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Mo, 14:30 Uhr
24.11.2025
Widerstand gegen Pläne für Riesen-Rechenzentrum

Silicon Hünstein

In der schönen neuen Welt des Datenozeans herrscht steter Hunger nach mehr Rechenkraft, seit der rasanten Verbreitung der KI in den letzten Jahren mehr denn je. Die Lösung sind enorme Rechenzentren, von denen eines in der Landgemeinde Bleicherode entstehen könnte, doch hier regt sich Widerstand…

Auf dem grünen Feld bis zur Baumreihe am Horziont könnte sich am Hünstein ein Riesen-Rechenzentrum ziehen (Foto: agl) Auf dem grünen Feld bis zur Baumreihe am Horziont könnte sich am Hünstein ein Riesen-Rechenzentrum ziehen (Foto: agl)

Wer heute bei Google etwas eintippt - sagen wir: „Wie groß ist das größte Rechenzentrum der Welt?“, der bekommt seit einiger Zeit nicht nur eine Liste an möglichen Weblinks angezeigt, sondern erhält prompt eine KI generierte Antwort. Damit Chat-GPT und Co. Texte schreiben, Bilder und ganze Videos generieren können, braucht es vor allem eines: Rechenpower. Um den Hunger nach mehr Leistung zu stillen, schießen weltweit Rechenzentren aus dem Boden und eines könnte in ein paar Jahren auch in der beschaulichen Landgemeinde Bleicherode stehen - am Hünstein zwischen Nohra, Wollersleben und Wolkramshausen.

Doch erst einmal zurück zur Frage. Googles „Gemini“ antwortet:

Das größte Rechenzentrum der Welt ist derzeit der Range International Information Group Data Center in Langfang, China, mit einer Fläche von etwa 1 Million Quadratmetern. Ein weiteres sehr großes Rechenzentrum ist der Citadel Campus in Nevada, USA, mit einer Fläche von etwa 670.000 Quadratmetern, der jedoch möglicherweise nach Fertigstellung noch größer wird.

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670.000 Quadratmeter macht 67 Hektar. Eine beachtliche Fläche und nahe dran an dem, was der Leipziger Projektentwickler „FAB“ vor gut zwei Wochen in der Landgemeinde Bleicherode der interessierten Bürgerschaft servierte. Auf 53 Hektar könnte zwischen den Ortschaften Nohra, Wolkramshausen und Wollersleben ein „Hyperscale Datacenter“ entstehen. „Blue Future“ nennen die Leipziger ihr Vorhaben, die “revolutionäre Symbiose von klimafreundlicher, regenerativer Energieversorgung und zukunftsweisender High-Technology“ und spricht von “visionäre Ideen, um die Herausforderungen unserer Zeit zu lösen“.

Anlageplan aus der Beschlussvorlage des Gemeinderates (Foto: Landgemeinde Bleicherode) Anlageplan aus der Beschlussvorlage des Gemeinderates (Foto: Landgemeinde Bleicherode)

Jede Menge Platz auf der grünen Wiese, eine gut ausgebaute Stromtrasse und ein Umspannwerk in direkter Nachbarschaft machen das Gebiet interessant für den Projektentwickler, intersanter jedenfalls als das Industriegebiet Goldene Aue, dem es etwa am Umspannwerk fehlt. Erste Präsentationen gab es sowohl vor dem Landgemeinderat wie auch vor der Bürgerschaft. Zwei mögliche Bauabschnitte zu je 26 und 27 Hektar stellen die Leipziger hier vor, in der Mitte Platz für die Stromtrasse, nach West und Ost ein bisschen Grünstreifen, denn da würde man auf der einen Seite an das Freibad Hünstein und auf der anderen an die Regelschule in Wolkramshausen angrenzen. Auch technischen Daten liefert das Büro, im vollen Ausbau könne man 30 Module auf einer Fläche von 160.000 Quadratmetern und einer Leistung von 200 Megawatt unterbekommen (Das entspräch einer Leistung von mindestens 155.000 deutschen Haushalten, sagt die Google KI). Die Anforderung an das Stromnetz würde bei 300 Mega-Volt-Ampere liegen.

