Do, 07:18 Uhr
17.01.2002
nnz-Rückspiegel: 17. Januar 2001
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden: Kriegserklärung - Geldräuber - Warnung
Dagmar Becker: Keine Kriegserklärung an die CDU
In einem nnz-Gespräch hat gestern der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Egon Primas, schwere Geschütze in Richtung seiner Kollegin Dagmar Becker (SPD) aufgefahren. Er warf ihr Nichteinhaltung von Absprachen vor und bezeichnete ihr bisheriges Verhalten im Beigeordnetenstreit als inkompetent. nnz hatte bei Dagmar Becker nachgefragt.
nnz: Herr Primas wirft Ihnen Inkompetenz vor, wie reagieren Sie darauf?
Becker: Das ist doch Quatsch. Wenn wir uns zukünftig persönlich beleidigen wollen, dann muß er so weitermachen. Aber Herr Primas reagiert ja nur so überzogen, weil sich die SPD nicht von der CDU erpressen lässt. Meine Fraktion hat immer gesagt, wir machen aus drei Dezernaten zwei und dabei bleibt es. Die CDU sprach in der Vergangenheit öffentlich stets nur von einen Beigeordneten, aber hinter den Kulissen hätte man auch zwei akzeptiert, wenn man davon eine Position abbekommen hätte. Und jetzt wollten sie drei Dezernate, weil man auf Seiten der CDU merkte, dass man zwischen SPD und PDS in dieser Frage kein Keil treiben kann.
nnz: Kann es derzeit eine Lösung des Beigeordnetenstreits geben?
Becker: Ja, denn bisher gibt es ja keine Wahlaufhebung - man hat ja seit einem halben Jahr nur gedroht. Also sollte man endlich entscheiden! Wenn man die Begründung für die Entscheidung der Beigeordnetenbesetzung in der Stadt Weimar ließt, kann das Landesverwaltungsamt eigentlich die Wahl nicht aufheben. Aber über die politische Motivation dieser Behörde habe ich nun auch einiges gelernt und so lasse auch ich mich überraschen. Und was den zweiten Beigeordneten betrifft, so kann dieser jederzeit ausgeschrieben werden.
Geldräuber geschnappt: Razzia in Lange Straße Nr. Sex
Es war schon merkwürdig, was am Vormittag in der Langen Straße in Nordhausen abging. Vor der etwas besonderen Adresse Nr. Sex war ein Großaufgebot der Polizei stationiert. Keine Angst, die Beamten frönten hier nicht ihrer Mittagspause. Sie waren voll im Einsatz, waren nämlich Bankräubern auf der Spur. Die hatten sie eigentlich schon vorher dingfest gemacht, in Roßla und Nordhausen. Die vier Männer aus dem Landkreis Nordhausen, dem Landkreis Eichsfeld und aus Suhl sollen für etliche Banküberfälle verantwortlich sein.
Die eigentlich heiße Spur führte die Ermittler zu einem noblen Mercedes. Der wurde am Vormittag aufgespürt. Die Aktion von Sonderkräften der Polizei war vermutlich so geheim, daß sie selbst der Pressestelle der Nordhäuser Polizeidirektion nicht bekannt war. Erster nnz-Anruf am Mittag in der Direktion. Konfrontiert mit den Ereignissen in der Lange Straße hieß die Antwort: Da ist nichts! Also doch etwa Mittagspause im Vogelnest? Mehrere weitere Anrufe folgten, immer wieder die gleiche Antwort. Schließlich rückten die Pressefrauen der Polizei dann doch mit einer etwas zögerlichen Antwort raus. Da wurde im Zusammenhang mit einem Bankraub gesucht, aber bitte nichts darüber veröffentlichen. Doch da hatten sie die Rechnung ohne ihre Kollegen in Merseburg gemacht, denn bereits kurz nach 16 Uhr flatterten die ersten Nachrichten in den Redaktionsstuben der Medien. Konkret hieß es da, daß die Beamten in den Fahrzeugen neben Einbruchswerkzeugen und modernen Schweißgeräten auch Skizzen vom Tatort und Bargeld in Höhe von 70.000 Mark fanden. Von der Vernehmung der mutmaßlichen Bankräuber erhoffen sich die Beamten auch Aufklärung darüber, ob möglicherweise weitere Einbrüche in Geldinstitute und Poststellen in Sachsen-Anhalt und Thüringen auf das Konto der Bande gehen.
