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Fr, 11:26 Uhr
03.10.2025
Forum

Vor 83 Jahren: Auf in den Weltraum!

Heute ist der 83. Jahrestag des ersten gelungenen Starts eines von Menschen geschaffenen Objekts in den Weltraum. Dazu Anmerkungen von Gunther Hebestreit...

Widmung von Konrad Dannenberg anlässlich seines Besuches im Bleicheröder Institut Rabe im Jahr 1999 (Foto: privat) Widmung von Konrad Dannenberg anlässlich seines Besuches im Bleicheröder Institut Rabe im Jahr 1999 (Foto: privat)
Am 03.10.1942, um 15.58 Uhr (Ortszeit) flog das Aggregat 4 (später „V2 genannt) vom Prüfstand VII in Peenemünde aus 192 km weit entlang der pommerschen Ostseeküste. Dabei erreichte diese Rakete, das Versuchsmuster 4, mit einer Gipfelhöhe von 84,5 km die Grenze zum Weltraum.

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Der damalige militärische Leiter konstatierte in der abendlichen Festveranstaltung zu Ehren dieses Erfolgs im Zinnowitzer „Schwabes Hotel“ (heute „Palace-Hotel“) bedeutungsvoll: „Das ist der Beginn der Raumschifffahrt.“ Diese geniale Leistung verhalf der gesamten Menschheit zu einem Quantensprung in der wissenschaftlich-technischen Entwicklung. Stellvertretend sind hierfür Namen zu nennen: Wernher von Braun und Walter Dornberger.


Solche Genies sucht man heute im deutschen Volk vergeblich, denn das Deutschland von heute hat sich in allen Bereichen aufgegeben. Intellektuell oder wissenschaftlich-technisch und kulturell ist Deutschland am Ende, dank der Politiker.

Leider beschritt auch diese Entwicklung zuerst den Weg über die Waffe zur zivilen Nutzung, wie es auch die „moralisch besseren“ Siegermächte taten. Alle Irrwege der Menschheit verdankt die Menschheit ihren Herrschern - heute nennt man sie „Politiker“.
Gunther Hebestreit
Autor: psg

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Alex Gösel
03.10.2025, 19:03 Uhr
Herr Hebestreit!
Vom rein wissenschaftlich-technischen Anspruch haben Sie natürlich Recht. Aber Sie wissen bestimmt auch, dass A4/V2 eine Massenvernichtungswaffe war und auch beim Bau der A4/V2-Rakete sehr viele Menschen gestorben sind? Und Sie wissen bestimmt auch, dass Wernher von Braun ab 1940 SS-Mitglied war? Übrigens wussten beide Protagonisten, was in den KZ's wohl los war, was der Preis ihrer Errungenschaft war. Moralisch sind diese beiden Menschen wohl als "Verkommen" zu bezeichnen, oder?

Und wer nach dem Krieg von diesen beiden Köüfen und mehr profitiert hat, braucht wohl keine Erwähnung, oder? Ebenfalls ein extrem verkommenes Land!
G. Hebestreit
04.10.2025, 16:05 Uhr
Herr Gösel!
Die Wissenschaftler sind 1932, in Zeiten des Friedens, einen faustischen Pakt mit dem Militär eingegangen, denn für die zivile Raketenforschung wurden keine Gelder bereitgestellt. Sie hatten die Hoffnung, die Waffe würde nie in einem Krieg eingesetzt, schließlich war ihr wahres Ziel der Weltraum. Mit der Machtübernahme der Nazis wurde es unmöglich, die Aufgabe abzulehnen, ohne sich Repressalien auszusetzen. Dieser Opportunismus machte die Forschenden zu Mittätern – das ist unstrittig und bedarf wohl keiner Belehrung durch Sie, Herr Gösel. Doch was hätten Sie persönlich damals getan? Es ist verlockend, den Moral-Finger zu heben, wenn man sich in solche Situationen nicht hineindenkt. Ihre Verurteilung ist mir zu pauschal und spiegelt die übliche „Schwarz-Weiß-Meinung“ wider. Aber ich muss Sie enttäuschen, die Welt ist weder schwarz noch weiß. Hilfreich ist es auch, in einer Diktatur gelebt zu haben. Ich habe als DDR-Bürger erfahren müssen, wie schwer und für manche auch folgenreich es ist, dem System zu widersprechen. Wie waren Ihre diesbezüglichen Erfahrungen?
Spätestens als Wernher von Braun, Klaus Riedel und Helmut Gröttrup im März 1944 für mehrere Wochen ins GESTAPO-Gefängnis nach Stettin gesperrt wurden, war deren Erwachen aus der Träumerei vom Weltraum vorbei. Der Vorwurf lautete „Sabotageverdacht“.