Es regt sich rege Widerstand
In den umliegenden Ortschaften sind die Sorgen nach der ersten Präsentation nicht nur gewachsen sondern in die Höhe geschossen. „Die Info-Veranstaltung hat uns kalt erwischt. Wir haben nichts gegen den technischen Fortschritt und wir hängen alle wie wir hier sind auf die eine oder andere Art mit unseren Geräten an der Cloud. Aber die Dimensionen, die hier aufgetan werden sind enorm und wir haben den Eindruck, dass man sich im Landgemeinderat bisher nur oberflächlich mit dem Thema befasst hat.“, sagt Annalena, eine der Bürgerinnen, die sich aktiv gegen die Pläne stellt.

Im jüngsten Ratsbeschluss der Landgemeinde wird von der Errichtung eines „Technologiegebietes“ gesprochen, ein Begriff der Visionen von einem „Silicon Hünstein“ aufkommen lässt, die Hainleite als Standort für die Tech-Riesen. Vor Ort befürchtet man eher, zwei riesige Rechnergaragen von überschaubarer Lebensdauer und nicht viel mehr zu bekommen. Zwölf Kritikpunkte hat man recherchiert und zusammengetragen - zur Strom- und Wasserverbrauch, Wärme- und Lärmentwicklung, zu Arbeitsplätzen, Gewerbesteuereinnahmen und zum Projektentwickler selbst.

Die Bürger der umliegenden Ortschaften wollen sich gegen die Baupläne wehren (Foto: agl) Die Bürger der umliegenden Ortschaften wollen sich gegen die Baupläne wehren (Foto: agl)
„Bei der Frage nach den Möglichkeiten der Kompensation war der Herr vom Planungsbüro sehr ausweichend und hat etwas von einer Stiftung für gemeinnützige Zwecke fabuliert. Angeblich würden auch 120 Arbeitsplätze geschaffen, nach unseren Recherchen wären das bei Anlagen dieser Größe vor Ort tatsächlich nicht mehr als ein Dutzend.“, sagt Thomas Gebert und ob die Gewerbesteuer vor Ort bleiben würde, sei auch fraglich. Zweifel hat man zudem am Geschäftsgebahren der Projektentwickler. Die Firma verkaufe allein die Planung, wer als Investor hinter dem Projekt stehen würde kann oder will man nicht sagen (und auch im Bleicheröder Rathaus weiß man dazu nicht mehr als die Bürger). Neben dem Nordhäuser Gebiet ist FAB zudem auch andernorts tätig - sieben ähnliche Vorhaben treibt man derzeit voran, darunter in Eisenach, Stralsund, Bornau, Bad Lauchstädt und Raguhn/Jeßnitz. „Das sind Testballoons. Da wo es den geringsten Widerstand gibt, da geht man dann hin. Aber Widerstand gibt es überall.“, berichtet Florian Klante, Anwohner und ebenfalls Mitglied der Bürgerinitiative und trägt weitere Kritikpunkte vor. Viele Rechner sorgen für viel Abwärme, die aber ohne eigenes Fernwärmenetz nirgendwo sinnvoll hingeleitet werden kann und für die Kühlung der Rechnerfarm braucht es enorme Menge an Wasser, von den Herausforderungen für den Brandschutz ganz zu schweigen. Am Ende der Ausführung steht die Forderung: die Landgemeinde müsse ihre Beschlüsse rückgängig machen.

Wir können jederzeit zurückgehen
Die Frage, die man bei der Initiative nicht beantworten kann: was hat die Landgemeinde denn genau beschlossen? Konkrete Baupläne und Terminierungen, öffentliche Informationsveranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger - im Gang des deutschen Bauwesens sieht das alles schon weit fortgeschritten aus.

Neu im Amt, altbekannt in Bleicherode: die Bürgermeisterin der Landgemeinde, Franka Hitzing (Foto: agl) Neu im Amt, altbekannt in Bleicherode: die Bürgermeisterin der Landgemeinde, Franka Hitzing (Foto: agl) An der Stelle kann Franka Hitzing - seit Mitte des Jahres neue Bürgermeisterin der Landgemeinde - ein Stück weit Entwarnung geben. Was man bisher vor sich hat, ist ein „Aufstellungsbeschluss“, man stehe noch ganz am Anfang der Prozesse. „Was wir bis dato konkret vor uns haben, ist ein städtebaulicher Vertrag. Den haben wir uns von einer externen Anwaltskanzlei überprüfen lassen um sicher zu gehen, dass die Planungsleistungen beim Entwickler liegen und die Landgemeinde keinerlei Kosten übernimmt. Die Vorstellungsrunde in den Ortschaften war noch kein Teil eines ordentlichen Beteiligungsverfahrens. Der Landgemeinderat kann hier jederzeit rückwärts gehen.“, sagt Franka Hitzing.

