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Mi, 10:27 Uhr
10.09.2025
19. Thüringer Pflegesymposium

Starkes Zeichen für gewaltfreie Pflege gesetzt

Unter dem Leitthema „Gewalt in der Pflege – Erkennen, Begegnen, Verhindern“ fand heute das 19. Thüringer Pflegesymposium in der festlich hergerichteten Aula der Neanderklinik Harzwald GmbH statt...

Thüringens Ministerin Katharina Schenk nahm sich viel Zeit, trug detailliert vor und wollte Fotos mit Auszubildenden -Klassen, die weiter aktiv begleitet werden sollen. Im Bild: Martina Röder, Deutscher Pflegeverband DPV und Neanderklinik Harzwald sowie der I. Beigeordnete des Landrates vom LK Nordhausen, Stefan Nüßle. Katharina Schenk ist die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie. (Foto: Tim Schäfer) Thüringens Ministerin Katharina Schenk nahm sich viel Zeit, trug detailliert vor und wollte Fotos mit Auszubildenden -Klassen, die weiter aktiv begleitet werden sollen. Im Bild: Martina Röder, Deutscher Pflegeverband DPV und Neanderklinik Harzwald sowie der I. Beigeordnete des Landrates vom LK Nordhausen, Stefan Nüßle. Katharina Schenk ist die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie. (Foto: Tim Schäfer)


Pflegekräfte, Auszubildende, Führungspersonal und politische Entscheidungsträger aus ganz Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen kamen zusammen, um gemeinsam über Prävention, Schutz und professionelle Pflegekultur zu diskutieren.
Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Katharina Schenk, eröffnete das Symposium mit einem eindringlichen Appell:
„Gewalt in der Pflege ist oft Ausdruck struktureller Überforderung und mangelnder Unterstützung. Es liegt in der Verantwortung aller Akteure, ein Klima zu schaffen, das Würde und Sicherheit für Pflegebedürftige und Pflegende gleichermaßen gewährleistet.“

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Schenk stellte zentrale Punkte der pflegepolitischen Agenda Thüringens vor, darunter die Stärkung der Ausbildung, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, der Ausbau präventiver Strukturen sowie die Förderung digitaler Lösungen zur Entlastung des Personals. Auch auf Bundesebene sprach sie sich für eine engere Verzahnung von Pflegepolitik, Gesundheitsversorgung und sozialer Infrastruktur aus.

Ein besonders persönliches und bewegendes Statement kam von Stefan Nüßle, 1. Beigeordneter des Landkreises Nordhausen. Er sprach offen über die Herausforderungen und Befindlichkeiten im Landkreis – von der demografischen Entwicklung über den Fachkräftemangel bis hin zur Belastung pflegender Angehöriger. Aus eigener Erfahrung in seiner Familie schilderte er eindrucksvoll, wie wichtig Unterstützung, Verständnis und professionelle Begleitung im Pflegealltag sind.
„Pflege ist nicht nur eine gesellschaftliche Aufgabe – sie ist zutiefst menschlich und betrifft uns alle, früher oder später.“
Die Vorträge wurden von Silvia Böhme, Bildungsexpertin und erfahrene Moderatorin, souverän begleitet. Sie führte kenntnisreich durch das Programm und sorgte für einen lebendigen Austausch zwischen Referierenden und Publikum.
Besonders eindrucksvoll waren die Beiträge von Melanie M. Klimmer und Hubert Klein, die das Thema Gewalt aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten. Klimmer zeigte anhand konkreter Fallbeispiele, wie strukturelle und sprachliche Gewalt im Pflegealltag entstehen kann – oft unbemerkt.
„Pflege braucht nicht nur Empathie, sondern auch klare Strukturen, die Gewalt verhindern, bevor sie entsteht“, betonte sie.

Rechtsanwalt Klein ergänzte die juristische Dimension und erläuterte die rechtlichen Grundlagen von Schutzpflichten und Haftung. „Pflegekräfte bewegen sich oft in einem Graubereich zwischen Fürsorge und juristischer Verantwortung. Es ist unsere Aufgabe, diesen Raum durch klare Regeln und Schulung zu sichern.“

Ein weiterer Höhepunkt war der praxisorientierte Vortrag von Frank Allisat, Coach für Kommunikation und Konfliktmanagement. Er demonstrierte gemeinsam mit Teilnehmenden konkrete Techniken zur Deeskalation – von Körpersprache über Gesprächsführung bis hin zu Selbstregulation. Die Übungen fanden besonders bei den jungen Pflegeauszubildenden aus der Region großen Anklang.
„Pflegekräfte brauchen nicht nur Fachwissen, sondern auch Werkzeuge, um sich selbst und andere in schwierigen Momenten zu schützen“, so Allisat.
Die Veranstaltung war nicht nur vor Ort ein Erfolg – auch online konnten Besucherinnen und Besucher die Vorträge live verfolgen. Viele Teilnehmende machten von diesem Angebot Gebrauch und trugen so zur breiten Resonanz des Symposiums bei.

Den feierlichen Rahmen gestaltete das Team der Neanderklinik Harzwald mit viel Liebe zum Detail: Weiße Rosen auf dem Tisch, eine festlich dekorierte Aula und eine herzliche Atmosphäre unterstrichen die Wertschätzung für das Thema und die Menschen, die sich ihm widmen. Begleitend präsentierten sich Aussteller, darunter der Deutsche Pflegeverband (DPV) und der Deutsch-Ukrainische Pflegeverband, mit Informationsständen und Materialien zur beruflichen Weiterbildung und internationalen Kooperation.

Den Auftakt und das Schlusswort übernahm Martina Röder, Geschäftsführerin des DPV. Sie würdigte das Engagement der Teilnehmenden und stellte die umfassenden Angebote des Verbands vor – insbesondere für die anwesenden Lehrklassen.
„Pflege braucht nicht nur Herz und Hand, sondern auch Wissen und Haltung. Der DPV steht Ihnen zur Seite – mit Schulungen, Fortbildungen und einer Begleitung, die über das Klassenzimmer hinausgeht.“
Ihre Worte wurden mit großem Beifall bedacht und unterstrichen die zentrale Botschaft des Tages: Pflege braucht Unterstützung, Professionalität und eine Kultur der Achtsamkeit – für alle Beteiligten.

Autor: osch

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