Fazit: Die Forscher waren zweifellos Mittäter, ob aus Überzeugung, denn das gab es häufig oder aber aus Opportunismus. Für die Überzeugungstäter breche ich natürlich keine Lanze. Jeder sollte aber darüber nachdenken, wie er in der gleichen Situation handeln würde, bevor er urteilt. Die Hauptverbrecher waren allerdings Politiker.
Und welches „extrem verkommene Land“ meinen Sie am Ende Ihres Kommentars? Die USA, UdSSR, Großbritannien, Frankreich (später Ägypten, China usw.)? Sie alle hatten keinerlei Skrupel, deutsche Wissenschaftler nach dem Krieg zu beschäftigen. Bewerten Sie diese Nationen ebenfalls als „moralisch verkommen“?
Es sollte nicht vergessen werden, dass durch diese Entwicklung ein Fortschritt in Gang gebracht wurde, welcher alle Lebensbereiche erfaßt hat. Trotzdem steht heute noch die militärische Nutzung im Vordergrund.
Gunther Hebestreit
Alex Gösel
05.10.2025, 10:24 Uhr
Provokante Frage: Gab es den "guten Nazi" oder nicht?
Man kann diese provokante Frage natürlich nicht mit einem "Ja!" oder "Nein!" beantworten, soviel müsste beinahe jedem klar sein, oder?

Aber auch wenn von Braun und Co. im GESTAPO-Gefängnis Stettin eingesessen haben, sagt das relativ wenig über deren Schuldfrage aus. Auch der KZ Kommandant von Buchenwald, Karl Otto Koch, wurde in den letzten Kriegstagen 1945 noch von der SS hingerichtet, er wurde erschossen, seine letzten, an sein Erschießungskommando gerichteten Worte waren wohl: „Jungens, schießt gut!“ - War er also ein "guter Nazi" oder gab und gibt es den "good German" doch nicht?

Zurück zu von Braun et al.: Hat sich denn der Sabotageverdacht erhärtet oder nicht? Ich denke, hier müssen Historiker noch einiges an Aufklärung betreiben!

Sie unterscheiden weiterhin von "Mittätern" und "Überzeugungstätern" - Auch hier kann und sollte man keinen Unterschied machen! Wer zu Lasten anderer Leben gefährdet oder gar beendet, gehört schwer bestraft!

Weiterhin schreiben Sie: "Die Hauptverbrecher waren allerdings Politiker." - Da würde mich doch mal Ihre heutige Ansicht interessieren, zu Putin, Trump, Selensky, Merkel, Merz und Co.. Ich glaube niemand der heute führenden Politikern hat sich mit Ruhm bekleckert, oder?
Zarathustra
06.10.2025, 12:01 Uhr
Es ist faszinierend,
wie selbst ein paar oberflächliche Fakten über die V2 hauptsächlich dazu genutzt werden, um die eigene Unzufriedenheit mit der heutigen Politik zum Ausdruck zu bringen.
Ja, die armen Wissenschaftler haben oft augenscheinlich keine Wahl gehabt. Aber Schneid konnte man schon immer haben, damals wie heute. Manch einer bezahlt heute dafür damit, dass er nicht finanziert wird und seine Forschungsgrundlage verliert. Und andere bezahlten damals mit dem Leben. Aber eine Wahl hat und hatte man immer.
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