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Mo, 10:10 Uhr
01.09.2025
Öffentlicher Dienst:

Großes Einsparpotential

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst stark gestiegen. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Viele Länder und Kommunen kamen auch mit vergleichsweise geringem Personalzuwachs aus. Der Fiskus könnte Milliarden sparen...

Auch im Nordhäuser Rathaus könnte Einsparpotential zu finden sein. (Foto: Hans Linde auf Paixabay) Auch im Nordhäuser Rathaus könnte Einsparpotential zu finden sein. (Foto: Hans Linde auf Paixabay)
Von Kinderbetreuung über Krankenhäuser bis hin zu Polizei oder Sozialhilfe: Länder und Kommunen müssen viele Aufgaben bewältigen. Immer öfter klagt der öffentliche Dienst über Engpässe – und fordert neue Stellen. Das IW hat untersucht, ob das tatsächlich nötig ist – mit überraschendem Ergebnis: Deutschlandweit gibt es ein Einsparpotenzial von 60.000 Stellen – das entspricht rund 3,4 Milliarden Euro.

Sachsen-Anhalt besonders effizient, Schleswig-Holstein Schlusslicht
Mithilfe eines statistischen Modells kann der tatsächliche Personalbedarf ausgerechnet werden. Es zeigt auf, wie sich die Zahl der Beschäftigten zwischen 2015 und 2022 allein aufgrund von demografischen und sozialpolitischen Kennzahlen und wirtschaftlichen Faktoren hätte durchschnittlich entwickeln müssen. In Schleswig-Holstein ist die Beschäftigung je Einwohner zwischen 2015 und 2022 mit 11,5 Prozent am stärksten gestiegen.

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Rein rechnerisch hätte ein Plus von 9,4 Prozent ausgereicht - das Bundesland hat ein Einsparpotenzial von 3.600 Beschäftigten. Im relativen Vergleich ist das nördlichste Bundesland das Schlusslicht.

Spitzenreiter ist Sachsen-Anhalt: Hier kamen das Land und die Kommunen mit zwei Prozent weniger Beschäftigung aus als prognostiziert. Auch Thüringen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Bayern kommen mit weniger Personal aus als gedacht. Die Stadtstaaten wurden im Bundesländervergleich nicht berücksichtigt.

Starker Zuwachs in der Verwaltung
Besonders stark ist die Beschäftigung im Bereich „Politische Führung und zentrale Verwaltung“ mit über 25 Prozent gestiegen. Auf der anderen Seite ist das Personal der Kommunen im Bereich Städtebau nur leicht aufgestockt worden, obwohl vielerorts Wohnraum knapp ist. „Obwohl der öffentliche Dienst immer mehr Mitarbeiter beschäftigt, klagen Länder und Kommunen weiterhin über den Fachkräftemangel“, sagt Studienautor Martin Beznoska.

„Die Analyse zeigt, dass einige Kommunen ihre Aufgaben mit deutlich weniger Personal bewältigen als andere. Statt ausschließlich über fehlendes Personal zu klagen, sollte sich der öffentliche Dienst vielmehr um effizientere Arbeitsweisen bemühen.“

Methodik:
Die Effizienz öffentlicher Beschäftigung wird als Abweichung zwischen tatsächlicher und modellbasiert erwarteter Entwicklung gemessen („Benchmark“). Grundlage ist ein statistisches Modell mit Daten von 2015 bis 2022, das Veränderungen in Strukturindikatoren wie Wirtschaftslage, Zahl der Transferempfänger, Schüler oder Demografie berücksichtigt. Diese Faktoren beeinflussen die Aufgaben der Kommunen und damit den Personalbedarf. Liegt der tatsächliche Personalzuwachs über dem erwarteten Wert, gilt er als „eher ineffizient“, liegt er darunter, als „eher effizient“.
Die vollständige Studie finden Sie hier.
Autor: psg

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Kommentare
ChristianNDH
01.09.2025, 11:57 Uhr
Bitte sofort umsetzen
Bei der schlechten Performence in Stadt und Landkreis stellt sich mir schon lange die Frage, was das ganze Personal da den ganzen Tag in der Verwaltung macht.
Mein Vorschlag: Stadt und Landkreis Nordhausen zusammenlegen. Ein ganze Parallelverwaltung fällt sofort weg. Die lästigen Dauerstreiereien zwischen den Topführungskräften hören dann auch auf.
Hier liegt viel weiteres Einsparpotential für Rechtsanwälte, Gerichtskosten, Prozesskosten, usw..
Leider ein schöner Traum. Der Handlungsdruck müßte nämlich von außen kommen, denn wie heißt es im Volksmund: Frag nicht die Kröte, wenn der Teich oder der Sumpf trockengelegt werden soll.
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