Landrat Claus will Wirtschaftsförderung fördern
Im Nordhäuser Landratsamt soll in den nächsten Tagen eine interne Stellenausschreibung erfolgen. Damit will Landrat Joachim Claus (CDU) erste Schritte zur Aktivierung der Wirtschaftsförderung gehen. Angesichts der jüngsten negativen Schlagzeilen sei dieser Schritt mehr als notwendig, betonte Claus gegenüber nnz. Informationen aus Unternehmen des Landkreises sollen bei einem Sachbearbeiter zusammenlaufen. Dieser können weitere Aufgaben koordinieren, zum Beispiel mit der Unteren Wasserbehörde oder der Baubehörde.
Mit der Schaffung dieser Stelle im Bereich seines Büros wolle der Landrat vor allem die Bestandspflege seiner Behörde in Richtung der Unternehmen verbessern. Natürlich könnten auch die Kommunen des Landkreises - sofern nachgefragt werde - Hilfe und Unterstützung erhalten. Nachdenken wolle Joachim Claus in Richtung eines offensiven Marketings für die Region. Da dieses Vorhaben jedoch mit zusätzlichen Sachkosten verbunden sei, werde die Verwaltung auf externe Unterstützung angewiesen sein. Und da wolle er den Vorstandsvorsitzenden der Nordhäuser Kreissparkasse beim Wort nehmen. Rudolf Mund hatte während des Neujahrsempfangs in der Sparkasse gerade ein solches Standortmarketing eingefordert. Nach ersten Gesprächen zwischen Mund und Claus wurde die Bereitschaft der Zusammenarbeit zugesichert.
Gezieltes Marketing gelte es nach den Worten von Claus auch im Bereich des Tourismus zu entwickeln. Er könne hierbei die Stadt Nordhausen verstehen, wenn sie nicht mehr im Tourismusverband mitarbeiten wollen. Der Landrat plädiert an dieser Stelle für ein regional gezieltes Marketing, etwa für den Südharz, für Nordhausen oder für Bleicherode. Aus der Region müsse sich ein Beirat zusammensetzen, dessen Vorsitz er gern übernehmen werden. Dieser Beirat soll letztlich die strategische Richtung vorgeben, soll die Präsentation auf Messen u.ä. festlegen. Fakt ist für Joachim Claus auch die Tatsache, daß in Nordhausen eine Tourismusinformation auf dem Areal des umgestalteten Bahnhofsvorplatzes angesiedelt werden muß. Über den konkreten Standort müsse man sich mit der Stadt Nordhausen einigen. Wichtig sei allein die Tatsache, daß ein solches Informationszentrum professionell geführt werden müsse.
IHK warnt vor privaten Handelsregistern für Firmen
Das Nordhäuser Service-Center der IHK weist darauf hin, dass gegenwärtig wieder verstärkt Eintragungen in "Private Firmenregister" angeboten werden. "Die Eintragungsofferte lässt auf den ersten Blick oftmals keine Unterscheidung zum öffentlichen Handelsregister erkennen. Die beigefügten Zahlungsbelege sind täuschend ähnlich gestaltet", so der Geschäftsführer des IHK-Centers Nordhausen, Udo Rockmann zur nnz. Handelsregisterinformationen aus dem Bundesanzeiger würden dazu verwendet, insbesondere neu gegründete Unternehmen anzuschreiben. Den Firmen sei anzuraten, das Verhältnis von Aufwand und Nutzen genau zu prüfen. "Eine Pflicht zur Eintragung in private Firmenregister besteht nicht", so Udo Rockmann weiter. Im Zweifelsfall solle Kontakt zur Industrie- und Handelskammer aufgenommen werden. Rechnungen für Eintragungen im öffentlichen Handelsregister, geführt von den Registergerichten, würden im Freistaat Thüringen nur von der Justizzahlstelle Schleiz verschickt.
