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Do, 15:19 Uhr
13.11.2025
Parlamentarischen Fragerecht und Verantwortung der Exekutive

Thüringer BSW gegen Einschränkung des Fragerechts

"Eine Einschränkung parlamentarischer Kontrollrechte – das schließt das Fragerecht von Abgeordneten ein – ist mit dem BSW nicht zu machen.", heißt es in einer Presseerklärung der Partei. Damit stellt sich das Bündnis deutlich gegen Innenminister Maier...

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Öffentliche Verdachtsäußerung ohne hinreichende Anhaltspunkte verletzt rechtsstaatliche Grundsätze, erklärtStefan Wogawa, parlamentarischer Geschäftsführer der BSW-Fraktion. Die BSW-Fraktion fordert das Innenministerium auf, seiner Verantwortung beim Schutz sicherheitsrelevanter Informationen nachzukommen.

Die Äußerungen von Innenminister Georg Maier (SPD), wonach die AfD das parlamentarische Fragerecht missbrauche, um „gezielt unsere kritische Infrastruktur auszuforschen", haben eine anhaltende Diskussion über Grenzen und Begrenzung parlamentarischer Kontrolle ausgelöst. Die BSW-Fraktion im Thüringer Landtag nimmt diese Debatte zum Anlass für eine sachliche Bewertung, die die verfassungsrechtlichen Grundsätze und die Funktionsfähigkeit unserer demokratischen Institutionen in den Mittelpunkt stellt.​

Stefan Wogawa, parlamentarischer Geschäftsführer der BSW-Fraktion stellt unmissverständlich klar:
„Das parlamentarische Fragerecht ist ein konstitutives Element unserer parlamentarischen Demokratie – und Grundrecht jedes Abgeordneten. Es kennt keine inhaltlichen Beschränkungen aufgrund politischer Einschätzungen oder vermuteter Motive der anfragenden Abgeordneten. Wir sehen einen gefährlichen Präzedenzfall: Die Exekutive ist nicht in der Rolle zu beurteilen, welche parlamentarischen Kontrollinstrumente legitim sind: Wer dieses Prinzip durch sein Handeln infrage stellt, greift unzulässig in die Gewaltenteilung ein und gefährdet die parlamentarische Kontrolle der Regierung.

Der Kern der Debatte wird aktuell durch die emotional aufgeladene Diskussion verdeckt:
Die Verantwortung für den Schutz kritischer Infrastrukturen und die sichere Handhabung sicherheitsrelevanter Informationen obliegt primär bei der Exekutive, in Thüringen dem Ministerium für Inneres, Kommunales und Landesentwicklung (TMIKL). Wenn Anfragen im Einzelfall oder systematisch sicherheitsrelevante Bereiche betreffen, bei denen eine Offenlegung problematisch ist, dann ist es die verfassungsrechtliche Pflicht und Aufgabe der Landesregierung, bei der Beantwortung die Sicherheitsinteressen des Staates und die Funktionsfähigkeit von Regierung und Sicherheitsarchitektur gegen die grundsätzliche Auskunftspflicht abzuwägen – und bei begründetem Zweifel Auskünfte zu begrenzen. Final entscheidet ein Gericht.

Sven Küntzel, sicherheitspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion:
„47 Anfragen zu Infrastrukturthemen in den vergangenen zwölf Monaten sind nicht per se problematisch – kritisch wäre, wenn die Exekutive bei der Beantwortung sicherheitsrelevante Details offenlegt, die besser geschützt geblieben wären.
Es darf nicht sein, dass ein Innenminister – der oberste Polizeibeamte des Landes – genau jene Ermittlungsgrundsätze missachtet, deren Einhaltung er von seinen unterstellten Mitarbeitern erwarten muss. Ein Verdacht, der nicht auf hinreichenden Beweistatsachen beruht, darf nicht öffentlich als nahezu erwiesene Tatsache präsentiert werden. Wenn jedoch hinreichende objektive Anhaltspunkte für die behauptete Spionage vorliegen, ist nach dem Legalitätsprinzip die Eröffnung eines förmlichen Ermittlungsverfahrens zwingend. Auch dieses wird nichtöffentlich und ergebnisoffen geführt.“

Die BSW-Fraktion warnt: Eine Demokratie muss es aushalten, dass auch Oppositionsparteien, deren politische Positionen man nicht teilt, ihre verfassungsmäßigen Rechte vollumfänglich wahrnehmen. Der Staat schützt sich nicht dadurch, dass die Exekutive das Parlament kontrolliert – sondern dadurch, dass das Parlament die Exekutive kontrolliert – und diese ihrer Schutzverantwortung gerecht wird.
Autor: red

