Fr, 11:08 Uhr
15.12.2006
Konsolidiert
Nordhausen (nnz). Ist die Zahl der Neuanmeldungen im Gewerbe ein Indikator für die wirtschaftlichen Zustand in einem Land? Darüber streiten die Experten. Die nnz hat die aktuellen Zahlen des Gründergeschehens wertfrei für Sie zusammengestellt.
Von Januar bis September 2006 wurden bei den Thüringer Gewerbebehörden 16 122 Gewerbe angemeldet und 12 769 Gewerbe abgemeldet. Damit verringerte sich die Zahl der Anmeldungen gegenüber den vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 741 bzw. - 4,4 Prozent und die Zahl der Abmeldungen um 809 bzw. - 6,0 Prozent. Auf 100 Anmeldungen kamen 79 Abmeldungen. Im Vorjahreszeitraum waren es 81.
In den neuen Bundesländern wurden von Januar bis September 2006 insgesamt 97 400 Gewerbe angemeldet, das waren 3 197 bzw. - 3,4 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2005. Die Zahl der Gewerbeabmeldungen verringerte sich ebenfalls um 1 775 bzw. - 2,2 Prozent auf 77 731. Auf 100 Anmeldungen kamen in den neuen Ländern durchschnittlich 80 Abmeldungen. Unter diesem Wert lagen Sachsen (77) und Thüringen (79), Brandenburg erreichte den Durchschnittswert, während Mecklenburg-Vorpommern (82) und Sachsen-Anhalt (84) darüber lagen.
13 911 bzw. 86,3 Prozent aller Gewerbeanmeldungen in Thüringen waren Neuerrichtungen. 10 382 bzw. 81,1 Prozent aller Abmeldungen waren Aufgaben. Die übrigen An- und Abmeldungen betrafen Übernehmen und Zuzüge bzw. Übergaben und Fortzüge.
3 392 bzw. 24,4 Prozent aller Neuerrichtungen waren Betriebsgründungen, bei denen eine wirtschaftliche Substanz vermutet werden kann (Personengesellschaften, Betriebe mit beschäftigten Arbeitnehmern). Das bedeutet einen Rückgang um 466 bzw. - 12,1 Prozent. Dem stehen allerdings 2 898 Betriebsaufgaben gegenüber, das waren 578 bzw. - 16,6 Prozent weniger als in den Monaten Januar bis September 2005. Auf 100 Betriebsgründungen kamen 85 Betriebsaufgaben, im Vergleichszeitraum 2005 waren es noch 90.
In den Wirtschaftsbereichen gab es beträchtliche Unterschiede. Während die Zahl der Gewerbeanmeldungen in den meisten Wirtschaftsbereichen leicht rückläufig war, verlief das Gründungsgeschehen in der Land- und Forstwirtschaft und im Baugewerbe günstiger. Vor allem im Baugewerbe setzte sich die verstärkte Gründungstätigkeit auch im dritten Quartal 2006 fort. Hier gab es in den ersten neun Monaten dieses Jahres einen Anstieg der Gewerbeanmeldungen von 2 150 auf 2 260 (+ 5,1 Prozent) und gleichzeitig ein Rückgang der Gewerbeabmeldungen von 1 573 auf 1 423 (- 9,5 Prozent). In der Land- und Forstwirtschaft wurden im Berichtszeitraum 266 Gewerbe angemeldet (+ 21 bzw. 8,6 Prozent) bei einer gleichzeitigen Abnahme der Zahl der Gewerbeabmeldungen von 191 auf 139 (- 27,2 Prozent).
Regional betrachtet gab es ebenfalls beträchtliche Unterschiede. Bei den Gewerbeanmeldungen gab es die größten positiven Veränderungen in der Stadt Weimar (11,8 Prozent) und in der Stadt Jena (11,7 Prozent), die höchsten Rückgänge im Landkreis Sömmerda (- 24,5 Prozent) und im Saale-Orla-Kreis (- 15,9 Prozent). Einen deutlichen Rückgang der Abmeldungen gab es im Unstrut-Hainich-Kreis (- 16,9 Prozent), einen Anstieg dagegen in den Landkreisen Greiz (15,7 Prozent) und Hildburghausen (8 Prozent) sowie in der Stadt Weimar (7,8 Prozent).