4.000 Unterschriften gegen Industriegebiet gesammelt
Die Bürgerinitiative hatte in den zurückliegenden drei Monaten zu einer Unterschriftenaktion gegen die Realisierung, die Goldene Aue als Industriestandort auszuweisen, aufgerufen. Viele Mitglieder der Initiative haben die Bevölkerung der Goldenen Aue auf Versammlungen und Informationsabenden über die Planungen und vor allem über den Inhalt des B-Planes informiert. Nach Auszählung der Unterschriftslisten haben sich fast 4000 Einwohner gegen den Standort Goldene Aue ausgesprochen. Die meisten der Unterzeichner sind nicht gegen eine generelle Industrieansiedlung. Sie wenden sich gegen den Standort und der damit verbundenen Landschaftszerstörung der Goldenen Aue und den damit verbundenen Nachteilen für Natur und Mensch. Dem Argument, das die Goldene Aue der einzige Standort sei wird vehement widersprochen. Der Planungsverband hat bis zu heutigen Tage keine ernsthafte Standortprüfung vorgenommen und Alternativen geprüft. Daher prüft die BI, ob es andere, als in der Öffentlichkeit bekundete Gründe gibt, den Industriestandort in der Goldenen Aue so vehement anzustreben. Dem Planungsverband wurden mangelnde Aufklärung und ungenügende Recherchen nachgewiesen. Missstände in Bezug auf den Landaufkauf durch die LEG, Falschmeldungen in Bezug auf die Verkaufsbereitschaft der Grundeigentümer wurden nachgewiesen. Die Interessenkonflikte zwischen der Landwirtschaft, dem Kiesabbau, der Autobahn, dem Gipsabbau wurden deutlich herausgestellt. Die Unterschriftenlisten werden demnächst an Verantwortliche übergeben.
Neuer Verband nimmt morgen seine Arbeit auf
Morgen beginnt die Arbeit für den neuen Gewässerunterhaltungsverband Harzvorland. In diesem Verband schlossen sich die Stadt Nordhausen und die Gemeinde Urbach zusammen. Beide Kommunen sind durch den Krummbach mit einander verbunden. Das Motiv der Verbandsgründung liegt vor allem in der Förderung solcher Strukturen seitens des Landes Thüringen. Im Verbandsgebiet ist man nun für die Pflege und Unterhaltung von 134 Kilometer Gewässer II. Ordnung, wie Salza oder Mühlgraben, verantwortlich. Die Stadt Nordhausen verfügt in diesem Bereich bereits über durchaus positive Erfahrungen, wie Steffen Meyer vom städtischen Umweltamt der nnz bestätigte. Seit 1994 wurde über eine Million Mark in die Unterhaltung der Gewässer investiert. Prägnantestes Beispiel hierfür ist die Renaturierung des Rössingsbaches in Nordhausen Ost. In den Jahren 1996/97 wurde der Bach aus seinen Rohrzwangslauf befreit und in ein natürliches Bett verlegt.
Autor: nnzDagmar Becker: Keine Kriegserklärung an die CDU
In einem nnz-Gespräch hat gestern der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Egon Primas, schwere Geschütze in Richtung seiner Kollegin Dagmar Becker (SPD) aufgefahren. Er warf ihr Nichteinhaltung von Absprachen vor und bezeichnete ihr bisheriges Verhalten im Beigeordnetenstreit als inkompetent. nnz hatte bei Dagmar Becker nachgefragt.
nnz: Herr Primas wirft Ihnen Inkompetenz vor, wie reagieren Sie darauf?
Becker: Das ist doch Quatsch. Wenn wir uns zukünftig persönlich beleidigen wollen, dann muß er so weitermachen. Aber Herr Primas reagiert ja nur so überzogen, weil sich die SPD nicht von der CDU erpressen lässt. Meine Fraktion hat immer gesagt, wir machen aus drei Dezernaten zwei und dabei bleibt es. Die CDU sprach in der Vergangenheit öffentlich stets nur von einen Beigeordneten, aber hinter den Kulissen hätte man auch zwei akzeptiert, wenn man davon eine Position abbekommen hätte. Und jetzt wollten sie drei Dezernate, weil man auf Seiten der CDU merkte, dass man zwischen SPD und PDS in dieser Frage kein Keil treiben kann.
nnz: Kann es derzeit eine Lösung des Beigeordnetenstreits geben?
Becker: Ja, denn bisher gibt es ja keine Wahlaufhebung - man hat ja seit einem halben Jahr nur gedroht. Also sollte man endlich entscheiden! Wenn man die Begründung für die Entscheidung der Beigeordnetenbesetzung in der Stadt Weimar ließt, kann das Landesverwaltungsamt eigentlich die Wahl nicht aufheben. Aber über die politische Motivation dieser Behörde habe ich nun auch einiges gelernt und so lasse auch ich mich überraschen. Und was den zweiten Beigeordneten betrifft, so kann dieser jederzeit ausgeschrieben werden.
