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Fr, 06:59 Uhr
19.01.2007

„Kyrill“ in Thüringen

Nordhausen/Erfurt (nnz). Die Nacht ist vorbei, „Kyrill“ ist weitergezogen. Über erste Schäden, die der Orkan in Thüringen in der Nacht verursacht hatte, informiert die nnz.


Das vom Deutschen Wetterdienst vorhergesagte Orkantief „Kyrill“ und dessen Ausläufern mit Windstärken über 100 km/h und örtlichem Starkregen überquerten im Verlaufe des Donnerstags bis in die heutigen Morgenstunden weite Teile Thüringens.

Besonders auf den Autobahnen A4 und A71 kam es zu erheblichen Verkehrsstörungen und Behinderungen. So stürzten, durch den Wind beeinflusst, sechs LKW bzw. Anhänger um. Der Autobahnabschnitte der A4 zwischen Herleshausen und Eisenach/West (Werratalbrücke) und der A71 zwischen Gräfenroda und Ilmenau/West (Reichenbachtalbrücke) wurden aus Gründen der Gefahrenabwehr vorsorglich gesperrt. Die Führer von Fahrzeugen mit hohen Aufbauten wurden aufgefordert, sicherheitshalber die nächsten Parkplätze anzufahren.

Auf einer Vielzahl von Bundes-, Land- und anderen Straßen in allen Thüringer Landkreisen behinderten umgestürzte Bäume den Verkehr. Polizei, Feuerwehren, das THW und andere Einsatzkräfte waren ununterbrochen im Einsatz, um Gefahrenstellen abzusichern und Straßen frei zuräumen. Viele Fahrzeuge wurde durch herabfallende Dachziegel, Ästen und anderen Gegenständen beschädigt. An zahlreichen Gebäuden und Einrichtungen wurden Dächer und Fassaden zum Teil stark beschädigt.

In Apolda, Ortsteil Oberroßla, wurde gegen 22.00 Uhr die Front des Kühlhauses einer Firma komplett aufgerissen und das dahinter befindliche Hochregal einschließlich der eingelagerten Waren stark beschädigt. Teile des Daches sowie Fassadenteilen stürzten auf benachbarte Gebäude und auf die Straße. Der Sachschaden wird zwischen 500.000 Euro und einer Million Euro geschätzt. In einigen Ortschaften fiel durch zerrissene Freileitungen zeitweilig die Elektro- Energieversorgung aus oder ist stark eingeschränkt.

Der Starkregen führte zum Anschwellen einiger Flussläufe, bei denen die für den Meldebeginn festgelegten Wasserstände erreicht wurden. Beeinträchtigungen durch Hochwasser liegen derzeit nicht vor. Der durch den Orkan entstandene Gesamtschaden in Thüringen kann derzeit nicht beziffert werden.
Autor: nnz

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