Weiterhin wurde im Rat die Aufstellung eines „vorhabenbezogenen Bebauungsplans“ beschlossen, weil der Flächennutzungsplan, den man seit 2022 bearbeitet, noch nicht soweit ist. Dabei steht man nicht für sich allein, auch im Regionalplan für Nordthüringen müsste ein Projekt dieser Größenordnung Niederschlag finden, womit neben den Landkreisen auch der Freistaat mit im Boot säße. Zudem ist das angedachte Areal nicht im Besitz der Landgemeinde, sondern verteilt sich auf mehrere Eigentümer. „Konkrete Folgen gibt es bisher gar keine, was passiert, liegt in der Hand des Landgemeinderates und der sollte im Sinne der Bürger entscheiden. Vor der nächsten Sitzung sind die Fraktionsvorsitzenden noch einmal im Rathaus, um das Thema zu besprechen und in Anbetracht der vielen, legitimen Fragen braucht es souveräne Antworten, die es von Seiten des Projektentwicklers bis jetzt nicht gab.“, sagt Hitzing.

Was „im Sinne der Büger“ bedeuten kann, ist allerdings ein weites Feld. Die Landgemeinde Bleicherode bekommt zur Zeit regelmäßig Besuch von der Thüringer Aufbaubank und dem Landesverwaltungsamt um sich ihre Ausgaben bestätigen zu lassen, ein ausgeglichener Haushalt ist ein ferner Wunsch. „Es braucht sinnvolle und kluge Entscheidungen, um finanziell wieder eingeständig zu werden. Das, was das Leben für die Menschen vor Ort lebenswert macht, sind meist freiwillige Aufgaben und für die braucht man Geld. Wenn wir wieder mehr als nur das Nötigste machen wollen, braucht es Einnahmen“, so Hitzing weiter. Sparen kann man nicht mehr - in diesem Jahr hat man selbst den Heimat- und Kulturverein liquideren müssen - mit großen Bevölkerungszuwachs und mehr Schlüsselzuweisungen ist nicht zu rechnen, was als signifikante Einnahmequelle verbleibt, ist die Gewerbesteuer. Was nicht heißen muss, dass man dem Erstbesten Investor die Füße küssen muss, aber der Griff nach dem Strohhalm ist auch kein Szenario, dass man für Bleicherode von der Hand weisen könnte.

Die Diskussion zum Hünsteiner Rechenzentrum steht indes noch ganz am Anfang und es ist an den Bürgerinnen und Bürgern, sich bei ihren gewählten Vertretern Gehör zu verschaffen. Wer die Aktivitäten der Gruppe verfolgen will, findet sie auf Instagramm
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
KeinKreisverkehr
24.11.2025, 15:11 Uhr
Es geht wieder los...
"Wir hängen alle irgendwie in der Cloud aber doch bitte nicht auf dem Acker vor meinem Dorf!"

"Wir brauchen ja auch alle Strom aber doch bitte nicht so, dass ich es von meinem Fenster aus sehen kann!"

"Wir müssen ja den Strom auch transportieren aber bitte nicht so, dass ich diese Masten sehen muss!"

Das fast so ziemlich alles zusammen über das im Laufe des Jahres hier schon berichtet wurde.

Wir wollen und brauchen und müssen....aber davon soll ICH bitte nichts mitbekommen.

