Di, 08:43 Uhr
07.10.2025
1. Sinfoniekonzert im Theater Nordhausen
Anhaltender Beifall und Bravorufe
Die neue Spielzeit im Theater Nordhausen hat bereits begonnen. Nun folgte auch das 1. Sinfoniekonzert.
Es stand unter der Leitung des in Ungarn geborenen Gabor Hontvari, der in dieser Saison auch Generalmusikdirektor ist...
Das Loh-Orchester empfängt seinen Applaus. In der Mitte Generalmusikdirektor Gabor Hontvari (Foto: C.Laude)
Musikinteressierten Südharzern ist er längst kein Unbekannter mehr, führte er doch den Taktstock bereits zur Operngala und in der Aufführung der Oper Hoffmanns Erzählungen im Theater im Anbau. Auf dem Programm des 1. Sinfoniekonzertes standen drei äußerst anspruchsvolle Werke. Zunächst erklangen Till Eulenspiegels lustige Streiche von Richard Strauss. Schnell war eine Übereinstimmung zwischen Orchester und Dirigent erreicht.
Mit Leichtigkeit und Spielfreude musizierte das Loh-Orchester in großer Besetzung und ließ die bekannten Streiche nach alter Schelmenweise vor dem inneren Auge der Zuhörer wieder lebendig werden. Das nachfolgende Hornkonzert wurde von Laszlo Gal, ebenfalls ungarischer Herkunft, interpretiert. Er kam sehr zeitig mit Musik in Berührung. Vater und Großvater waren Hornisten, und so ist es kaum verwunderlich, dass auch er dieses Instrument erlernte und erfolgreich spielte. Davon konnte sich das Nordhäuser Konzertpublikum überzeugen. Gemeinsam mit dem Loh-Orchester brachte er das Konzert für Horn und Orchester Nr. 1 Es-Dur von Richard Strauss zu Gehör.
Der Solist beherrschte sein Instrument absolut, er entlockte ihm sanfte und warme Töne, spielte virtuose, aber auch emotionale Passagen. Perfekt auch die Übereinstimmung mit dem Orchester bis hin zum großen Finale. Dafür gab es anhaltenden Beifall und Bravorufe.
Das dritte Werk des Abends, das Konzert für Orchester komponierte Bela Bartok, Landsmann des Dirigenten. Das Werk selbst ist wenig bekannt, zog jedoch die Zuhörer schon bald in seinen Bann. In fünf Charakterstücken schöpft der Komponist die Bandbreite musikalischer Gestaltungsmöglichkeiten aus, macht das Werk farbig und lebendig. Orchesterinstrumente treten solistisch auf, zwei Harfen erweitern den Orchesterklang, weitere Effekte werden genutzt durch verschiedene Spieltechniken.
Mit jugendhafter Frische, Energie geladener Körpersprache aber auch emotionaler Tiefe, die er vor allem in Liebe zu seiner ungarischen Heimat entwickelte, ließ der Dirigent das Werk zu einem Erlebnis werden. Die Musik selbst wurde zum Zündstoff. Nach dem grandiosen Finale wollte der Beifall nicht enden. Ein Bravo für Dirigent und Orchester.
Christel Laude


