 142 Anmeldungen gegenüber 98 Abmeldungen untermauert. Im Handwerksbereich gab es 53 Anmeldungen, dem gegenüber standen 47 Abmeldungen, auf dem Sektor der Industrie waren acht Anmeldungen zu verzeichnen. Dem positiven Trend gegenüber steht die Bilanz der Bereiche Handel, Gaststätten, Fuhrbetriebe sowie das Makler-, Spielhallen- und Bewachungsgewerbe. Von kleineren Schwankungen innerhalb der verschiedenen Branchen abgesehen, bestätigt die Statistik jedoch: Nordhausen bleibt für die Gewerbeansiedlung interessant, so das Fazit der Stadtverwaltung.
Kritik: Kein Ausländerbeauftragter im Landkreis
Der Landkreis Nordhausen gehört zu den wenigen Thüringer Landkreisen, in denen die Stelle eines Ausländerbeauftragten gegenwärtig nicht besetzt sei. Das ist ein Fazit einer Diskussionsrunde im Nordhäuser Vereinshaus am Dienstagabend. Zu dieser Podiumsdiskussion über die Integration von ausländischen Mitbürgern hatten der DGB und der Verein Gegen das Vergessen - Für Demokratie eingeladen. Die Flut von Informationen und Gesetzestexten sowie eine breite Öffentlichkeitsarbeit an Schulen und Jugendeinrichtungen verlange förmlich nach der Etablierung einer solchen Stelle. Die Ausländerbeauftrage des Landkreises Eichsfeld, Felicitas El-Dick, verdeutlichte, daß Integration von Ausländern keine Einbahnstraße sei. Nicht nur die Ausländer müssen integrationswillig sein, die deutsche Sprache lernen oder mit dem Grundgesetz vertraut sein, auch die Mehrheitsgesellschaft müsse bereit ein, die Ausländer aufzunehmen. Von mehreren ausländischen Bürgern, die bei dieser Veranstaltung anwesend waren, wurde der Umgangston der Behörden ihnen gegenüber kritisiert. Unverständlich ist es für viele Studenten des Staatlichen Thüringer Studienkollegs in Nordhausen, daß sich hier notwendige Anmeldeformalitäten über Wochen hinziehen, wo hingegen die in Aachen mit einem einmaligen Antrag innerhalb von fünf Minuten geregelt werde. Dies war an diesem Abend nicht die einzige Kritik an der Nordhäuser Ausländerbehörde.
Autor: nnzAcht Millionen, Schindhelm und Kritik
Mehr als acht Millionen Mark für Schulen geplant
In diesem Jahr sind an den Schulen, die sich in der Trägerschaft des Landkreises befinden, Investitionen in Höhe von 8,3 Millionen Mark geplant. Wann dieses Geld allerdings verbaut werden kann, das steht in den kommunalpolitischen Sternen des Kreistages. Der nur kann die Investitionen im Rahmen eines Haushaltes der Kreisverwaltung beschließen. Bislang gibt es selbst für eine eventuell beschlußfähige Vorlage keine Anzeichen. An einer solchen Vorlage werde zwar zur Zeit im Landratsamt mit Hochdruck gearbeitet, ein erstes Ergebnis dieser Anstrengungen kann dem Kreistag erst im Februar zu seiner nächsten Sitzung vorgelegt werden. Zur ersten Lesung wohlgemerkt. Dann müssen sich die Fraktionen mit dem Zahlenmaterial beschäftigen und es geht noch mehr Zeit ins Land. Ob der Haushalt dann auch vom Landesverwaltungsamt Weimar genehmigt wird, das kommt erschwerend hinzu. Die Erfahrungen der zurückliegenden Jahre lassen jetzt schon schlimmes erahnen. Ausführlich im nnz-Archiv
Absage für Schindhelms Lesung in Nordhausen
