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Mi, 11:04 Uhr
19.11.2025
SHAMSUL AHMADI AUS AFGHANISTAN:

„Ich gehe gern in Nordhausen arbeiten“

„Exklusive Fahrzeugpflege und Lackierungen“, ist an einer Wand in der Nordhäuser Ullrichstraße zu lesen. Daneben die Angebotspalette. Die hat es in sich. Kurt Frank hat sich die Firma mal genauer angesehen...

Shamsul Ahmadi bei der Arbeit, hier beim Polieren eines Autos. (Foto: Kurt Frank) Shamsul Ahmadi bei der Arbeit, hier beim Polieren eines Autos. (Foto: Kurt Frank)
Nordhausen. Exklusive Fahrzeugpflege ist eine Zweigstelle der Firma CAR DESIGN. Die sechs Beschäftigten in der Ullrichstraße haben alle Hände voll zu tun, um allen Wünschen der Privat-und Geschäftskunden gerecht zu werden.

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Schwierig, hier einen Termin zu erhaschen. Da ist im Internet zu lesen: „Das ist der fleißigen Arbeit der Jungs dort geschuldet“, schreiben Kunden in ihren Bewertungen. Zu den fleißigen Jungs gehört jetzt auch Shamsul Ahmadi. Als Jugendlicher floh er aus Afghanistan. Eine Zivilisation, wie er sie gelegentlich aus Gesprächen vernahm, war für ihn ein Traum, unerfüllbar aber im Land der Taliban. Wer aufmuckte oder eine Kritik wagte, bekam die Härte der bärtigen Turban-Männer brutal zu spüren. Ob Mann oder Frau: Demütigende öffentliche Auspeitschungen gehörten zu den grausamen Methoden. Von Frauenrechten keine Spur. Shamsul sah hier für sich nicht die Zukunft.

Theresa Stobbe, Buchhalterin bei CAR DESIGN, Shamsul Ahmadi und Filialleiter Axel Kaiser vor dem Firmenlogo. (Foto: Kurt Frank) Theresa Stobbe, Buchhalterin bei CAR DESIGN, Shamsul Ahmadi und Filialleiter Axel Kaiser vor dem Firmenlogo. (Foto: Kurt Frank)
Deutschland war für Shamsul Ahmadi ein fremdes Land. In jeder Hinsicht. Ihm, meint er freimütig, sei es schwergefallen, sich der Kultur und Lebensweise dieses Landes anzupassen. Aber, sagte man ihm immer und immer wieder: Wollte er Fuß fassen und hierbleiben, hatte er ohne Wenn und Aber die Regeln hierzulande zu befolgen, Sprachkurse zu besuchen, um nicht auf Dauer auf Kosten der Allgemeinheit zu leben. Ahmadi wollte bleiben, bis die Zähne zusammen. Seine schon guten Deutschkenntnisse vervollständigt er im Prozess der täglichen Arbeit.

Filialleiter Axel Kaiser ist mit dem jungen Mann aus dem fernem Land zufrieden. Spür- und sichtbar die Bemühungen, handwerkliche Kenntnisse und Fertigkeiten zu erweitern. „Ich gehe hier in Nordhausen gern arbeiten. Die Arbeit macht mir Freude“, beteuert der neue Kollege im Team. Er wolle dem Land zurückgeben, dem er sehr viel zu verdanken habe.

Zur Realität gehört aber auch: Die Eingliederung von Migranten in den Arbeitsprozess ist mit vielerlei Schwierigkeiten und enormen Aufwendungen verbunden. Sie kamen, sie sahen, sie verschwanden bald wieder – so manches Unternehmen kann davon ein Lied singen. Zur Wahrheit gehört aber: Auch einheimische junge Bürgergeldempfänger, die ansonsten gesund und munter in den Tag hineinleben, das Wort Arbeit indes nur schwer über die Lippen bringen.
Kurt Frank
Autor: psg

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Kommentare
Marino50
19.11.2025, 12:41 Uhr
Arbeit...
Ich wünsche dem jungen Mann alles Gute in der Kfz-Werkstatt. Man kann nur hoffen, dass er nicht in die Maschinerie der Abschiebung gerät. Wer hier festen Fuß gefasst hat und arbeitet, der sollte auch im Land bleiben.
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