Fr, 14:52 Uhr
03.11.2000
Ausbau der B 243: Kranke Kinder kontra Feuchtbiotop und Fledermäuse
Nordhausen/Osterode (nnz). Irgendwo in der Nähe von Bad Lauterberg im Landkreis Osterode am Harz gibt es ein Feuchtbiotop. Da wachsen Erlen, seltene Gräser, da flattern in der Nacht Fledermäuse über die Wiesen. Nebenan, einige hundert Meter entfernt von dieser Idylle, wohnen Menschen in Barbis oder Osterhagen. Die Menschen haben es wie ihre Nachbarn in Hesserode, Mackenrode oder Kleinwechsungen satt, täglich im Lärm und Gestank der Trucks auf der B 243 zu ersticken.
Abhilfe soll hier der vierspurige Ausbau der Bundesstraße mit Ortsumgehungen schaffen. Die Planungen könnten jetzt forciert werden, die Linienbestimmung könnte beginnen. Könnte! Wenn da nicht der halbe Hektar FFH-Gebiet entlang der Oder-Aue wäre. Wenn die Trasse nicht dieses Feuchtbiotop durchschneidet, dann gibt es die Bundesstraße nicht vierspurig, dann gibt es keine Ortsumgehungen, dann bleiben Lärm und Gestank für die Menschen in Günzerode und Barbis. Die komplizierte Geographie gibt keine Alternative her. Das ist der Sachstand, der als Ergebnis der Beratungen des Regionalbündnisses B 243 zwischen den beiden Landkreisen heute vorgestellt wurde. Die Landräte Claus und Reuter wollen jedoch in ihrem Druck nicht nachlassen, haben Landtags- und Bundestagsabgeordnete an ihrer Seite. Bereits jetzt wird die Aufnahme des Ausbaus der Bundesstraße in den vordringlichen Bedarf des neuen Bundesverkehrswegeplanes ab 2003 gefordert. Dabei wollen die Parlamentarier als operatives "Frühwarnsystem" fungieren. Schnelle Informationen aus Hannover, Erfurt oder Berlin sind oftmals Gold wert.
Sollte das FFH-Gebiet wieder aus dem Europäischen Katalog herausgenommen werden, dann wird die Trasse auch nicht sofort gebaut. Bürokratische und baurechtliche Zeitschienen scheinen den betroffenen Bürgern nicht durchschaubar, müssen aber eingehalten werden. ("Hurra, wir leben in Deutschland!") Nach der Linienbestimmung folgen die Entwurfsarbeiten, danach beginnt das Planfeststellungsverfahren. Sollte dieses Prozedere ohne Hürden genommen werden, dann rechnen die beiden Landräte "vorsichtig" mit einem Baubeginn im Jahr 2008. Solange müssen die Menschen an der B 243 mit dem Dreck und Krach leben, solange werden immer wieder Kinder krank, die direkt an der Trasse wohnen. Das hat eine Studie unlängst ergeben.
Schon etwas eher können die Bürger von Hesserode und Kleinwechsungen aufatmen. Der Bau einer 3,5 Kilometer langen Stichstraße von der Autobahnabfahrt Großwechsungen in Richtung B 243 wird den Verkehr von ihnen fernhalten. Hier kann mit einem Baustart jedoch auch nicht vor 2002 gerechnet werden.
Autor: psgAbhilfe soll hier der vierspurige Ausbau der Bundesstraße mit Ortsumgehungen schaffen. Die Planungen könnten jetzt forciert werden, die Linienbestimmung könnte beginnen. Könnte! Wenn da nicht der halbe Hektar FFH-Gebiet entlang der Oder-Aue wäre. Wenn die Trasse nicht dieses Feuchtbiotop durchschneidet, dann gibt es die Bundesstraße nicht vierspurig, dann gibt es keine Ortsumgehungen, dann bleiben Lärm und Gestank für die Menschen in Günzerode und Barbis. Die komplizierte Geographie gibt keine Alternative her. Das ist der Sachstand, der als Ergebnis der Beratungen des Regionalbündnisses B 243 zwischen den beiden Landkreisen heute vorgestellt wurde. Die Landräte Claus und Reuter wollen jedoch in ihrem Druck nicht nachlassen, haben Landtags- und Bundestagsabgeordnete an ihrer Seite. Bereits jetzt wird die Aufnahme des Ausbaus der Bundesstraße in den vordringlichen Bedarf des neuen Bundesverkehrswegeplanes ab 2003 gefordert. Dabei wollen die Parlamentarier als operatives "Frühwarnsystem" fungieren. Schnelle Informationen aus Hannover, Erfurt oder Berlin sind oftmals Gold wert.
Sollte das FFH-Gebiet wieder aus dem Europäischen Katalog herausgenommen werden, dann wird die Trasse auch nicht sofort gebaut. Bürokratische und baurechtliche Zeitschienen scheinen den betroffenen Bürgern nicht durchschaubar, müssen aber eingehalten werden. ("Hurra, wir leben in Deutschland!") Nach der Linienbestimmung folgen die Entwurfsarbeiten, danach beginnt das Planfeststellungsverfahren. Sollte dieses Prozedere ohne Hürden genommen werden, dann rechnen die beiden Landräte "vorsichtig" mit einem Baubeginn im Jahr 2008. Solange müssen die Menschen an der B 243 mit dem Dreck und Krach leben, solange werden immer wieder Kinder krank, die direkt an der Trasse wohnen. Das hat eine Studie unlängst ergeben.
Schon etwas eher können die Bürger von Hesserode und Kleinwechsungen aufatmen. Der Bau einer 3,5 Kilometer langen Stichstraße von der Autobahnabfahrt Großwechsungen in Richtung B 243 wird den Verkehr von ihnen fernhalten. Hier kann mit einem Baustart jedoch auch nicht vor 2002 gerechnet werden.

