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Fr, 07:03 Uhr
18.01.2002

nnz-Rückspiegel: 18. Januar 2001

Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden. Heute: Hummitzsch - Illegale Container - Grafikpreis


Klaus Hummitzsch: Immer die Nase im Wind
In der Riege der hauptamtlichen Bürgermeister des Landes Thüringen ist er ein Exot. Das liegt wohl eher am Parteibuch in seiner Tasche, denn an seinem äußeren Erscheinungsbild. Klaus Hummitzsch gehört der PDS nicht nur an, er war und ist seit der Wende einer ihrer Frontmänner im Landkreis Nordhausen. nnz hat sich mit dem „Hauptamtlichen“ in Werther unterhalten. Seit dem 7. Mai 1997 ist er der „Verwaltungschef“ der Einheitsgemeinde Werther. Angetreten ist er mit dem Vorsatz, ehrliche Arbeit für die Bürger abzuleisten. Ob es ihm immer gelungen ist, müssen die beantworten, für die er sich hat in die Pflicht nehmen lassen. Ob PDS, SPD oder CDU ­ ein Bürgermeister hat, und das mußte Hummitzsch schnell erkennen, in Thüringen relativ wenig Spielraum für Entscheidungen. Kompromisse in der Zusammenarbeit mit den Gemeinderäten stehen auf der Tagesordnung. Da wird nicht so sehr auf die Partei geschaut. Vielmehr ist das Wohl und Wehe der Menschen in den Ortsteilen, aus denen die Räte kommen, Motiv für einen Vorschlag, für einen Beschluß. Doch damit kann Hummitzsch beruhigt umgehen. Er habe keine geografische „Altlast“, er ist erst im vergangenen Jahr nach Werther gezogen. Das habe er im Wahlkampf den Bürgern der Einheitsgemeinde versprochen.

Nicht ganz wohl ist es Hummitzsch, wenn es an das Geld der Bürger geht. Abwassergebühren, Straßenausbaubeiträge, das sind die Stachel in der Volksseele. „Vielleicht haben die Menschen mich auch gewählt, weil sie dachten, da kommt einer aus der Oppositionspartei, die gerade gegen diese Dinge ständig angeht“, überlegt der 60-jährige. Natürlich kann man als Opposition dagegen sein, doch als Bürgermeister muß er Gesetzlichkeiten umsetzen. Eine weitere Erfahrung: Im ländlichen Raum wird nicht so sehr auf eine parteiliche Herkunft geschaut, die Menschen in den Wertherschen Ortsteilen wollen Lösungen für ihre unmittelbare Umgebung. Und doch, so habe er das Gefühl, werde ein PDS-Mann argwöhnischer betrachtet als ein Bürgermeister der SPD oder PDS. Damit komme er zurecht, vielleicht ist es auch gerade diese Erfahrung, die ihn derzeit überlegen läßt, ob er im Jahr 2003 noch eine Legislaturperiode „nachlegt“. Abhängig mache er es von seinem Gesundheitszustand und schließlich auch davon, ob ihn seine Bürger noch einmal als „ihren Meister“ akzeptieren. Der Taktiker wird des Bürgers Meinung allerdings schon vorher ausloten, die Nase im Wind zu haben, das aufzunehmen, was die Menschen bewegt, das haben ihn die Jahre in Werther bereits jetzt gelehrt.


Kleider-Container wurden illegal aufgestellt
Über 12 Tonnen Bekleidung sind in den zurückliegenden Monaten über den Tresen der Bekleidungskammern des DRK in Nordhausen und Wolkramshausen gegangen. Vor allem im Winter ist der Bedarf sehr groß. Menschen in Not, Aussiedler oder Asylbewerber sind Stammkunden in der Halleschen Straße in Nordhausen. Oftmals bilden sich zu den Öffnungszeiten der Kleiderkammer in Nordhausen Warteschlangen. Die Kleidung wird im Landkreis kostenlos abgegeben. Dafür erwarten die Mitarbeiter des DRK-Kreisverbandes eine Spende. Statt einer Registrierkasse steht auf dem Ladentisch eine Spendenbüchse.

Der Inhalt der Kleiderkammer stammt zum großen Teil aus den Spenden der Nordhäuser. Hierzu wurden durch das Deutsche Rote Kreuz und weitere Wohlfahrtsverbände Container im Stadtgebiet und in weiteren Orten des Landkreises aufgestellt. Probleme gibt es da jedoch mit dem Ordnungsamt der Stadtverwaltung, eine Anfrage der CDU im zurückliegenden Stadtrat machte dies sichtbar. So sollte die Zahl der Standorte reduziert werden, man wollte mehr Ordnung ins Stadtbild bringen, so die Begründung der Verwalter. Statt weniger Container in der Stadt gibt es nun mehr. Private Anbieter sind hinzugekommen, zum Beispiel der Sentheser Hilfsdienst. In dessem Logo ist weder ein Ort, noch eine Anschrift vermerkt, lediglich eine Handynummer. Das macht mehr als mißtrauisch, nicht nur die ortsansässigen Wohlfahrtsverbände. Nach nnz-Informationen sind die Behälter illegal aufgestellt worden. So habe es zwar einen Antrag gegeben, doch keine Genehmigung. Die werde auch nicht erteilt, der Sentheser Hilfsdienst habe bereits einen entsprechenden Bescheid erhalten. Der sei mit der Auflage verbunden, die Behälter wieder wegzunehmen, sagte Bürgermeister Klaus Wahlbuhl (SPD) der nnz. Fakt ist, was in den Container des DRK oder des Lift-Vereins kommt, das wird hilfsbedürftigen Menschen im Landkreis zur Verfügung gestellt, in den oben erwähnten Kleiderkammern. Die gebauchte Kleidung, die in die Container des Sentheser Hilfsdienstes wandert, soll nach nnz-Recherchen kommerziell genutzt werden. Hier wird mit den gebrauchten Klamotten richtig Geld verdient. Und genau das wolle die Stadtverwaltung nicht unterstützen.


Grafikpreis wird zum 2. Mal ausgeschrieben
In diesem Jahr wird der Ilsetraut-Glock-Grabe-Preis zum zweiten Mal ausgeschrieben. Nach seiner ersten Auslobung im Jahr 1999 stieß er bei Künstlern in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf große Resonanz. Bei diesem Preis sind grafische Arbeiten gefragt, er ist mit 3.000 Mark dotiert. Die erste Preisträgerin war die in Weimar lebende Künsterlin Petra Albrechts, die sich besonders auf dem Gebiet des Holzschnittes einen Namen gemacht hat. Neben ihr waren sieben weitere Künstlerinnen und Künstler von einer Jury ausgewählt worden, deren Werke gemeinsam im Nordhäuser Meyenburg-Museum gezeigt wurden. Arbeiten für den diesjährigen Preis sollen mit den üblichen Bewerbungsunterlagen bis Mitte März im Museum eingereicht werden. Eine unabhängige Jury wird Ende März zum ersten Mal zusammentreten und eine Vorauswahl treffen. Daran anschließend werden die ausgewählten Künstler gebeten, ihre Originalwerke der Jury zur Verfügung zustellen. Die Verleihung des zweiten Ilsetraut-Glock-Grabe-Preises soll im Sommer im Meyenburg-Museum im Rahmen einer Verkaufsausstellung stattfinden.
Autor: nnz

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