Geldräuber geschnappt: Razzia in Lange Straße Nr. Sex
Es war schon merkwürdig, was am Vormittag in der Langen Straße in Nordhausen abging. Vor der etwas besonderen Adresse Nr. Sex war ein Großaufgebot der Polizei stationiert. Keine Angst, die Beamten frönten hier nicht ihrer Mittagspause. Sie waren voll im Einsatz, waren nämlich Bankräubern auf der Spur. Die hatten sie eigentlich schon vorher dingfest gemacht, in Roßla und Nordhausen. Die vier Männer aus dem Landkreis Nordhausen, dem Landkreis Eichsfeld und aus Suhl sollen für etliche Banküberfälle verantwortlich sein.
Die eigentlich heiße Spur führte die Ermittler zu einem noblen Mercedes. Der wurde am Vormittag aufgespürt. Die Aktion von Sonderkräften der Polizei war vermutlich so geheim, daß sie selbst der Pressestelle der Nordhäuser Polizeidirektion nicht bekannt war. Erster nnz-Anruf am Mittag in der Direktion. Konfrontiert mit den Ereignissen in der Lange Straße hieß die Antwort: Da ist nichts! Also doch etwa Mittagspause im Vogelnest? Mehrere weitere Anrufe folgten, immer wieder die gleiche Antwort. Schließlich rückten die Pressefrauen der Polizei dann doch mit einer etwas zögerlichen Antwort raus. Da wurde im Zusammenhang mit einem Bankraub gesucht, aber bitte nichts darüber veröffentlichen. Doch da hatten sie die Rechnung ohne ihre Kollegen in Merseburg gemacht, denn bereits kurz nach 16 Uhr flatterten die ersten Nachrichten in den Redaktionsstuben der Medien. Konkret hieß es da, daß die Beamten in den Fahrzeugen neben Einbruchswerkzeugen und modernen Schweißgeräten auch Skizzen vom Tatort und Bargeld in Höhe von 70.000 Mark fanden. Von der Vernehmung der mutmaßlichen Bankräuber erhoffen sich die Beamten auch Aufklärung darüber, ob möglicherweise weitere Einbrüche in Geldinstitute und Poststellen in Sachsen-Anhalt und Thüringen auf das Konto der Bande gehen.
Landrat Claus will Wirtschaftsförderung fördern
Im Nordhäuser Landratsamt soll in den nächsten Tagen eine interne Stellenausschreibung erfolgen. Damit will Landrat Joachim Claus (CDU) erste Schritte zur Aktivierung der Wirtschaftsförderung gehen. Angesichts der jüngsten negativen Schlagzeilen sei dieser Schritt mehr als notwendig, betonte Claus gegenüber nnz. Informationen aus Unternehmen des Landkreises sollen bei einem Sachbearbeiter zusammenlaufen. Dieser können weitere Aufgaben koordinieren, zum Beispiel mit der Unteren Wasserbehörde oder der Baubehörde.
Mit der Schaffung dieser Stelle im Bereich seines Büros wolle der Landrat vor allem die Bestandspflege seiner Behörde in Richtung der Unternehmen verbessern. Natürlich könnten auch die Kommunen des Landkreises - sofern nachgefragt werde - Hilfe und Unterstützung erhalten. Nachdenken wolle Joachim Claus in Richtung eines offensiven Marketings für die Region. Da dieses Vorhaben jedoch mit zusätzlichen Sachkosten verbunden sei, werde die Verwaltung auf externe Unterstützung angewiesen sein. Und da wolle er den Vorstandsvorsitzenden der Nordhäuser Kreissparkasse beim Wort nehmen. Rudolf Mund hatte während des Neujahrsempfangs in der Sparkasse gerade ein solches Standortmarketing eingefordert. Nach ersten Gesprächen zwischen Mund und Claus wurde die Bereitschaft der Zusammenarbeit zugesichert.
Gezieltes Marketing gelte es nach den Worten von Claus auch im Bereich des Tourismus zu entwickeln. Er könne hierbei die Stadt Nordhausen verstehen, wenn sie nicht mehr im Tourismusverband mitarbeiten wollen. Der Landrat plädiert an dieser Stelle für ein regional gezieltes Marketing, etwa für den Südharz, für Nordhausen oder für Bleicherode. Aus der Region müsse sich ein Beirat zusammensetzen, dessen Vorsitz er gern übernehmen werden. Dieser Beirat soll letztlich die strategische Richtung vorgeben, soll die Präsentation auf Messen u.ä. festlegen. Fakt ist für Joachim Claus auch die Tatsache, daß in Nordhausen eine Tourismusinformation auf dem Areal des umgestalteten Bahnhofsvorplatzes angesiedelt werden muß. Über den konkreten Standort müsse man sich mit der Stadt Nordhausen einigen. Wichtig sei allein die Tatsache, daß ein solches Informationszentrum professionell geführt werden müsse.
