Sa, 23:55 Uhr
06.09.2025
Kanadische Cliff Stevens Band begeistert mit Clapton-Cover
Mr. Slowhand war da
Clapton Is God, hatten seine Fans einst an die Hauswände in London geschrieben und damit der Graffiti Art eine gewissen Schub verliehen. Das ist fast sechzig Jahre her und der göttliche Mr. Slowhand kam auch nicht persönlich nach Bad Langensalza, schickte aber mit dem Kanadier Cliff Stevens einen würdigen Vertreter …
Staunende Gesichter am Samstagabend in der Gottesackerkirche, denn die war nicht nur restlos ausverkauft, sondern hätte noch gut vierzig Gäste aufnehmen können, die das Konzert dann bei geöffneter Tür verfolgen durften. Das nennt man einen gelungenen Einstand, den die Eventagentur Manthey Rocco Pera bei ihrer ersten Veranstaltung hier hinlegte. Grund für das Kommen der über 300 Besucher war der Auftritt eines Mannes, der sich seinem Idol Eric Clapton musikalisch weit genähert hat, ohne den Meister einfach kopieren zu wollen. Clapton ist übrigens dieser Typ, der auf die Frage, wie man sich als bester Gitarrist der Welt so fühle, antwortete: Keine Ahnung, da müssen sie mal Richard Thompson fragen. Und Stevens schaffte es an diesem Abend in der Kurstadt, all die Erinnerungen an eine Zeit bester handgemachte Rockmusik wieder heraufzubeschwören. Egal ob mit seinem virtuosen Gitarrenspiel, dem Gesang im Timbre Claptons oder optisch, bis hin zur rot getönten Brille.
Die Cliff Stevens Band begann mit den großen Hits der Endsiebziger Jahre wie After Midnight oder "Tears In Heaven", streute eigene, bluesorientierte Titel im Stile des Meisters ein, machte Ausflüge in den Rock’n’Roll, klopfte an Bob Dylans Himmelspforte und bemühte den Hoochie Coochie Man des schwarzen Bluesgottes Muddy Waters. Im zweiten Konzertteil legte Stevens die Fender Stratocaster kurzzeitig zugunsten einer Akustikgitarre zur Seite, um mit San Francisco Bay und Before You Accuse Me das legendäre unplugged-Album Claptons zu zitieren. Auch Layla führte Stevens unter dem Jubel des Auditoriums mit der Akustischen, aber nicht ohne ordentliches Solo, auf.
Dann verabschiedete sich der preisüberhäufte kanadische Klampfer so langsam in die Sechziger Jahre und präsentierte mit Crossroads den ersten Klassiker von CREAM, der sagenhaften ersten Superband der Rockgeschichte. Denen wird nachgesagt, sie konnten anfänglich nur drei oder vier eigene Titel spielen und füllten ihre Konzerte damit aus, dass sie alle drei endlose Soli spielten. Auch Stevens spielte durch die Kirche marschierend ein unglaubliches Solo. Seine Band trat ebenfalls in der berühmten Dreierbesetzung auf; neben dem Bandleader brillierten Serge Dionne an der Bassgitarre und Dan Dyson am Schlagzeug.
Optisch und musikalisch eine gelungene Hommage an den Meister: Cliff Stevens (Foto: Eva Maria Wiegand)
Zu diesem Zeitpunkt war das von Silberrücken dominierte Publikum schon längst im Bann des Gitarrenvirtuosen gefangen und honorierte auch die folgenden Kracher der Superband Sunshine Of Your Love und White Room mit frenetischem Beifall. Nach knapp zweieinhalb Stunden gab es noch ein Selfie des Trios mit Publikum und wenig später war Schluss. Für viele der Anwesenden geriet der Abend zu einer Reise in die eigene Jugend und die Zeit von Sex, Drugs and Rock’n’Roll. Obwohl heute kaum noch nachvollziehbar ist, wie ein Konzert ohne Hunderte im Dauereinsatz befindlicher Handys damals ausgesehen haben mag.
