Do, 17:01 Uhr
11.12.2025
Wolfgang Müller gibt auf
Unrühmlichen Ende einer unendlichen Geschichte
Anfang 2019 kam Wolfgang Müller auf eine Idee: die Nordhäuser Gründerfiguren Heinrich, Mathilde und Otto sollten wieder in der Öffentlichkeit zu sehen sein. Die Idee an sich fand Zustimmung, nicht aber der gewünschte Ort der Aufstellung. Müller hat versucht, viele Hebel in Bewegung zu setzen, vergebens…
Im März 2019 fasste der patriotische Nordhäuser und Stadtrat der ersten Stunde nach der Wende den Entschluss seiner Heimatstadt ein besonderes Geschenk zu machen. Da die Stadtgründer nirgends öffentlich zu sehen waren, sollten sie am Neuen Rathaus auf den drei dort befindlichen Konsolen ihren Platz finden.
So hatte sich Wolfgang Müller das Trio der Nordhäuser Gründerfiguren am Neuen Rathaus vorgestellt (Foto: Wolfgang Müller)
Die herausragenden Persönlichkeiten König Heinrich l., Königin Mathilde und deren beider Sohn Kaiser Otto l. sollten 1.50 Meter groß und farbig (alle Figuren um den Marktplatz sind farbig) repräsentativ auf ihre Untertanen herabblicken.
Die Resonanz auf erste Umfragen in meinem Umfeld reichte vielfach von totalet Begeisterung bis zu Tolerierung. Mit diesen ersten Erfahrungen im Rücken glaubte ich offene Türen einzurennen, zumal ich das Geld dafür durch Spenden einwerben wollte. Schwer gefehlt. Das Neue Rathaus ist ein Nazigebäude. Deshalb können wir sie dort nicht anbringen. Auf diese unhaltbare Argumentation sprangen viele Entscheidungsträger, auch der Denkmalbeirat, auf. Mein provokant - sarkastisch vorgetragenes Gegenargument den Reichstag abreißen zu lassen verhallte ohne Resonanz.
Bei einer Intervention bei der damaligen Kulturausschußvorsitzenden wurde mir, ohne zwingenden Grund, ein Bürgerantag vorgeschlagen. Das bedeutet unter strengen Vorraussetzungen in kurzer Zeit 300 Unterschriften zu sammeln. Als ehemaliger Stadtrat kannte ich durchaus unkompliziertere Möglichkeiten zum Ziel zu kommen. Den ganzen Sommer 2022 verbrachte ich damit von prominenten Nordhäusern Unterstützungsunterschriften zu sammeln. Über den damaligen Kulturminister knüpfte ich eine Verbindung zum Thüringischen Landeskonservator. Nach persönlicher Vorsprache: "Warum geht in Nordhausen nicht was in Erfurt geht? war seine Argumentation verbunden mit einem Empfehlungsschreiben.
Nun dürfte ich mein Projekt im Kulturausschuss vortragen. Unumstrittener Beifall. In nicht-öffentlicher Sitzung abgeschmettert. Wieder Verweis auf den Bürgerantrag. Eine unkomplizierte Möglichkeit das Projekt in den Stadtrat und somit zur Abstimmung zu bringen, eröffnet sich wenn eine Fraktion dieses als Antrag einbringt.
Auch dieser Versuch gelang mir nicht. In der Folgezeit sprach ich mit vielen Entscheidungsträgern die mir auch jedesmal Hilfe versprachen. Doch es blieb immer nur bei den Lippenbekenntnissen. Ich brauchte nur von der Stadtverwaltung das Go. Aus verlässlicher Quelle wurde mir gesagt daß es für dieses, mein letztes Projekt, keine Mehrheit im Stadtrat gibt. Neuestes Argument: "Wo sollen wir die Scheinwerfer anbringen um die Fassade anzuleuchten? Mittlerweile bin ich 81 Jahre alt und komme nicht weiter. Ich hätte einen ausgezeichneten Bildhauer gehabt der die Figuren gestaltet hätte. Es hätte ein absoluter Höhepunkt zur 1100-Jahrfeier Nordhausens werden können. Hätte, hätte, hätte.
