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Mi, 22:07 Uhr
19.11.2025
BETRACHTET:

Der Landrat und die Arbeitsunwilligen

Aus Afghanistan geflohen, fand Shamsul Ahmadi in Deutschland eine neue Heimat. Heute (nnz berichtete) geht er gern in Nordhausen zur Arbeit, verdient sich seinen Lebensunterhalt selbst. Dazu Anmerkungen von Kurt Frank...

Jendricke in dieser Wochen auf dem Hexenbesen in Rothesütte (Foto: nnz) Jendricke in dieser Wochen auf dem Hexenbesen in Rothesütte (Foto: nnz)
Es gibt viele solcher Ahmadis hierzulande. Sie helfen, Lücken zu schließen: im Gesundheitswesen, im Bau, der Gastronomie, in der Wirtschaft allgemein. Sie verdienen Respekt.

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Doch nicht jeder, der an Deutschlands Türen klopft, respektiert Regeln und Gesetze, belastet das Sozialsystem. Aber, und das gehört zur Wahrheit, auch einheimische junge Mitbürger, die zwar gesund und munter in den Tag hineinleben, ansonsten eher auf Bürgergeld als auf eine reguläre Arbeit setzen.

Diese Leute will Landrat Matthias Jendricke in Arbeit bringen. Es nennt sich Arbeitsmark-Projekt und soll junge Bürgergeldempfänger unter 25 Jahren mit Beschäftigungen wie das Pflegen von Grün-und Parkanlagen, Arbeiten auf dem Bauhof, in Werkstätten des Horizont Vereins und in anderen Bereichen, ihren Fähigkeiten und Kenntnissen entsprechend, zu einer sinnvollen Tätigkeit verhelfen, sie für einen Einstieg in das Berufsleben oder einer Ausbildung gewinnen.

Von 60 Jugendlichen, die man höflich zu einem ersten Treffen eingeladen hatte, waren immerhin 30 erschienen. Laut Gesetzbuch haben indes Empfänger von sozialen Leistungen wie dem Bürgergeld die Pflicht, an Maßnahmen teilzunehmen, die ihre Integration in den Arbeitsmarkt fördern. Diese „Förderung“ erfolgte bei Nichterschienenen mit Hilfe der Polizei, die bei ihnen daheim an der Wohnungstür klingelte. Für Ann-Sophie Bohm, Landessprecherin der Thüringer Grünen, ist das der Angriffspunkt gegen den Landrat. Sie nennt es Stigmatisierung und Demütigung. Mag sich jeder selbst seine eigene Meinung bilden.

Ich unterstelle dem Landrat nicht, sich einen Lorbeerkranz flechten zu wollen, um deutschlandweit auf die Schulter geklopft zu werden. Ich meine, der Mann hat sein Ohr an der Masse, kennt Stimmungen und Meinungen. Die arbeitende Bevölkerung dürfte ihm Beifall klatschen. Werden Jendrickes Bemühungen letztlich von Erfolg sein? Da kommen dem Initiator wohl selbst Zweifel. Laut ihm müsse man die Sanktionsmöglichkeiten beim Bürgergeld verschärfen, um wirksamere Hebel in die Hand zu bekommen, Arbeitsunwilligen auf die Sprünge zu verhelfen. Wenn es sein muss mit Hilfe von Beamten.

Wird Jendrickes oberster Genosse in Regierungsverantwortung in Berlin wirksamere Sanktionen auf den Weg bringen? Da sehe ich ein großes Fragezeichen. Klingbeil ist kein Mann der harten Kante. Kommt nicht, was der Landrat wünscht, wird wohl seinen Ideen, so löblich sie auch sein mögen, die Krone verwehrt bleiben. Man darf gespannt bleiben.
Kurt Frank
Autor: psg

