Do, 08:41 Uhr
07.08.2025
Zum Ende der Sarah Kirsch-Ausstellung
Eine etwas andere Finissage
Nicht selten betrachten Besucher einer Finissage die Kunstwerke unterschiedlicher Genres, und es bieten sich Möglichkeiten der Begegnung und des Meinungsaustausches mit Kunstinteressierten. Am gestrigen Mittwochnachmittag war es in der KSK-Galerie ähnlich, doch ein wenig anders war es schon...
Natürlich bot die Galerie in der Nordhäuser Kreissparkasse letztmalig Gelegenheit, das Wirken der Lyrikerin Sarah Kirsch und der Aktivitäten des Fördervereins der Dichterstätte in Limlingerode anhand zahlreicher Schautafeln, Fotos und Presseartikel nochmals Revue passieren zu lassen. Doch das Hauptanliegen war an diesem Nachmittag ein anderes.
Die Mitglieder des besagten Vereins sind nämlich im Besitz eines umfangreichen Fundus von Videofilmen, die eindrucksvoll über das Pfarrhaus, der naheliegenden Dorfkirche und der über fast zweieinhalb Jahrzehnte dort angebotenen Veranstaltungen informieren. Diese Videos stammen u.a von Manfred Thiel, dem persönlichen Referenten und langjährigen Büroleiter des damaligen Nordhäuser Landrates Joachim Claus (CDU).
Thiel besaß bekannterweise ein Faible für Videofilme. Auch für die nnz war er viele Jahre in diesem Metier kreativ tätig. Darüber hinaus weilten des öfteren auch Fernsehteams – darunter mehrfach das MDR-Fernsehen – vor Ort und produzierten für ihre Sender entsprechende Dokumentationen oder Nachrichten-Beiträge. Nicht selten griff auch das eine oder andere Fördervereinsmitglied zur Kamera und hielt wichtige Ereignisse im Film fest..
Es war wieder eine unerwartet große Schar Kunstinteressierter an diesem Nachmittag in die KSK-Galerie gekommen, um aus dem Munde von Heidelore Kneffel abermals die Begegnungen der Vereinsmitglieder mit Sarah Kirsch, ihre Lesungen vor einem breiten Publikum, die Sanierung des lange Zeit dahin darbenden früheren Pfarrhauses und schließlich die Gründung des Fördervereins Dichterstätte Sarah Kirsch im Haus Lange Reihe 11 in Erinnerung zu rufen.
Die umtriebige und langjährige Pressesprecherin des Landratsamtes begeisterte wie gewohnt die Anwesenden mit ihrem bemerkenswerten Erinnerungsvermögen. Kneffel kommentierte mitunter sehr lebhaft und wortgewandt die Videostreifen und rief so manche Geschehnisse und Veranstaltungsformate in Erinnerung, wartete zudem auch mit kleinen Geschichten – mal mehr, mal weniger bekannt – auf.
Filmszenen zeigten beispielsweise die Eröffnung der Dichterstätte mit einem Festakt in der herausgeputzten Dorfkirche, bei der neben zahlreichen Bürgern und Politprominenz u.a. auch Thüringens damaliger Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) teilnahm. Zusehen und zu hören waren zudem Ausschnitte aus Lesungen mit Sarah Kirsch, sowie musikalische Darbietungen.
Eine gewichtige Rolle spielte auch die Geschichte mit dem rostigen Nagel, der bei Aufräumungsarbeiten von Eva Müller und Heidelore Kneffel gefunden und zur Kirsch geschickt wurde, denn die sammelte derlei Nägel. Oder Szenen über den Taufengel, der lange Zeit ein tristes Dasein fristete und nach der Sanierung wieder in alter Frische in dem Gotteshaus schwebend die Besucher grüßt.
Auch wenn aufgrund der Helligkeit in der Galerie die Videostreifen oft nur schwer zu erkennen waren, so wusste Heidelore Kneffel dieses Problem wortreich zu kaschieren. Und so wird dieser Nachmittag den Besuchern ganz sicher als eine sowohl vergnügliche wie auch erkenntnisreiche und wohl auch mit etwas Wehmut garnierte Zeitreise in Erinnerung bleiben.
Denn engagierte Liebhaber von Sprache, Musik und bildender Kunst haben dafür gesorgt, dass in einem kleinen Dorf namens Limlingerode im Landkreis Nordhausen aus einer heruntergekommenen Pfarre für nahezu zweieinhalb Jahrzehnte ein Ort entstand, in dem Sprache, Musik und bildende Kunst zu Hause waren.