Wolfgang Müller
Autor: redIm März 2019 fasste der patriotische Nordhäuser und Stadtrat der ersten Stunde nach der Wende den Entschluss seiner Heimatstadt ein besonderes Geschenk zu machen. Da die Stadtgründer nirgends öffentlich zu sehen waren, sollten sie am Neuen Rathaus auf den drei dort befindlichen Konsolen ihren Platz finden.
So hatte sich Wolfgang Müller das Trio der Nordhäuser Gründerfiguren am Neuen Rathaus vorgestellt (Foto: Wolfgang Müller)
Die herausragenden Persönlichkeiten König Heinrich l., Königin Mathilde und deren beider Sohn Kaiser Otto l. sollten 1.50 Meter groß und farbig (alle Figuren um den Marktplatz sind farbig) repräsentativ auf ihre Untertanen herabblicken.
Die Resonanz auf erste Umfragen in meinem Umfeld reichte vielfach von totalet Begeisterung bis zu Tolerierung. Mit diesen ersten Erfahrungen im Rücken glaubte ich offene Türen einzurennen, zumal ich das Geld dafür durch Spenden einwerben wollte. Schwer gefehlt. Das Neue Rathaus ist ein Nazigebäude. Deshalb können wir sie dort nicht anbringen. Auf diese unhaltbare Argumentation sprangen viele Entscheidungsträger, auch der Denkmalbeirat, auf. Mein provokant - sarkastisch vorgetragenes Gegenargument den Reichstag abreißen zu lassen verhallte ohne Resonanz.
Bei einer Intervention bei der damaligen Kulturausschußvorsitzenden wurde mir, ohne zwingenden Grund, ein Bürgerantag vorgeschlagen. Das bedeutet unter strengen Vorraussetzungen in kurzer Zeit 300 Unterschriften zu sammeln. Als ehemaliger Stadtrat kannte ich durchaus unkompliziertere Möglichkeiten zum Ziel zu kommen. Den ganzen Sommer 2022 verbrachte ich damit von prominenten Nordhäusern Unterstützungsunterschriften zu sammeln. Über den damaligen Kulturminister knüpfte ich eine Verbindung zum Thüringischen Landeskonservator. Nach persönlicher Vorsprache: "Warum geht in Nordhausen nicht was in Erfurt geht? war seine Argumentation verbunden mit einem Empfehlungsschreiben.
Nun dürfte ich mein Projekt im Kulturausschuss vortragen. Unumstrittener Beifall. In nicht-öffentlicher Sitzung abgeschmettert. Wieder Verweis auf den Bürgerantrag. Eine unkomplizierte Möglichkeit das Projekt in den Stadtrat und somit zur Abstimmung zu bringen, eröffnet sich wenn eine Fraktion dieses als Antrag einbringt.
Auch dieser Versuch gelang mir nicht. In der Folgezeit sprach ich mit vielen Entscheidungsträgern die mir auch jedesmal Hilfe versprachen. Doch es blieb immer nur bei den Lippenbekenntnissen. Ich brauchte nur von der Stadtverwaltung das Go. Aus verlässlicher Quelle wurde mir gesagt daß es für dieses, mein letztes Projekt, keine Mehrheit im Stadtrat gibt. Neuestes Argument: "Wo sollen wir die Scheinwerfer anbringen um die Fassade anzuleuchten? Mittlerweile bin ich 81 Jahre alt und komme nicht weiter. Ich hätte einen ausgezeichneten Bildhauer gehabt der die Figuren gestaltet hätte. Es hätte ein absoluter Höhepunkt zur 1100-Jahrfeier Nordhausens werden können. Hätte, hätte, hätte.
Wolfgang Müller