Die Veranstalter der Manthey Rocco Pera GmbH blickten indessen schon einmal in die Zukunft und luden zum Tenortrio FELLAS am Nikolausabend ins KKZ ein. Auch dieser Termin hat ein volles Haus verdient.
Olaf Schulze
Autor: oschStaunende Gesichter am Samstagabend in der Gottesackerkirche, denn die war nicht nur restlos ausverkauft, sondern hätte noch gut vierzig Gäste aufnehmen können, die das Konzert dann bei geöffneter Tür verfolgen durften. Das nennt man einen gelungenen Einstand, den die Eventagentur Manthey Rocco Pera bei ihrer ersten Veranstaltung hier hinlegte. Grund für das Kommen der über 300 Besucher war der Auftritt eines Mannes, der sich seinem Idol Eric Clapton musikalisch weit genähert hat, ohne den Meister einfach kopieren zu wollen. Clapton ist übrigens dieser Typ, der auf die Frage, wie man sich als bester Gitarrist der Welt so fühle, antwortete: Keine Ahnung, da müssen sie mal Richard Thompson fragen. Und Stevens schaffte es an diesem Abend in der Kurstadt, all die Erinnerungen an eine Zeit bester handgemachte Rockmusik wieder heraufzubeschwören. Egal ob mit seinem virtuosen Gitarrenspiel, dem Gesang im Timbre Claptons oder optisch, bis hin zur rot getönten Brille.
Die Cliff Stevens Band begann mit den großen Hits der Endsiebziger Jahre wie After Midnight oder "Tears In Heaven", streute eigene, bluesorientierte Titel im Stile des Meisters ein, machte Ausflüge in den Rock’n’Roll, klopfte an Bob Dylans Himmelspforte und bemühte den Hoochie Coochie Man des schwarzen Bluesgottes Muddy Waters. Im zweiten Konzertteil legte Stevens die Fender Stratocaster kurzzeitig zugunsten einer Akustikgitarre zur Seite, um mit San Francisco Bay und Before You Accuse Me das legendäre unplugged-Album Claptons zu zitieren. Auch Layla führte Stevens unter dem Jubel des Auditoriums mit der Akustischen, aber nicht ohne ordentliches Solo, auf.
Dann verabschiedete sich der preisüberhäufte kanadische Klampfer so langsam in die Sechziger Jahre und präsentierte mit Crossroads den ersten Klassiker von CREAM, der sagenhaften ersten Superband der Rockgeschichte. Denen wird nachgesagt, sie konnten anfänglich nur drei oder vier eigene Titel spielen und füllten ihre Konzerte damit aus, dass sie alle drei endlose Soli spielten. Auch Stevens spielte durch die Kirche marschierend ein unglaubliches Solo. Seine Band trat ebenfalls in der berühmten Dreierbesetzung auf; neben dem Bandleader brillierten Serge Dionne an der Bassgitarre und Dan Dyson am Schlagzeug.
Optisch und musikalisch eine gelungene Hommage an den Meister: Cliff Stevens (Foto: Eva Maria Wiegand)
Zu diesem Zeitpunkt war das von Silberrücken dominierte Publikum schon längst im Bann des Gitarrenvirtuosen gefangen und honorierte auch die folgenden Kracher der Superband Sunshine Of Your Love und White Room mit frenetischem Beifall. Nach knapp zweieinhalb Stunden gab es noch ein Selfie des Trios mit Publikum und wenig später war Schluss. Für viele der Anwesenden geriet der Abend zu einer Reise in die eigene Jugend und die Zeit von Sex, Drugs and Rock’n’Roll. Obwohl heute kaum noch nachvollziehbar ist, wie ein Konzert ohne Hunderte im Dauereinsatz befindlicher Handys damals ausgesehen haben mag.
Die Veranstalter der Manthey Rocco Pera GmbH blickten indessen schon einmal in die Zukunft und luden zum Tenortrio FELLAS am Nikolausabend ins KKZ ein. Auch dieser Termin hat ein volles Haus verdient.
Olaf Schulze

































