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Mi, 08:49 Uhr
17.01.2007

„Der Mensch allein ist die Dominante“

Nordhausen (nnz). Am Samstag wird im Kunsthaus Meyenburg eine neue Ausstellung eröffnet. Sie zeigt Fotografien, die ein Mensch „gemacht hat“, dessen Weg nicht immer geradlinig hinter irgendwelchen Schreibtischen verlief. Er ist kein Nordhäuser und trotzdem: Sie werden ihn kennen.

Roland Obst präsentiert Fotografien im Kunsthaus (Foto: psv) Roland Obst präsentiert Fotografien im Kunsthaus (Foto: psv)


Im November vergangenen Jahres wurde Roland Obst von der Chefredaktion einer Thüringer Tageszeitung nach Nordhausen delegiert. Die Rolandstadt hat er mittlerweile kennengelernt. Als Kollege schätzt die nnz an ihm seine offene Art, Roland Obst ist kollegial, hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und kann das besonders gut, was einst seine Profession wurde: fotografieren.

„Alles ist an das menschliche Handeln gebunden - jedes Ereignis, jede Entscheidung. Deshalb steht der Mensch immer im Mittelpunkt meiner Fotos, er allein ist die Dominante, er ist als Erstes zu fotografieren“, sagt Roland Obst. Am kommenden Sonnabend (20. Januar) eröffnet Oberbürgermeisterin Barbara Rinke um 18 Uhr im Nordhäuser „Kunsthaus Meyenburg“ die Ausstellung „Blickwechsel-Momentaufnahmen“. Dort zeigt Obst bis zum 14. März eine Auswahl seiner Bilder, die in den letzten zwei Jahren bei seiner Arbeit in Nordhausen entstanden sind. Alle Interessierten sind zur Ausstellungseröffnung eingeladen.

Die Besucher erwarten 80 Aufnahmen, Zeitdokumente, allerdings auch und vor allem Portraits. „Getreu dem Motto der Ausstellung zeige ich Menschen, die sich auf eine Sache konzentrieren. Jeder Mensch ist dabei anders, jeder hat etwas anderes im Blick. Der Reiz liegt im Wechsel der Perspektiven“, sagte Obst.

Dessen Weg als Fotograf hat als Jugendlicher klassisch „und natürlich mit der `Pouva-Start´“ begonnen. Es folgten erste Experimente - „mit Blitzbeuteln, gefüllt mit Unkraut-Ex und anderen Chemikalien“. Das Privat-Leben stellte dann die Weichen, „über meine damalige Frau bin ich dann als Fotograf bei der Betriebszeitung des Wohnungsbaukombinates eingestiegen“, 1986 kam dann der Ruf zur Tagezeitung. Wie die Einsatzorte wechselte auch die eingesetzte Technik, „nach der `Pouva´ kam `Praktika MTL2´ - die hatte damals schon Innenlichtmessung!, dann die `Pentacon six´ und - noch zu DDR-Zeiten - die erste `Nikon´, jene Marke, der ich bis heute mit der `Nikon D2H` treu gebelieben bin. Es ist wie mit den Frauen: Wenn Du einmal eine hast, der Du vertrauen kannst und mit der Du harmonierst, bleibst Du dabei“, so Obst.

Und die Kamera habe ihn in die verschiedenen Orte der Welt geführt - unter anderem sei er im Dienste der Archäologie tief hinunter in die Ostsee getaucht, nach Kuba für eine Ausstellung über die Wende in der DDR, zu den Opfern des Krieges in Afghanistan geflogen und natürlich quer durch Thüringen gefahren. „Egal wo, ob im Großen oder im Kleinen - für mich steht immer die gleiche Herausforderung: Aus dem Thema die für die Situation typischen und zugleich interessante Sicht finden und festzuhalten.“ Gerade im lokalen Bereich der Tageszeitung komme der Wechsel von Themen, Situationen und Menschen rasch, „es ist ein eher flüchtiges Geschäft, wie auch die Tageszeitung an sich: Heute mit ihren Informationen brennend wichtig und morgen schon beiseite gelegt. Es gibt nichts Älteres als die Zeitung von gestern, sagt schon ein altes Sprichwort. Da freut man sich, wenn etwas über den Tag hinaus bleibt - und man es zeigen kann, wie in dieser Ausstellung.“
Autor: nnz

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