Macht nur weiter so, der Trend zum Bevölkerungsschwund im Osten sah wohl noch nicht düster genug aus. Da geht noch was!
Flitzpiepe
24.11.2025, 15:26 Uhr
Mehrere Fragen habe ich
Hier erstmal eine:
Wieso braucht ein Rechenzentrum viel Wasser?
Die Wasserkühlung ist doch ein geschlossener Kreislauf.
Am Ende stehen dann wieder Wärmetauscher um die Wärme abzuführen.
Diese überschüssige Wärme gilt es unbedingt zu nutzen.
Z.B. für Warmwasser und Fernwärme
Deswegen sollte so ein Rechenzentrum näher an eine Stadt ran.
P.Burkhardt
24.11.2025, 15:45 Uhr
Na, ich bin gespannt....
...wie die Entscheidung ausfällt....die Hoffnung auf Fortschritt, Steuereinnahmen und Jobs in einer der strukturschwächsten Regionen Deutschlands stirbt ja schließlich zu letzt...
Marian
24.11.2025, 15:55 Uhr
Eigentümer 50 Herz ?
Das gesamte ostdeutsche Stromnetz von 50 Herz wurde doch von China übernommen.
Nun eine Holding in Belgien...
380 kV Leitung wird gebaut nach Wolkramshausen..
Da wird sich nichts mehr ändern lassen,
Natur muß eben der Technik weichen...
Schade für die lebenswerte Region,
habe selbst schon Jahre dort gewohnt....
Kobold2
24.11.2025, 16:03 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
KeinKreisverkehr
24.11.2025, 16:26 Uhr
Natur muss der Technik weichen...
Wer kennt Sie nicht, die ökologisch wertvollen Monokulturen. 67 Hektar Flora und Fauna in ihrer seltensten Form.
Jeder Strommast mit 3 Büschen am Sockel bietet mehr für die Natur als dieser Acker.
Kobold2
24.11.2025, 16:44 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Artikel
Pustleber
24.11.2025, 19:16 Uhr
Gewerbegebiet Hünstein
Hier sollte man tatsächlich mit den Planungen ausweichen auf das sich in der Nähe befindliche und nur zu einem ganz kleinen Teil ausgelasteten sogenannten "Gewerbegebiet Hünstein"! ☝️
Adavia
24.11.2025, 20:44 Uhr
Ein Acker...
...könnte hochmodern, wegweisend für die Umgegend und im Interesse von Arbeitnehmern und Gewerbetreibenden umgenutzt werden. Aber nein, plötzlich entdecken die dörflichen Fachleute Ihre Liebe für jenes Stück Acker. Dass ein Rechenzentrum jetzt offenbar so etwas wie ein Windrad ist, erscheint mir als IT-affinem Mensch etwas skuril. Aber gut, die Hainleite und das Wippertal stehen wirtschaftlich nun wirklich so bombastisch da, dass man sich solchen Protest locker erlauben kann ... Oder doch nicht?
Gute Nacht, dörftliches Landleben, willkommen fast im Jahr 2026.
fso2020
24.11.2025, 20:57 Uhr
Solange der Projektentwickler,
die „Blue Future GmbH“ oder doch FAB? laut den Ausführungen im Artikel offensichtlich nicht bereit ist, den Betroffenen vor Ort und den Verantwortlichen der Landgemeinde belastbare Angaben zu eventuellen Betreibern zu liefern, ist zumindest gesunde Vorsicht geboten.
Erstmal Fläche sichern und danach kommt vielleicht drauf, was erst recht niemand haben möchte, scheint zumindest im Bereich des Möglichen.
Der Oberbürgermeister von Eisenach, wo der selbe Projektentwickler auch den Bau eines Datacenters geplant hat, hat jedenfalls am 05. November, nach massiven Protesten der durch den Bau betroffenen Bürger, sämtliche zu dem Thema geplanten Beschlüsse zurückgezogen.

