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Fr, 10:02 Uhr
22.12.2006

Ab durchs Rohr

Nordhausen (nnz). Sie ist 1.570 Meter lang, hat sechs Linien, verfügt über 40 Stationen und eine Zentrale: Die Rede ist von der Rohrpostanlage des Südharz-Krankenhauses in Nordhausen. Vor sechs Jahren begannen im Krankenhaus die ersten Ideen für ein solches Transportsystem zu reifen. Die nnz auf der Spur einer unnormalen Post.

Schwester Stefanie an der MVZ-Station (Foto: nnz) Schwester Stefanie an der MVZ-Station (Foto: nnz)


Damals, im Jahr 2000, beschränkte sich die Diskussion lediglich auf eine effektive Verbindung von den Stationen zum Labor und zur Blutspendezentrale. Auch heute noch werden die meisten der täglich über 800 „Sendungen“ dorthin geschickt, doch mittlerweile profitieren alle Stationen des Hauses von der innovativen Logistik.

Herzstück der Rohrpostanlage der Firma Aerocom ist die zentrale Übergabestation. Dort wechseln die Behälter, die ein Volumen von 3,3 Liter haben, von einer Linie zur anderen. Doch niemand muss eine Weiche stellen, die Rohrpostanlage hat ein mikroprozessorgesteuertes Gehirn. An den einzelnen Stationen wird lediglich die Adresse mittels eines Zahlencodes eingegeben und ab geht die Post. Neben den Sendungen zum Labor ist unter anderem möglich, während einer Operation entnommene Gewebeproben zur Pathologie zu schicken und wenig später die Ergebnisse zu erhalten. So kann zum Beispiel die OP-Zeit deutlich verringert werden.

Während der Sanierung des Bettenhauses 1 wurde mit dem Einbau der Rohrpostanlage begonnen. Ausgebaut wurde das Rohrsystem dann im Bettenhaus 2 und im Funktionsgebäude im laufenden Betrieb.

Eine Herausforderung an die Planer, die Errichter und das Personal. Nicht nur die hohen brandschutztechnischen Standards mussten berücksichtigt werden, auch die Radien der Rohrbögen spielten eine entscheidende Rolle, können sich der technische Leiter des Südharz-Krankenhauses, Rainer Teichert, und sein Stellvertreter, Bernd Schimmel, erinnern.

Der Einbau der Anlage in das neue Bettenhaus 3 ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, hier wird es neun neue Rohrpost-Stationen geben. Nach der Fertigstellung dieses Bettenhauses werden dann die Frachten mit acht Meter pro Sekunde durch das Rohrsystem mit einem Durchmesser von 160 Millimeter geschickt. Mehrere Kompressoren sorgen dafür, dass die Kartuschen entweder zum Zielort „gepustet“ oder angesaugt werden. Welches Verfahren angewandt wird, auch darüber entscheidet der zentrale Rechner.
Autor: nnz

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