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Kommentare
Kritiker86
20.11.2025, 08:35 Uhr
Also
Ich klatsche kein Beifall...Wenn er Jugendliche für 1,50€ die Stunde zur Arbeit zwingen will. Und dann werden sie auch noch per Taxi von der Polizei abgeholt?? Schlimmer geht's ja bald nicht mehr. Wer nicht Spurt, am besten 100 Prozent Sanktionierung. Die Panzerfabrik sollte wohl nach seinen Willen auch schon in der Goldenen Aue stehen. Dieser Mann gehört abgesetzt. Moralisch und Menschlich unterste Schiene. Die Eskapaden der letzten Jahre häufen sich. Aber mit den Armen kann man es ja machen, die haben weder eine Lobby noch besondere Rechte. Und das bisschen was sie besitzen, sollen sie durch Sanktionen auch noch abdrücken, während der Landrat in seinen schönen Luxusheim vorm Kaminofen sitzt. Ne ne, das hier ist nicht die Lösung. Die Jugendlichen sollten eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren. Es sollte mit Belohnungen gearbeitet werden. Nicht mit Angst und Terror. Selbst bei der Tanke bekommt man mehr Geld, und das bei einen Minijob. Wie schlecht der Arbeitsmarkt in NDH ist, weiß wohl jeder, der hier lebt und seine Augen nicht vor alles verschließt. Und erst ne Ausbildung zu finden?, ist mega schwer, möchte ich mal behaupten ! Der Fachkräftemangel ist dagegen doch ein Hirngespinst, um sich billige Arbeitskräfte aus den Ausland zu holen. Wenn man keine 20 Jahre berufliche Erfahrung hat, bei einen Alter von 18 Jahren,haste auch schon verloren. Auch wenn Herr Ahmadi eine Stelle gefunden hat, und er ja gern zur Arbeit geht, ist es doch ein Einzelfall, den man hier ausschlachtet ohne Ende. Ich bin nicht überzeugt, das er in 5 Jahren dort noch arbeitet, oder sogar in Nordhausen noch ist. Aber das ist nur meine Meinung. Guck mal zu unseren Peter, (Petermeile) der aus der ganzen Welt die Leute geholt hat zur Ausbildung, und was ist passiert??? alle weg!!!! Niemanden von den hat es hier auch nur Ansatzweise gefallen. Voran liegt es? An den Menschen hier, oder an der extremen Arbeitsmoral die hier vorherrscht? Peter würde es aber wieder machen, wie er in einen Interview behauptete. Auf die Idee Jugendliche aus der Heimat einzustellen kommt er erst garnicht. Echt verrückt, solche Aussagen.
HisMastersVoise
20.11.2025, 10:03 Uhr
Andere Dimension ??
Der Versuch des Landrates, den Stützeempfängern den Eintritt in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, ist mehr als überfällig. Da bleibt nur zu hoffen, dass dies ein ernst gemeinter Plan ist und nicht verfrühtes Wahlkampfgetöse, um dem Volke nach dem Maul zu agieren. auch nervt es, dass praktisch jeder Beitrag inzwischen scheinbar ein Werbeblock für den Hexenbesen ist. Wenn ich jedoch lese, dass wir in Nordhausen keine Ausbildungsplätze haben, frage ich doch, in welcher Dimension mache Menschen leben. Praktisch jeder Betrieb such Hände ringend nach Auszubildenden. Jedoch sind die Betriebe nicht an Azubis interessiert, die nicht einmal den Unterschied zu Kreuzschlitzbit und Megabyte kennen. Früher wurden die Besten der Bewerber angenommen. Heute muss man die ausbilden, welche wahrscheinlich den kleinsten Schaden anrichten. Daher ist jede Initiative zur Verbesserung der Chancen der Jungen auf den ersten Arbeitsmarkt mehr als überfällig.
G.Auer
20.11.2025, 10:30 Uhr
So viel Unsinn
