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Do, 10:22 Uhr
25.09.2025
Neuer Tiefpunkt bei Ratenkreditvergabe:

Banken werden immer strenger

Banken werden bei der Prüfung von Kreditanfragen immer strenger. Im August erhielten nur noch 46,8 Prozent aller Kreditinteressierten, die über Verivox einen Ratenkredit angefragt haben, mindestens ein Finanzierungsangebot...

Grafik (Foto: Verivox) Grafik (Foto: Verivox)
Und das, obwohl die Kunden ihr Darlehen über das Vergleichsportal nicht nur bei einer, sondern bei zahlreichen Banken auf einmal anfragen, wodurch sich die Chancen auf eine Zusage schon deutlich verbessern. Der Index, mit dem Verivox die Verfügbarkeit von Ratenkrediten misst, ist im August auf einen Tiefststand gefallen.

Jeder zweite Finanzierungswunsch kann nicht verwirklicht werden
Bereits bei seiner letzten Auswertung im März dieses Jahres hatte das Vergleichsportal mit einem Indexwert von 66,6 ein neues Allzeit-Tief ermittelt. Aber seitdem ist es für Verbraucherinnen und Verbraucher sogar noch schwieriger geworden, einen Ratenkredit aufzunehmen.

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Mit einem Indexwert von 65,7 ist die Kreditverfügbarkeit für private Haushalte im August auf einen neuen Tiefststand gefallen. Das bedeutet: Mehr als ein Drittel aller Kreditinteressierten (34,3 Prozent), die Anfang 2020 noch einen Ratenkredit hätten aufnehmen können, würde unter aktuellen Bedingungen kein Finanzierungsangebot mehr erhalten.

Aktuell bleibt gut die Hälfte aller Kreditanfragen (53,2 Prozent) ohne Bankangebot. „Die anhaltende Konjunkturschwäche und der Anstieg der Arbeitslosenzahlen lassen die Banken bei der Kreditprüfung immer restriktiver werden“, sagt Oliver Maier Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. „Die Geldhäuser wollen sich keine Kredite in die Bücher holen, die die Verbraucher am Ende nicht zurückzahlen können.“

Erschwerter Kreditzugang belastet Konjunktur zusätzlich
Der Verivox-Index zeigt: Selbst während der Lockdowns auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie blieben nicht so viele Kreditanfragen ohne Finanzierungsangebot wie aktuell. Dabei hatten viele Banken damals nahezu alle Kreditanfragen von Arbeitnehmern aus besonders betroffenen Branchen wie dem Reise-, Veranstaltungs-, Gastro- oder Hotelgewerbe pauschal abgelehnt. Zwar stechen einzelne Branchen bei den Ablehnungen mittlerweile nicht mehr so deutlich hervor. Doch in Summe bleiben heute noch mehr Kreditinteressierte als damals ohne Finanzierungsangebot.


„Natürlich müssen Banken bei der Kreditprüfung die aktuelle Wirtschaftslage berücksichtigen, allerdings belastet ein erschwerter Zugang zu Krediten die Konjunktur umso mehr“, sagt Oliver Maier. „Immer häufiger können private Investitionen wie ein Autokauf, die Anschaffung neuer Möbel oder eine größere Renovierung deshalb nicht verwirklicht werden, weil Verbraucher dafür keine Finanzierung erhalten.“

Anfrage bei mehreren Banken verbessert die Chancen erheblich
Die genauen Kriterien bei der Kreditprüfung sind je nach Geldhaus unterschiedlich. Wer das benötigte Darlehen nicht nur bei einer, sondern bei mehreren Banken anfragt, verbessert deshalb automatisch die Chancen auf eine Zusage. „Keine einzelne Bank auf unserer Plattform macht bei mehr als 30 Prozent aller Anfragen ein Kreditangebot. Aber in knapp der Hälfte aller Fälle erhalten die Verbraucher von mindestens einem der Kreditinstitute ein Finanzierungsangebot“, berichtet Oliver Maier.

Wer sogar von mehreren Anbietern ein Kreditangebot zurückbekommt, kann daraus zudem ein besonders günstiges auswählen und spart auf diese Weise häufig eine Menge Zinsen. Wie sehr sich das für Verbraucher auszahlt, verdeutlicht eine Modellrechnung:

Die Zinsen für Ratenkredite liegen im Bundesschnitt aktuell bei 8,36 Prozent – laut Daten der Bundesbank. Wer im August über den Kreditvergleich von Verivox einen Ratenkredit aufgenommen hat, muss dafür im Mittel nur 6,79 Prozent Zinsen zahlen. Bei diesen Konditionen sparen Verbraucher bei einem typischen Kredit in Höhe von 20.000 Euro mit 6 Jahren Laufzeit insgesamt über 1.000 Euro Zinskosten im Vergleich zu einem Darlehen zum bundeswieten Durchschnittszins (exakte Ersparnis: 1.021 Euro).

Methodik
Seit Anfang 2020 ermittelt Verivox monatlich den Anteil der Kreditinteressierten, die auf ihre Ratenkreditanfrage mindestens ein Finanzierungsangebot von einer Bank erhalten. Auf Basis dieser Angebotsquote wird ein Index gebildet, der die Kreditverfügbarkeit ins Verhältnis zum Ausgangswert im Januar 2020 setzt. Ein Indexwert von 65,7 bedeutet, dass 34,3 Prozent der Kreditinteressierten, die Anfang 2020 noch einen Ratenkredit hätten aufnehmen können, unter den aktuellen Rahmenbedingungen keinen mehr erhalten würden.
Autor: psg

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Kommentare
P.Burkhardt
25.09.2025, 11:30 Uhr
Ich sehe darin eine Folge...
...der Kreditvergabe während der Niedrigzinsphase. Viele Kredite, die damals abgeschlossen wurden (Teilweise mit Zinsen von unter 1 Prozent) werden langsam fällig und die wegen der gestiegenen Zinsen teureren Anschlussfinanzierungen können sich manche Kreditnehmer dann nicht mehr leisten, weswegen die Finanzierung abgelehnt wird. Mein Tipp an Betroffene: Sucht das Gespräch mit der Hausbank, anstatt über irgendwelche Vermittler zu gehen.

Insgesamt ist es gut, dass genauer hingeguckt wird. Am Ende ist es im Interesse des potentiellen Kreditnehmers, wenn er einen Kredit nicht bekommt, weil er ihn sich eigentlich nicht leisten kann.
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