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Sa, 16:20 Uhr
16.12.2006

Weihnachtsfeier

Nordhausen (nnz). Mit dem Nordthüringen-Derby gegen die Eintracht aus Sondershausen wollte Wacker Nordhausen seine Fans versöhnlich auf die Weihnachtszeit einstimmen. Und da kommt ein solcher Fight gerade recht. Ob den Fans nach mehr als 90 Minuten denn auch zum Feiern zumute war, das hat die nnz beobachtet.

Vergeblich. Torsten Klaus schießt in die Zwei-Mann-Mauer (Foto: nnz) Vergeblich. Torsten Klaus schießt in die Zwei-Mann-Mauer (Foto: nnz)


Viel Feuer war in diesem Kick nicht drin, was auch daran lag, dass die Zuschauer fast 60 Minuten auf das erste Tor warten mussten. Das fiel für Wacker in der 59. Minute. Alexander Töpfer flanke hoch in den Strafraum, Lars Pohl sprang am höchsten und köpfte das Leder ins Sondershäuser Tor. Zu diesem Zeitpunkt war die Führung für die Wackern wohl auch verdient. Das lag aber mehr daran, dass die Eintracht ein überaus schwaches Spiel ablieferte. Dafür hatten Torsten Klaus und Lars Pohl in der ersten Halbzeit mehrere hochkarätige Möglichkeiten das Führungstor zu erzielen (4., 10. oder 29.). Ein Flachschuß von Ciesla, am Gästetor vorbei, beendete die erste Halbzeit.

Ähnlich geht es in Halbzeit zwei dann auch weiter. Pohl in der 61., Pistorius in der 65. und Klaus in der 70. Minute vergeben so genannten 100prozentige Chancen. Dann überlassen die Nordhäuser ihrem Gegner aus unerfindlichen Gründen mehr Raum, mehr Anteile vom Spiel. Der erste Warnschuß in 76. Minute von Rasch, doch Finsterbusch ist aufmerksam und pariert den scharfen Ball. Eine Minute später ist der Nordhäuser Keeper dann auf der Verliererseite und mit ihm die gesamte Wacker-Mannschaft. Axel Duft läuft unbehelligt durch die Abwehr der Nordhäuser, kann sich die Ecke aussuchen. Es ist die Rechte. Es steht 1:1. Das sollte es aber nicht sein. Vier Minuten später ist es Caspar, der das zweite Tor für die Eintracht macht.

Sondershausen hätte noch erhöhen können, ein Kopfball von Lars Pohl in der zweiten Minute der Nachspielzeit – das war es dann. Der Sieg für Sondershausen geht trotz Schwächen der Gäste in Ordnung. Das soll gleichzeitig als Urteil für das Nordhäuser Spiel verstanden werden.

Es läuft nichts mehr im Fußballgetriebe, es läuft eigentlich gar nichts mehr. Der Grottenkick gegen Gotha war zwar der negative Höhepunkt in diesem Jahr, weil Wacker heute kämpferisch zulegen konnte. Doch spielerisch ist die Luft raus. Fast jeder Schuß, der weiter als 10 Meter angelegt ist, erreicht den freien Raum oder den Gegner statt den eigenen Mann, sichere Bälle lässt man verspringen, verrennt sich im oder am Gegner. Pistorius agiert immer noch mehr als unglücklich, kann sich trotzdem noch theatralisch fallen lassen. Selbst ein Kreisklassen-Schrir würde so was nicht pfeifen. Ciesla weicht jedem Zweikampf aus, ist schon seit vielen Spielen nicht mehr der geforderte Mittelfeldregisseur und Torsten Klaus hat scheinbar keine Lust mehr. Mehrere aufgebrachte Zuschauer forderten gar die Auswechslung des launischen Spielers.

Da hat es ein Trainer schwer, zumal die Auswechselbank sehr bescheiden besetzt ist. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, trotzdem: Vom einst für diese Saison ausgerufenen Ziel ist Wacker meilenweit entfernt, in der Winterpause muß gehandelt werden, wenn der Nordhäuser Fussball nicht in der unteren Mittelmäßigkeit verschwinden will.

Die für heute angekündigte Weihnachtsfeier sollte das Präsidium ersatzlos streichen. Schlimm ist es für jene Zuschauer, die alle zwei Wochen 4,50 Euro zusammenkratzen und Fußball gucken wollen. Wohl gemerkt: Sie wollen guten Fußball in der Thüringenliga sehen, kein Bezirksklasseniveau. 858 hatten heute dieses Ansinnen.

Übrigens: Bundesligafussball wird den Fans am 21. Mai 2007 geboten, dann kommt der 1. FC Nürnberg zu einem Freundschaftsspiel in den Albert-Kuntz-Sportpark. Anstoß, so hörte man, soll um 18 Uhr sein. Vertreter des Wacker-Präsidiums haben das Spiel heute in Nürnberg klar gemacht.

Trainerstimmen
Etzrodt (Wacker): Ich bin restlos leer und enttäuscht. Ich kann nicht begreifen, was passiert ist. Bis zur 70. Minute haben wir sehr gut gespielt und es war heute mehr drin. Das Ergebnis ist sehr bitter. Wir müssen jetzt einen klaren Kopf bewahren und analysieren, warum wir in den letzten Wochen derartig aus der Erfolgsspur gekommen sind. Mir tut es unendlich Leid für das gesamte Umfeld und ganz speziell für unsere treuen Fans.
Glage (Eintracht): Wir haben zwei gleichwertige Mannschaften gesehen, von denen die glücklichere gewonnen hat. Wacker hat es in der 1. Halbzeit versäumt, den Sack zu zumachen. Wie meine Jungs nach dem 0:1 zurück ins Spiel gerfunden haben, war stark. Momentan haben wir eben einen Lauf und das Einzige, was uns derzeit aufhalten kann, ist die Winterpause.
Autor: nnz

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