und Unwahrheiten sollte auch ein Kritiker in ein paar Zeilen nicht produzieren. Es ist doch vollkommen richtig, Junge Leute, welche sich im Sozialsystem bequem gemacht haben, langsam wieder an Arbeit zu gewöhnen. Von den 1,50 € brauchen die nicht zu leben, sondern dies ist ein zusätzliches Taschengeld. Die Belohnung ist mit dem Bürgergeld schon vorhanden, welches vom Staat bzw. unseren Steuergeldern finanziert wird. Ein Job oder Lehrausbildung ist heute kein Problem. Gerade in den letzten Wochen fanden viele Veranstaltungen statt von Firmen, welche für Berufsausbildung geworben haben. Da sticht immer auch die Peter-Gruppe hervor, welche mehrere hundert Lehrlinge in ihren Betrieben ausbildet. Und ein Herr Peter hat sicher nicht die damaligen Flüchtlinge aus aller Welt ran geholt. Denn die waren ja schon hier und er hat diesen die Möglichkeit einer Berufsausbildung und den Start in ein geordnetes Leben gegeben. Dass es am Ende nicht so mit denen geklappt hat, ist verschiedenen Gründen zuzuordnen. Jedenfalls diejenige, welche mit dem Ordnungsdienst abgeholt werden müssen stattdessen noch zu belohnen, ist doch ein Schlag ins Gesicht derjenigen, welche sich seit Jahrzehnten im Berufsleben den Wertesten aufreissen.
Adam77
20.11.2025, 10:43 Uhr
Endlich...
... jemand, der neue Wege einschlägt, um der aktuellen Schieflage Herr zu werden. Respekt für diesen Mut!
Marino50
20.11.2025, 11:51 Uhr
Arbeiten...und mehr
Kritiker, richtig hinschauen. Das war KEINE Polizei, sondern Angestellte des Landratsamtes, die die Herrschaften aus dem Schlaf geweckt haben. Ich frage mich wo das Problem ist. Hat sich auch nur einer aufgeregt, als wir einen 1-€-Job über Jahre hatten? Die Leute haben das zusätzlich zum Bürgergeld.
Hier werden Faulenzer durch bestimmte Personen noch unter Welpenschutz gestellt. Das kann doch wohl nicht der richtige Weg sein.
Audio
20.11.2025, 12:00 Uhr
Der Vorschlag des Landrates ist mutig und mehr als gerecht !
Ich würde als erstes den eingeladenen und nicht erschienenen die 30 Prozent von ihrem Bürgergeld abziehen ! Die Ignoranz der gut gemeinten Absicht des Landrates ist doch der beste Beweis dafür, dass diese Leute garnicht arbeiten , sondern sich weiter auf Kosten der fleißigen Bürger einen schönen Tag machen wollen ! Und wer von den "Zugereisten" ein Arbeitsangebot ablehnt, sollte umgehend ausgewiesen werden ! Das wäre m.E. zwar hart, aber mehr als gerecht gegenüber den schwer arbeitenden Bürgern in unserem Land.
yven
20.11.2025, 12:35 Uhr
Nur wenige Bürger...
die hier angesprochen werden.Meiner Meinung nach wird hier von anderen Problemen abgelenkt,die Nordhausen zu Hauf hat und man kommt mal "positiv" in die Medien👍
Waldemar Ceckorr
20.11.2025, 15:30 Uhr
es gab einen videobeitrag vom einsatz
in einer regionalen nachrichtensendung.
die angesprochene junge frau brachte als ausrede: mein hund ist gestorben !!!!


der waldi
Lautaro
21.11.2025, 15:23 Uhr
Die Lösung wäre.....
Das Jobcenter auflösen, sämtliche Antragsteller zum Mindestlohn in kommunalen Vorhaben beschäftigen. Und unsere Kommunen benötigen Arbeitskräfte !
Dieses Modell bringt Struktur in den Alltag der Betroffenen und sie haben nach Feierabend das Gefühl, keine Bittsteller in einem gemeinem System zu sein.
Sollten sie bei einem anderen Arbeitgeber mehr monetäre Zuwendungen erhalten, ist das erfreulich für sie und sie werden gern wechseln.
Das ganze Gegenfinanziert durch Wegfall von Schreibtisch-Arbeitsplätzen der Jobcenter Welche niemals einen Menschen gepflegt, eine Strasse gebaut usw !
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