eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Fr, 14:49 Uhr
08.08.2025
Leserpost

Mann kann nicht alle über einen Kamm scheren

Anfang der Woche berichtete die nnz über die Ausbildungsinitiativen in der Region. Für viele Kommentare sorgte das zugehörige Plakat. Dazu äußert sich nun noch einmal Unternehmer Ulrich Schlegel...

Ich war ehrlich gesagt sehr überrascht, dass der Artikel und das Plakat vom Montag so zahlreiche Reaktionen ausgelöst haben. Daher ist es mir ein Bedürfnis, einige Missverständnisse und Fragen aufzuklären.

Eingangs möchte ich festhalten, dass in der Vergangenheit durch tiefgreifende Handwerksfehler verantwortlicher Politiker gesellschaftliche Probleme geschaffen wurden, die auch die politische Landschaft in Deutschland verändert haben. Als Bürger und auch als Unternehmer muss man mit den gegebenen Verhältnissen zurecht kommen. Getreu dem Motto "Auf einem Schiff - ob´s dampft oder segelt - gibt es einen der die Sache regelt". Machen - nicht nörgeln.

Der Stein des Anstoßes: ein Plakat das manchem Kommentator scheinbar nicht Deutsch genug aussieht (Foto: agl) Der Stein des Anstoßes: ein Plakat das manchem Kommentator scheinbar nicht Deutsch genug aussieht (Foto: agl)

Nun bin ich eher ein Pragmatiker, unterschreibe nicht auf irgendwelchen Listen für oder gegen was oder wen, oder renne bunte Fähnchen schwingend durch die Stadt. Kann man machen, löst aber nach meiner Meinung keine Probleme. Fakt ist, die freien Ausbildungsplätze sind aus demographischen Gründen in Thüringen nicht mehr zu besetzen.

Anzeige Refinery (lang)
Die in dem vom Firmenausbildungsverbund ( FAV ) und der IHK Erfurt initiierten Programm nach Thüringen geholten jungen Menschen aus Kirgistan, Kasachstan und der Mongolei, müssen eine ganze Reihe von Voraussetzungen erfüllen, die von einer Vielzahl hier angekommener Menschen nicht im entferntesten geleistet werden oder wurden.

Erste Voraussetzung ein dem deutschen Schulabschluss vergleichbare Bildung. Zweitens vor dem Goetheinstitut abgelegte Sprachprüfung Niveau B2 in Deutsch. Drittens ein abgeschlossener Ausbildungsvertrag mit einer Ausbildungsvergütung, die gewährleistet das die Azubis ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können. Das daraufhin von der Deutschen Botschaft erteilte Visum ist an den Ausbildungsvertrag gebunden. Wird die Ausbildung also abgebrochen, muss der Auszubildende in seine Heimat zurück kehren. Diese jungen Menschen liegen also niemandem "auf der Tasche" und haben ein großes Interesse sich hier zu integrieren.

Bisher ist in diesem Projekt eine Erfolgsquote von 95 Prozent zu verzeichnen, mit einheimischen Auszubildenden scheitern rund 30 Prozent der Berufsausbildungen. Man kann also nicht alle "über einen Kamm scheren".

Wer sich gern selbst überzeugen möchte, bei der Volksbank hier in Nordhausen sind zwei junge Damen aus der Mongolei bereits im 2. Lehrjahr mit viel Engagement dabei. Auch ich bin gern bereit Skeptikern persönlich den Kontakt mit den Azubis herzustellen.

Da muss man dann nicht mit Nicknamen irgend welche Dinge in die Welt setzen. Und um in den Geschichtsbüchern zurück zu blättern, die meisten von der Bande die vor über 80 Jahren hier die politische Verantwortung hatten, hatten schwarze Haare.

Ein schönes Wochenende,
Ulrich Schlegel

Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Anzeige symplr (6)
Kommentare
Teja
08.08.2025, 16:01 Uhr
Richtig
Man darf nicht über einen Kamm scheren,wo der Unterschied bei den Newcomern liegt hat Herr Schlegel ja bereits geschrieben,die einen wollen und die brauchen wir.Die anderen aber,sicher der größere Teil,will nicht.Auf die können wir gerne verzichten,wir haben schon genug arbeitsfähig e Deutsche,die nicht wollen und die Sozialkassen ohne Gegenleistung leeren.
Leser X
08.08.2025, 16:23 Uhr
Phantomdiskussion
Ich gebe Ihnen Recht, Herr Schlegel. Meine Meinung war schon immer, lieber motivierte junge Leute aus anderen Ländern als faule Leute aus dem eigenen Land, die meinen, sie seien wegen ihres Geburtslandes automatisch privilegiert.
Kritiker86
09.08.2025, 12:21 Uhr
Das
man in Thüringen keinen Azubi mehr findet, der bei ihnen arbeiten möchte, finde ich schon ziemlich bedenklich. Es gibt doch genug Lernwillige Jugendliche bei uns, die alles dafür geben würden, überhaupt einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Tut mir leid, aber Jugendliche halb durch die Welt zu jagen, getrennt von ihren Freunden und ihren Familien, um hier zu arbeiten, finde ich nicht okay. Und wenn sie die Ausbildung nicht schaffen, mit der Drohung sie wieder aus Deutschland rauszuschmeissen, ist schon wahnsinn. Da habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht zu ihrer 95 Prozent Übernahmethese. Sie picken sich die besten raus, drohen mit Rückkehr beim Scheitern, mit extremen Leistungsdruck verbunden. Und verkaufen das hier als gute Sache. Und die hier geborenen und aufgewachsenen Kindern schlecht dastehen zu lassen. Und sie als faul und doof hinzustellen. Aber als Unternehmer kennt meine keine Grenzen für den persönlichen Erfolg. Nicht wahr?
Marino50
09.08.2025, 13:48 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
Franz 2018
09.08.2025, 21:24 Uhr
Kritiker86
Also ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung nicht zustimmen. Richtig ist, es gibt hier auch viele motivierte junge Leute, aber nicht genug. Und ja, einige junge Menschen haben noch nicht verstanden, dass man nur mit Leistung und harter Arbeit was wird. Es ist schon manchmal erschreckend, wie wenig man sich vor einem Praktikum mit dem Betrieb beschäftigt und was man alles von einem künftigen Arbeitgeber erwartet, bevor man auch nur irgendwas geleistet hat... Es sind -wie auch bei den ausländischen Mitbürgern - bei denen ich einige total motivierte junge Leute kennen gelernt habe ( und ich meine damit keine extra Angeworbenen)- nicht alle gleich.... Aber von den richtig guten Bewerbern gibt's immer weniger....
Kommentar hinzufügen
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)