IHK warnt vor privaten Handelsregistern für Firmen
Das Nordhäuser Service-Center der IHK weist darauf hin, dass gegenwärtig wieder verstärkt Eintragungen in "Private Firmenregister" angeboten werden. "Die Eintragungsofferte lässt auf den ersten Blick oftmals keine Unterscheidung zum öffentlichen Handelsregister erkennen. Die beigefügten Zahlungsbelege sind täuschend ähnlich gestaltet", so der Geschäftsführer des IHK-Centers Nordhausen, Udo Rockmann zur nnz. Handelsregisterinformationen aus dem Bundesanzeiger würden dazu verwendet, insbesondere neu gegründete Unternehmen anzuschreiben. Den Firmen sei anzuraten, das Verhältnis von Aufwand und Nutzen genau zu prüfen. "Eine Pflicht zur Eintragung in private Firmenregister besteht nicht", so Udo Rockmann weiter. Im Zweifelsfall solle Kontakt zur Industrie- und Handelskammer aufgenommen werden. Rechnungen für Eintragungen im öffentlichen Handelsregister, geführt von den Registergerichten, würden im Freistaat Thüringen nur von der Justizzahlstelle Schleiz verschickt.
4.000 Unterschriften gegen Industriegebiet gesammelt
Die Bürgerinitiative hatte in den zurückliegenden drei Monaten zu einer Unterschriftenaktion gegen die Realisierung, die Goldene Aue als Industriestandort auszuweisen, aufgerufen. Viele Mitglieder der Initiative haben die Bevölkerung der Goldenen Aue auf Versammlungen und Informationsabenden über die Planungen und vor allem über den Inhalt des B-Planes informiert. Nach Auszählung der Unterschriftslisten haben sich fast 4000 Einwohner gegen den Standort Goldene Aue ausgesprochen. Die meisten der Unterzeichner sind nicht gegen eine generelle Industrieansiedlung. Sie wenden sich gegen den Standort und der damit verbundenen Landschaftszerstörung der Goldenen Aue und den damit verbundenen Nachteilen für Natur und Mensch. Dem Argument, das die Goldene Aue der einzige Standort sei wird vehement widersprochen. Der Planungsverband hat bis zu heutigen Tage keine ernsthafte Standortprüfung vorgenommen und Alternativen geprüft. Daher prüft die BI, ob es andere, als in der Öffentlichkeit bekundete Gründe gibt, den Industriestandort in der Goldenen Aue so vehement anzustreben. Dem Planungsverband wurden mangelnde Aufklärung und ungenügende Recherchen nachgewiesen. Missstände in Bezug auf den Landaufkauf durch die LEG, Falschmeldungen in Bezug auf die Verkaufsbereitschaft der Grundeigentümer wurden nachgewiesen. Die Interessenkonflikte zwischen der Landwirtschaft, dem Kiesabbau, der Autobahn, dem Gipsabbau wurden deutlich herausgestellt. Die Unterschriftenlisten werden demnächst an Verantwortliche übergeben.
Neuer Verband nimmt morgen seine Arbeit auf
Morgen beginnt die Arbeit für den neuen Gewässerunterhaltungsverband Harzvorland. In diesem Verband schlossen sich die Stadt Nordhausen und die Gemeinde Urbach zusammen. Beide Kommunen sind durch den Krummbach mit einander verbunden. Das Motiv der Verbandsgründung liegt vor allem in der Förderung solcher Strukturen seitens des Landes Thüringen. Im Verbandsgebiet ist man nun für die Pflege und Unterhaltung von 134 Kilometer Gewässer II. Ordnung, wie Salza oder Mühlgraben, verantwortlich. Die Stadt Nordhausen verfügt in diesem Bereich bereits über durchaus positive Erfahrungen, wie Steffen Meyer vom städtischen Umweltamt der nnz bestätigte. Seit 1994 wurde über eine Million Mark in die Unterhaltung der Gewässer investiert. Prägnantestes Beispiel hierfür ist die Renaturierung des Rössingsbaches in Nordhausen Ost. In den Jahren 1996/97 wurde der Bach aus seinen Rohrzwangslauf befreit und in ein natürliches Bett verlegt.