Hans-Georg Backhaus
Autor: redNatürlich bot die Galerie in der Nordhäuser Kreissparkasse letztmalig Gelegenheit, das Wirken der Lyrikerin Sarah Kirsch und der Aktivitäten des Fördervereins der Dichterstätte in Limlingerode anhand zahlreicher Schautafeln, Fotos und Presseartikel nochmals Revue passieren zu lassen. Doch das Hauptanliegen war an diesem Nachmittag ein anderes.
Die Mitglieder des besagten Vereins sind nämlich im Besitz eines umfangreichen Fundus von Videofilmen, die eindrucksvoll über das Pfarrhaus, der naheliegenden Dorfkirche und der über fast zweieinhalb Jahrzehnte dort angebotenen Veranstaltungen informieren. Diese Videos stammen u.a von Manfred Thiel, dem persönlichen Referenten und langjährigen Büroleiter des damaligen Nordhäuser Landrates Joachim Claus (CDU).
Thiel besaß bekannterweise ein Faible für Videofilme. Auch für die nnz war er viele Jahre in diesem Metier kreativ tätig. Darüber hinaus weilten des öfteren auch Fernsehteams – darunter mehrfach das MDR-Fernsehen – vor Ort und produzierten für ihre Sender entsprechende Dokumentationen oder Nachrichten-Beiträge. Nicht selten griff auch das eine oder andere Fördervereinsmitglied zur Kamera und hielt wichtige Ereignisse im Film fest..
Es war wieder eine unerwartet große Schar Kunstinteressierter an diesem Nachmittag in die KSK-Galerie gekommen, um aus dem Munde von Heidelore Kneffel abermals die Begegnungen der Vereinsmitglieder mit Sarah Kirsch, ihre Lesungen vor einem breiten Publikum, die Sanierung des lange Zeit dahin darbenden früheren Pfarrhauses und schließlich die Gründung des Fördervereins Dichterstätte Sarah Kirsch im Haus Lange Reihe 11 in Erinnerung zu rufen.
Die umtriebige und langjährige Pressesprecherin des Landratsamtes begeisterte wie gewohnt die Anwesenden mit ihrem bemerkenswerten Erinnerungsvermögen. Kneffel kommentierte mitunter sehr lebhaft und wortgewandt die Videostreifen und rief so manche Geschehnisse und Veranstaltungsformate in Erinnerung, wartete zudem auch mit kleinen Geschichten – mal mehr, mal weniger bekannt – auf.
Filmszenen zeigten beispielsweise die Eröffnung der Dichterstätte mit einem Festakt in der herausgeputzten Dorfkirche, bei der neben zahlreichen Bürgern und Politprominenz u.a. auch Thüringens damaliger Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) teilnahm. Zusehen und zu hören waren zudem Ausschnitte aus Lesungen mit Sarah Kirsch, sowie musikalische Darbietungen.
Eine gewichtige Rolle spielte auch die Geschichte mit dem rostigen Nagel, der bei Aufräumungsarbeiten von Eva Müller und Heidelore Kneffel gefunden und zur Kirsch geschickt wurde, denn die sammelte derlei Nägel. Oder Szenen über den Taufengel, der lange Zeit ein tristes Dasein fristete und nach der Sanierung wieder in alter Frische in dem Gotteshaus schwebend die Besucher grüßt.
Auch wenn aufgrund der Helligkeit in der Galerie die Videostreifen oft nur schwer zu erkennen waren, so wusste Heidelore Kneffel dieses Problem wortreich zu kaschieren. Und so wird dieser Nachmittag den Besuchern ganz sicher als eine sowohl vergnügliche wie auch erkenntnisreiche und wohl auch mit etwas Wehmut garnierte Zeitreise in Erinnerung bleiben.
Denn engagierte Liebhaber von Sprache, Musik und bildender Kunst haben dafür gesorgt, dass in einem kleinen Dorf namens Limlingerode im Landkreis Nordhausen aus einer heruntergekommenen Pfarre für nahezu zweieinhalb Jahrzehnte ein Ort entstand, in dem Sprache, Musik und bildende Kunst zu Hause waren.
Hans-Georg Backhaus