Nordhausen, Gera, Basel - das waren die bisherigen künstlerischen Stationen eines Michael Schindhelm. Nun will er zurückkehren an den Ort, an dem seine Theaterkarriere begann: An das Nordhäuser Theater. Im Gepäck wollte er sein Buch Roberts Reise mitnehmen und aus diesem lesen. Geplant war Schindhelms Lesung für den 4. Februar. Nach nnz-Informationen soll dieser Termin abgesagt werden. Im Aufsichtsrat habe man sich darauf verständigt. Vor allem Tilo Große hielt Schindhelms Lesungsauftritt für unangebracht. Hintergrund dieser ablehnenden Haltung ist Schindhelms Stasi-Vergangenheit. Fakt ist, Michael Schindhelm wurde bei der Stasi als IM Manfred Weith geführt. Fakt ist aber auch, daß er während dieser Zeit keine für die Stasi relevanten Äußerungen von sich gab. Zu diesem Schluß kam in dieser Woche Die Welt. Der Untertitel des Artikels lautet denn auch: Die Gauck-Akten liegen auf dem Tisch. Theaterdirektor Michael Schindhelm ist kein Denunziant. Wer mehr dazu lesen will, der kann sich im Archiv Der Welt dazu genauer informieren. Ausführlich im nnz-Archiv
Positiver Trend bei Gewerbeanmeldungen
Im vergangenen Jahr sind in Nordhausen 435 Gewerbeanmeldungen registriert worden. Denen stehen 395 Abmeldungen gegenüber. Dieser positive Trend hält nun schon seit 1997 an. Er wird von der Stadtverwaltung als Indikator für ein positives Umfeld für Unternehmungen gewertet. Vor allem im Dienstleistungsbereich wird dieser Trend mit 142 Anmeldungen gegenüber 98 Abmeldungen untermauert. Im Handwerksbereich gab es 53 Anmeldungen, dem gegenüber standen 47 Abmeldungen, auf dem Sektor der Industrie waren acht Anmeldungen zu verzeichnen. Dem positiven Trend gegenüber steht die Bilanz der Bereiche Handel, Gaststätten, Fuhrbetriebe sowie das Makler-, Spielhallen- und Bewachungsgewerbe. Von kleineren Schwankungen innerhalb der verschiedenen Branchen abgesehen, bestätigt die Statistik jedoch: Nordhausen bleibt für die Gewerbeansiedlung interessant, so das Fazit der Stadtverwaltung.
Kritik: Kein Ausländerbeauftragter im Landkreis
Der Landkreis Nordhausen gehört zu den wenigen Thüringer Landkreisen, in denen die Stelle eines Ausländerbeauftragten gegenwärtig nicht besetzt sei. Das ist ein Fazit einer Diskussionsrunde im Nordhäuser Vereinshaus am Dienstagabend. Zu dieser Podiumsdiskussion über die Integration von ausländischen Mitbürgern hatten der DGB und der Verein Gegen das Vergessen - Für Demokratie eingeladen. Die Flut von Informationen und Gesetzestexten sowie eine breite Öffentlichkeitsarbeit an Schulen und Jugendeinrichtungen verlange förmlich nach der Etablierung einer solchen Stelle. Die Ausländerbeauftrage des Landkreises Eichsfeld, Felicitas El-Dick, verdeutlichte, daß Integration von Ausländern keine Einbahnstraße sei. Nicht nur die Ausländer müssen integrationswillig sein, die deutsche Sprache lernen oder mit dem Grundgesetz vertraut sein, auch die Mehrheitsgesellschaft müsse bereit ein, die Ausländer aufzunehmen. Von mehreren ausländischen Bürgern, die bei dieser Veranstaltung anwesend waren, wurde der Umgangston der Behörden ihnen gegenüber kritisiert. Unverständlich ist es für viele Studenten des Staatlichen Thüringer Studienkollegs in Nordhausen, daß sich hier notwendige Anmeldeformalitäten über Wochen hinziehen, wo hingegen die in Aachen mit einem einmaligen Antrag innerhalb von fünf Minuten geregelt werde. Dies war an diesem Abend nicht die einzige Kritik an der Nordhäuser Ausländerbehörde.

