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So, 14:38 Uhr
09.11.2025
Heimatgeschichte

Von Templern und Johannitern

Wenn wir heute durch die sanften Hügel der Heimat wandern, vorbei an Dörfern wie Trebra, ahnen wir kaum, dass sich hier einst ein Kapitel europäischer Hochpolitik abspielte – mit Rittern, Kreuzzügen und einem geheimnisvollen Besitzwechsel zwischen zwei der mächtigsten Ritterorden des Mittelalters...

Der Templerorden, gegründet 1119 in Jerusalem, war mehr als nur ein Ritterbund. Er war Bank, Militärmacht und spirituelle Elite zugleich. Mit dem weißen Mantel und dem roten Kreuz wurden die Templer zum Inbegriff mittelalterlicher Macht – und später zum Stoff für Legenden, Verschwörungen und Romane. Doch 1312 war Schluss: Papst Clemens V. löste den Orden auf, unter dem Druck des französischen Königs Philipp IV., der sich an den Reichtümern der Templer bereichern wollte. Was aber geschah mit den Besitzungen der Templer? Viele gingen an den Johanniterorden über – so auch ein Gut in der Flur Trebra, unweit von Nordhausen.

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Am 16. März 1320 trafen sich zwei Komture des Johanniterordens – Frater Burchardus und Frater Conradus aus Erfurt – um einen bemerkenswerten Vertrag zu beurkunden. Mit Zustimmung ihres Ordensoberen, Magister Paulus, übernahmen sie ein Gut, welches einst einem gewissen Fredericus de Vromigestete gehört hatte. Dieser hatte es dem Templerkomtur verkauft.

Doch nach der Auflösung des Templerordens forderte Fredericus’ Sohn das Gut zurück. Die Johanniter, nun rechtmäßige Nachfolger der Templer, willigten ein – gegen Zahlung von 44 Mark Nordhäuser Silber. Eine stolze Summe, die zeigt, wie wertvoll das Land war. Die Urkunde wurde feierlich besiegelt – mit den großen Siegeln der Komture und unter den Augen angesehener Zeugen: Dekane aus Nordhausen und Jechaburg, Bürger wie Johannes de Elrich und Bruno Unruwe. Es war ein Akt von regionaler Bedeutung, eingebettet in die große Geschichte Europas.

Später, so heißt es in den Quellen, gelangte das Gut in den Besitz des Klosters Ilfeld. Vielleicht wurde es verpachtet, vielleicht diente es der Versorgung der Mönche. Heute erinnert kaum noch etwas an dieses alte Templergut – außer einer vergilbten Urkunde und der Fantasie jener, die Heimatgeschichte lebendig halten.
Tim Schäfer
Autor: red

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