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Mi, 10:54 Uhr
10.12.2025
Städteranking 2025

Im Westen hoher Sanierungsbedarf

Eine aktuelle Auswertung von IW Consult und ImmoScout24 im Rahmen des Städterankings 2025 zeigt erhebliche regionale Unterschiede beim Sanierungsbedarf von Wohnimmobilien in den 71 untersuchten deutschen Großstädten...

Grafik (Foto: Immo Scout 24) Grafik (Foto: Immo Scout 24)
40 Prozent der Wohngebäude in Deutschland haben Energieeffizienzklasse E oder schlechter und gelten somit als sanierungsbedürftig. In vielen Großstädten Deutschlands fällt der Anteil noch höher aus. Das zeigt eine aktuelle Auswertung von IW Consult und ImmoScout24 aller Wohnimmobilien in 71 kreisfreien Großstädten Deutschlands, die in diesem Jahr bei ImmoScout24 inseriert wurden.

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„Der energetische Zustand beeinflusst den Immobilienwert erheblich. Sanierungsbedürftige Wohnungen sind deutlich günstiger als energieeffiziente Objekte – und ziehen deshalb besonders junge Familien an”, sagt ImmoScout24 Geschäftsführerin Dr. Gesa Crockford. „Westdeutsche Städte haben den höchsten Sanierungsbedarf, während ostdeutsche Städte von Nachwendeinvestitionen profitieren, die sich heute bei Klimabilanz und Wertentwicklung auszahlen."

Bremerhaven, Salzgitter und Krefeld: Jede zweite Immobilie renovierungsbedürftig
Viele Städte mit hohem Sanierungsbedarf liegen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. An der Spitze des Sanierungsbedarfs steht Bremerhaven mit 61,5 Prozent aller Immobilienangebote in den Energieeffizienzklassen E und schlechter. Knapp dahinter folgen Salzgitter mit 60,4 Prozent und Krefeld mit 59,7 Prozent.

Weitere Städte mit hohem Sanierungsbedarf sind Mönchengladbach (59,2 Prozent), Solingen (56,1 Prozent), Bremen (54,7 Prozent), Lübeck (54,4 Prozent), Gelsenkirchen (53,8 Prozent), Hamm (53,8 Prozent) und Herne (53,3 Prozent). Auffällig ist die geografische Konzentration.

Chemnitz, Rostock und Potsdam: Vorsprung durch Nachwendesanierung
Das Gegenbild zeigen ostdeutsche Städte: In Chemnitz und Rostock gelten nicht mal ein Zehntel der Wohnhäuser als sanierungsbedürftig (9,1 Prozent bzw. 9,5 Prozent). Auch Potsdam mit 14,3 Prozent, Leipzig (15,5 Prozent) und Dresden (17,2 Prozent) weisen deutlich niedrigere Sanierungsquoten auf als der Bundesdurchschnitt. Insgesamt liegen neun der zehn Großstädte mit dem höchsten Energiestandard in Ostdeutschland. Nach der Wiedervereinigung wurde in den ostdeutschen Städten massiv in die Sanierung des Wohnungsbestands investiert.

Sanierungsbedürfitge Immobilien ziehen junge Familien an
Ein Blick auf die Zu- und Wegzüge in den 71 Städten zeigt: Dort, wo besonders viele sanierungsbedürftige Immobilien auf dem Markt sind, ziehen verstärkt Menschen zwischen 30 und 50 Jahren hin. Denn unsanierte Objekte sind oft deutlich günstiger als sanierte Objekte und bieten daher insbesondere jungen Familien eine gute Kaufchance, wenn sie bereit sind, in Eigenleistung zu sanieren. Nimmt der Anteil inserierter Wohnimmobilien mit Energieeffizienzklasse E und schlechter um 1 Prozentpunkt zu, steigt der Wanderungssaldo der 30- bis 50-Jährigen um 0,185.

Methodik
IW Consult und ImmoScout24 haben für die 71 kreisfreien Großstädte in Deutschland alle Miet- und Kaufangebote von Wohnimmobilien im Jahr 2025 (bis Q3) ausgewertet. Als renovierungsbedürftig gelten Immobilien mit Energieeffizienzklasse E oder schlechter laut Energieausweis. Die Daten zeigen das aktuelle Marktangebot, nicht den Gesamtbestand.
Autor: psg

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Kommentare
P.Burkhardt
10.12.2025, 21:51 Uhr
ich habe die Meldung heute...
...in der ernstzunehmenden Presse ebenfalls gelesen.... und wenn man kurz darüber nachdenkt, muss es eigentlich genau so sein:

In der Ex-DDR wurde viel Wohnraum neu gebaut oder (dank gewaltiger Förderungen) ernsthaft saniert... und zwar erst seit 1990....es wurden also die stetig steigenden Anforderungen (Wärmeschutz und Energieeffizienz) umgesetzt, was wegen der maroden DDR-Bausubstanz auch dringend erforderlich war. Hinzu kam, dass sich in den letzten 35 Jahren manch einer sein Träumchen vom Häuschen im Grünen erfüllt hat, welches dann natürlich auch nach den neuen Bauvorschriften errichtet wurde. Auf den Punkt: Ich behaupte, dass es im Osten mehr neue (also weniger als 30 Jahre alte) Bausubstanz gibt, als im Westen - ungeprüft und aus dem Bauch heraus. Im Westen war es doch eher so, dass in den 60ern und 70ern errichtete Häuser gerne weiter vererbt wurden und nicht jeder konnte sie auf den aktuellen Standard heben. Es gibt in den neuen Bundesländern einfach anteilig mehr Neubauten, die diese Statistik begründen.
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