Das Unternehmen „Blue Future GmbH“ in Leipzig existiert laut Handelsregister und Creditreform erst seit dem 13.09.2024. Es ist zumindest schwer vorstellbar, dass ein solch junges Unternehmen, noch dazu ohne erkennbare Erfahrungen im Aufbau von Datacentern, plötzlich das ganz große Rad in der Branche drehen und gleichzeitig an mehreren unterschiedlichen Orten im Osten Deutschlands gleichlautende Pläne umsetzen kann.
Da werden wohl einige Orte enttäuscht auf der Strecke bleiben. Vielleicht aber können sie auch froh darüber sein?!
Motte83
24.11.2025, 22:44 Uhr
Dies nicht und das auch nicht
Windkraft wollen wir nicht, einen Rüstungsbetrieb nicht, ein Rechenzentrum auch nicht. Ach ich vergaß: Eine Stromtrasse wollen wir nicht und 5G-Masten auch nicht. Eigentlich wollen wir weder Gewerbesteuern, noch Arbeitsplätze, noch irgendetwas. Wir wollen uns nur beschweren, dass es uns so schlecht geht ;-)
free Gigi
25.11.2025, 07:01 Uhr
Fortschritt schön und gut
aber warum immer auf unbebaute, unerschlossene und feinste Ackerfläche mit allen neuen Trends??? (ok. wir ahnen es...)
Gewerbegebiet, Schacht, Umspannwerk, Bahnhof Wk etc... alles teils schon erschlossen und angebunden an Infrastrukur!
Jäger53
25.11.2025, 08:15 Uhr
Hünstein
Die großen Marktketten sollen und wollen immer mehr Lebensmittel aus der Region anbieten. Wenn aber immer mehr Anbaufläche für Getreide, Kartoffeln, Gemüse und Obst verschwinden muss alles aus weiter entfernten Gegenden oder aus dem Ausland geholt werden. Es erhöhen sich die Preise und der Gesundheit der Natur geht es auch nicht besser wegen der Abgase .
Totofino
25.11.2025, 09:12 Uhr
Wieder neue verbrannte Erde
warum wird für ein solches Projekt nicht das Industriegebiet "Goldene Aue" genutzt, was sowieso schon "verbrannt" ist oder andere Industriebrachen ? Hat man sich schon gefragt welche Geräusche z.B. in der Nacht entstehen (für die relativ nahen Orte)? Auch ein großes Solarfeld macht durch Transformatoren, Gleichrichter und Lüfter Geräusche. Entsteht evtl. Elektrosmog .
Alles Fragen, die man klären sollte.
FAB ist nur eine Firma, die Projekte entwickelt, wahrscheinlich nicht der Investor oder Betreiber einer solchen Anlage, darüber sollte man auch einmal nachdenken. Und da will man mit 67 ha gleich das zweit- oder drittgrößte der Welt bauen, ist das real oder sind das Hirngespinste ?
Immer die gleichen Totschlagargumente "Arbeitskräfte", (würde bei einem solchen Projekt wahrscheinlich wegfallen) und "Gewerbeeinnahmen.
Flitzpiepe
25.11.2025, 10:50 Uhr
Meine Vermutung bzgl- IG Goldene Aue ist,
dass dieses IG nicht geeignet ist, da es bei der Planung einen ungenügend leistungsfähigen Stromanschluss bekommen hat.
Somit fällt Industrie mit hohem Strombedarf gleich mal weg.🤦‍♂️
Außerdem gehört es zur Stadt Nordhausen und nicht zum Landkreis.
BTW: Sprechen/arbeiten die Stadt Nordhausen und der Landkreis Nordhausen überhaupt noch miteinander? Man hört so wenig von beiden.
Auch sprach die 'Taskforce' bei den letzten Vermarktungsoffensiven von gewünschter 'gehobener' Industrie. Was immer das auch sein soll?
Es kann sein, dass Rechenzentren nicht darunter fallen.

Ja, es müssen viele Fragen geklärt werden.
Auch warum nicht bestehende freie Gewerbe- /Industriegebietsflächen genutzt werden können?
Warum gerade dieser wertvolle Acker, wenn doch gerade in Deutschland die weitere Bodenversiegelung unbedingt eingeschränkt werden müsste?
Wer hat den größten Vorteil bei gerade diesem Acker?
Und auch, ob dieser Projektentwickler überhaupt seriös ist?

Was mich aber auch stört, ist immer diese kategorische Ablehnungshaltung gegen alles. Alles wird erstmal schlecht gemacht, obwohl unser Landkreis eigentlich jeden Strohhalm nehmen muss bei der schlechten Lage, in der wir jetzt schon sind.
Für mich fehlt da aber auch etwas die wirtschaftliche Lenkungs-/Steuerungsfunktion des Landratsamtes. Dieses ist scheinbar schon ausgelastet mit der Vermarktung der eigenen Projekte, realisiert von der Servicegesellschaft. Da hat man dann halt keine Ressourcen mehr für die wirklich wichtigen Aufgaben.
Wyatt Earp
25.11.2025, 11:10 Uhr
Erscheckende Tendenz für die Region
Ganz viele Zahlen sind im Text, die wichtigen Zahlen fehlen allerdings. Sind die Gegner dieses Planes die gesamte Bürgerschaft, wie hier kolportiert wird? Nein, das sind sie mit Sicherheit nicht.