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Kommentare
Hallogemeinde
13.11.2025, 16:34 Uhr
dazu kann ich nur eines sagen,
da sieht man mal wieder mit welchen Waffen unsere selbsternannten "Demokraten" der Altparteien versuchen gegen die AFD zu schießen. Was anderes fällt diesen unfähigen Menschen nicht mehr ein. Anstatt anständige Politik zu betreiben immer mehr Aufrufe gegen die AFD und immer mehr Einschränkungen gegen die Kontrolle des Staates. Wenn wir nicht aufpassen kann der Staat bald machen was er will, nicht das es es jetzt schon macht, aber dann völlig legal und ohne Aufsicht. So ein Innenminister sollte sich schämen und sich fragen was da wohl schief gelaufen ist dass es überhaupt zu solchen Anfragen kommt.
nur_mal_so
14.11.2025, 07:50 Uhr
Sogenannte "Kleine Anfragen" dienen für geeöhnlich einem Zweck.
So diente zum Beispiel die Anfrage der AfD nach den häufigsten Vornamen von Bürgergeldempfängern dem Zweck nachzuweisen, wie es sich ausländische Mitbürger in Deutschlands sozialer Hängematte bequem machen (Michael, Andreas, Thomas).
Andere Anfragen dienen der parlamentarischen Kontrolle oder dem Sinn von Gesetzesentwürfen (Beweise für Senkung des CO2-Anstieges bei Verzicht auf Kohlenutzung? - Überraschung: Ja).
In jedem Fall folgt - oder sollte folgen - auf eine Anfrage eine Reaktion des Fragestellers (gut, in den genannten Fällen natürlich nicht).

Auf sämtliche Anfragen der AfD zu Sicherheitsrelevanten oder Sensiblen Punkten von militärischer und Infrastruktur erfolgte keine Reaktion. Keine Auswertung, kein Antrag, kein Nichts.
Es erscheint wie ein simples Ab- und Ausfragen nach verletzbaren Punkten in Deutschland.
Das Einzige, was danach folgte war: die Ankündigung des Besuches von AfD-Politikern bei Putin.
Es geht auch etwas weniger offensichtlich. Wahrscheinlich hält die AfD nicht nur ihre eigenen Wähler für doof.

Warum das BoSW (Bündnis ohne SW) bei seiner Russlandnähe die Einschränkung solcher Anfragen ohne ersichtlichen Grund und Ergebnissen nicht gut findet, empfinde ich als ebenso offensichtlich.

Meinungsklausel: Die von mir geschilderten Rückschlüsse sind die meinen und müssen nicht den Tatsachen entsprechen.
Janko
14.11.2025, 14:14 Uhr
Normalerweise, wenn eine Partei eine Anfrage macht, verfolgt sie einen Zweck.
Beispiel Nordhäuser Stadtrat, Anfrage, "wie ist beabsichtigt, in Zukunft die Kindertagesstätten zu finanzieren?"
Dann gibt es von der Stadt eine Antwort, der Anfragesteller schreibt mit, nickt, und formuliert aus der Antwort eine eigene Stellungnahme. Zum Beispiel, "Nein, wir wollen nicht, dass drei Kindergärten geschlossen werden."

Oder eine Anfrage einer Fraktion im Landtag: "welche Kriterien legt die Landesregierung zugrunde, welche Flaggen sie hisst und welche nicht?"
Dann gibt es vom Land eine Antwort, der Anfragesteller schreibt mit, nickt, und formuliert aus der Antwort eine eigene Stellungnahme: "Nö, Regenbogenflaggen wollen wir aber nicht."

Dasselbe im Bundestag, und so weiter und so fort, ich denke, das Prinzip ist klar. Kurz: Anfragen dienen einem Zweck.

Nun stellt eine Partei aber um die 50 Anfragen zu kritischen Infrastrukturen, Militärobjekten, Brücken, Flughäfen, und wo es besonders schlau wäre, Sprengsätze anzubringen, wenn man Deutschland schaden will.
Es erfolgen Antworten, der Anfragesteller nickt, schreibt mit, und formuliert aus der Antwort eine eigene Stellungnahme, nämlich: - - -
Ähm, ups.
Nach diesen ganzen Anfragen folgte nichts. Kein "Na, das müssten wir doch aber besser schützen", oder "wir geben zu viel Geld für Sicherung aus, das könnten wir doch sparen" - nichts.
Man könnte fast den Eindruck gewinnen, die Anfragen kamen nur aus Neugier, Jux und Tollerei.

Wenn da nicht der Anfragesteller nach Mitschreiben und Nicken eine Klassenfahrt nach Russland gebucht hätte.
Darf man das nicht wenigstens etwas seltsam finden?

Ansonsten schließe ich mich an: Dass das BSW solche seltsamen Anfragen mit Geschmäckle durch die AfD weiter zulassen will ist klar: Sonst müssten sie selbst anfangen, diese Anfragen zu stellen, "welcher Bundeswehrflughafen ist denn besonders anfällig", oder so. Und wenn dann Frau Wagenknecht ohne Bündnis auch noch einen Ausflug nach Russland machen würde, wäre auch dem Letzten klar, was da abliefe.

Also will das BSW weiter die AfD fragen lassen.
Mir ist das sonnenklar.
Glaskugel
14.11.2025, 22:04 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Artikel
Glaskugel
14.11.2025, 23:46 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Artikel
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