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So, 08:30 Uhr
07.09.2025
Heimatgeschichte

Wer war Michael Neander?

Wenn wir heute auf die Neanderklinik Harzwald in Ilfeld blicken, blicken wir nicht nur auf Erinnerung und Grabmale aus Stein, wie das von Michael Neander, der vor 500 Jahren geboren worden ist, jetzt aufbereitete historische Erkenntnisse...

Neben Klosterschulfundamentresten ist er sozusagen das bevorzugte geistige Fundament, Ilfelds großer Magister einer vergangenen, reformatorischen und humanistisch geprägten Zeit. Dieses Fundament hat ein Mann gelegt hat, dessen Name weit über Thüringen hinaus leuchtet: Michael Neander – Oeconomus, Rektor, Humanist, Reformator. Aber auch Naturfreund, Jugendfreund, Mediziner, Vogelfallensteller…

Ist das möglich, finden sich Belege in der Überlieferung dafür? Neander, ein Mann, Pädagoge, der nicht nur unterrichtete, sondern formte. Nicht nur verwaltete, sondern erneuerte. Hier kurz, wie er uns zunächst mit Kontext Ilfeld begegnet, wobei hier der Bezug auf die Ilfelder Regesten als Quelle direkt genommen wird.

Michael Neander in den Ilfelder Regesten (Foto: Tim Schäfer) Michael Neander in den Ilfelder Regesten (Foto: Tim Schäfer)

Bereits 1541 tritt er als Berichterstatter auf – ein Mann, der die Steuerzahlungen des Grafen Günther zum Schlossbau dokumentiert, der die ökonomischen Ströme durchschaut und benennt. Früh zeigt sich: Neander denkt nicht nur in Lehrplänen, sondern in Strukturen. Der Schlossbau in Sondershausen steht in seinen sogen. alten Teilen bis heute, ein Schatz für die Region und Sondershausen. Neander kannte Stange und Marhold, die Protagonisten, die es zum Laufen gebracht haben, das neue Schulprojekt von Ilfeld, welches für die höheren Studien excellent Grundlagen geben sollte und später in die Göttinger Unigründung, die Georg-August-Universität, teils aufgelassen worden ist. Er hilft, in Kirchengel mit Stange Konflikte für die spät. Klosterschule zu schlichten, er gelobt dem kranken Stange auf dem Sterbebett, die Klosterschule zu gestalten, er hält sein Wort treu.

Michael Neander im Stich von Johann Ludwig Meil (Foto: Tim Schäfer) Michael Neander im Stich von Johann Ludwig Meil (Foto: Tim Schäfer)

Neander, so ist überliefert, rettet Teile des nach den Wirren des sogen. Bauernkriegs zerstörten Archivs. 1543 – Herzog Moritz von Sachsen erkennt das Potenzial der Schule und spricht sich für ihre Gründung aus. 1546 beginnt sie offiziell – und mit ihr beginnt eine neue Ära. Neander wird 1550 offiziell berufen, aus Nordhausen, und bringt nicht nur Wissen mit, sondern Vision. Vernetzung, die sich über Nordhäuser Kreise fortschreibt.

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Er kämpft – 1559 etwa mit den Grafen von Schwarzburg um die Güter der Klosterschule. Der Rektor Neander verhandelt – mit Bruckhausen aus dem Stift Corvey. Und er gestaltet – etwa 1560, als er gemeinsam mit Verwalter Will festhält, dass in Hermannsacker „das Evangelium rein, lauter und christlich gelehrt und gepredigt“ werden müsse. Kein Satz, sondern ein Bekenntnis.

Neander war nicht nur Pädagoge, sondern Diplomat, Theologe, Verwalter. Er schreibt Inventare, verfasst Briefe – etwa 1562 an Joanni Portae in Utrecht – und verteidigt die Klosterschule lutherscher Prägung gegen die Versuche der Prämonstratenser, einen katholischen Abt einzusetzen. Mit Feder und Haltung. Michael Neander war kein Mann der leisen Worte. Er war ein Mann der klaren Prinzipien. Ein Mann, der wusste: Bildung ist nicht Luxus, sondern Notwendigkeit. Nicht Anpassung, sondern Aufbruch.

Sein Vermächtnis? Eine Schule, die leuchtete, eine Idee, die bis heute trägt: Dass wahre Bildung immer auch Charakter formt. Wer Neander war, kann auch aus dem Loblied des Prof. Laurentius Rhodomann (geb. in Niedersachswerfen als Sohn eines armen Tagelöhners), beide verbannt lebenslang eine innige Freundschaft, gelesen werden. Die Ilfelda Hercynica ist auch ein Loblied auf Neander!

Auf Deutsch wird diese digital in Kürze Ilfeld zurückgegeben, also der breiten Leserschaft, mit einer Einführung des Autors. Am 27.09., ab 15.00 Uhr lädt die Neanderklinik Harzwald in Ilfeld/Harztor herzlich ein, zu einem kleinen Fest zur Ehrung Neanders. Mit Musik im Park, einem fürstlich anmutenden Kaffeehaus und Führungen in der Krypta, dem exklusiven Museum, hier ist auch der Grabstein von Michael Neander zu besichtigen.
Tim Schäfer
Autor: red

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