Trotzdem finde ich diese Tendenz hier in dieser Region erschreckend. Was wird denn veranstaltet, wenn sich hier wirklich einmal verarbeitende Industrie mit entsprechenden Emissionen ansiedeln möchte, wenn schon ein Rechenzentrum, Stromtrassen o.ä. zum Teufelswerk verklärt werden? Soll das hier das Armenhaus der Republik bleiben oder soll die gesamte Region zum Nationalpark, Reservat für indigene Technologiefeinde bzw zum Kartoffelacker umgewidmet werden?

Egal,ob sich hier ein Investor, ob bekannt oder unbekannt, ob seriös oder weniger seriös, ansiedelt oder nicht, das Klima für Ansiedlungen in dieser Region ist ganz einfach unterste Schublade. Das Elend fängt bei der verantwortlichen Kommunalpolitik, die sich nur um den eigenen Job kümmert, an und hört bei der letzten Dorfinitiative auf. Hier geht ganz einfach nichts. Außer, dass das Industriegebiet Goldene Aue bald in das Guinessbuch der Rekorde eingeht. Und zwar als leerstes und sinnbefreitestes Industriegebiet der Welt.
RWE
25.11.2025, 11:53 Uhr
Auf der anderen Straßenseite
gibt es bereits einige Ansiedlungen: Eine Tankstelle, eine Kfz-Werkstatt, eine kunsstoffverarbeitendes Unternehmen, einen Fachverkauf für landwirtschaftliche Geräte von der Kettensäge bis zum Mähroboter und noch eine kleine Firma (Ich glaube Kanalreinigung) und, lieber Totofino, viele viele Solarfelder. Bisher ist der Lärm und Eletrosmog ausgefallen. Bei den vielen leerstehenden Gewerbegebieten kann ich aber verstehen, dass man den Wunsch äußert, erst einmal weiter durch die Landwirtschaft Geld zu verdienen und für das Rechenzentrum bereits erschlossene Flächen zu nutzen. Übeigens kein Kreisverkehr, solche Äcker ohne Artenvielfalt ernähren uns... Dennoch, wir stehen am Beginn einer Deindustrialisierung, deren Folgen offensichtlich noch nicht genug Menschen spüren. Aber keine Angst, das kommt noch. Man sollte nehmen was man bekommt.
Marian
25.11.2025, 14:01 Uhr
Korrektur von meinem Kommentar
Eigentümer 50 Herz ?
Das gesamte ostdeutsche Stromnetz von 50 Herz wurde doch von China übernommen.
Nun eine Holding in Belgien...
380 kV Leitung wird gebaut nach Wolkramshausen..
Da wird sich nichts mehr ändern lassen,
Natur muß eben der Technik weichen...
Schade für die lebenswerte Region,
habe selbst schon Jahre dort gewohnt...

Alles in deutscher Hand und Eingriff von China wurde verhindert..

Die chinesische
State Grid Corporation of China (SGCC) wollte einen 20-Prozent-Anteil an 50Hertz Transmission übernehmen, aber die Übernahme wurde 2018 durch die Bundesregierung verhindert. Anstelle des chinesischen Unternehmens erwarb die staatliche Investmentbank KfW die Anteile, da Sicherheitsbedenken bestanden und der Bund ein Veto einlegte.
P.Burkhardt
25.11.2025, 18:56 Uhr
Danke Marian...
...es spricht für Sie, dass Sie in der Lage sind, Fehleinschätzungen zuzugeben und zu korrigieren. 👍- viele Menschen können das nicht !

Allerdings ist die KfW keine staatliche Investmentbank sondern die Förderbank des Bundes. Die Länder haben eigene, wie etwa die "Thüringer Aufbaubank" für Thüringen, die "L-Bank" für BW oder etwa die NBank in Niedersachsen. ...und von einer Übernahme kann bei einem Anteil von 20 Prozent auch keine Rede sein (die Sperrminorität beginnt bei mehr als 25 Prozent).

zum Thema: Hoffen wir, dass der Interessent für den Acker kein Schaumschläger ist (sowas sollte vor solchen Entscheidungen eingehend geprüft werden)...ich fände es für die ganze Region und insbesondere für Bleicherode einen Riesenschritt in die richtige Richtung.
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