Autor: nnzVon Januar bis September 2006 wurden bei den Thüringer Gewerbebehörden 16 122 Gewerbe angemeldet und 12 769 Gewerbe abgemeldet. Damit verringerte sich die Zahl der Anmeldungen gegenüber den vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 741 bzw. - 4,4 Prozent und die Zahl der Abmeldungen um 809 bzw. - 6,0 Prozent. Auf 100 Anmeldungen kamen 79 Abmeldungen. Im Vorjahreszeitraum waren es 81.
In den neuen Bundesländern wurden von Januar bis September 2006 insgesamt 97 400 Gewerbe angemeldet, das waren 3 197 bzw. - 3,4 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2005. Die Zahl der Gewerbeabmeldungen verringerte sich ebenfalls um 1 775 bzw. - 2,2 Prozent auf 77 731. Auf 100 Anmeldungen kamen in den neuen Ländern durchschnittlich 80 Abmeldungen. Unter diesem Wert lagen Sachsen (77) und Thüringen (79), Brandenburg erreichte den Durchschnittswert, während Mecklenburg-Vorpommern (82) und Sachsen-Anhalt (84) darüber lagen.
13 911 bzw. 86,3 Prozent aller Gewerbeanmeldungen in Thüringen waren Neuerrichtungen. 10 382 bzw. 81,1 Prozent aller Abmeldungen waren Aufgaben. Die übrigen An- und Abmeldungen betrafen Übernehmen und Zuzüge bzw. Übergaben und Fortzüge.
3 392 bzw. 24,4 Prozent aller Neuerrichtungen waren Betriebsgründungen, bei denen eine wirtschaftliche Substanz vermutet werden kann (Personengesellschaften, Betriebe mit beschäftigten Arbeitnehmern). Das bedeutet einen Rückgang um 466 bzw. - 12,1 Prozent. Dem stehen allerdings 2 898 Betriebsaufgaben gegenüber, das waren 578 bzw. - 16,6 Prozent weniger als in den Monaten Januar bis September 2005. Auf 100 Betriebsgründungen kamen 85 Betriebsaufgaben, im Vergleichszeitraum 2005 waren es noch 90.
In den Wirtschaftsbereichen gab es beträchtliche Unterschiede. Während die Zahl der Gewerbeanmeldungen in den meisten Wirtschaftsbereichen leicht rückläufig war, verlief das Gründungsgeschehen in der Land- und Forstwirtschaft und im Baugewerbe günstiger. Vor allem im Baugewerbe setzte sich die verstärkte Gründungstätigkeit auch im dritten Quartal 2006 fort. Hier gab es in den ersten neun Monaten dieses Jahres einen Anstieg der Gewerbeanmeldungen von 2 150 auf 2 260 (+ 5,1 Prozent) und gleichzeitig ein Rückgang der Gewerbeabmeldungen von 1 573 auf 1 423 (- 9,5 Prozent). In der Land- und Forstwirtschaft wurden im Berichtszeitraum 266 Gewerbe angemeldet (+ 21 bzw. 8,6 Prozent) bei einer gleichzeitigen Abnahme der Zahl der Gewerbeabmeldungen von 191 auf 139 (- 27,2 Prozent).
Regional betrachtet gab es ebenfalls beträchtliche Unterschiede. Bei den Gewerbeanmeldungen gab es die größten positiven Veränderungen in der Stadt Weimar (11,8 Prozent) und in der Stadt Jena (11,7 Prozent), die höchsten Rückgänge im Landkreis Sömmerda (- 24,5 Prozent) und im Saale-Orla-Kreis (- 15,9 Prozent). Einen deutlichen Rückgang der Abmeldungen gab es im Unstrut-Hainich-Kreis (- 16,9 Prozent), einen Anstieg dagegen in den Landkreisen Greiz (15,7 Prozent) und Hildburghausen (8 Prozent) sowie in der Stadt Weimar (7,8 Prozent).


