eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Do, 18:04 Uhr
17.07.2025
Nachgefragt:

Komplizierte Situationen

Ein Leser der nnz hat die Redaktion darauf hingewiesen, dass im Rahmen der Bauarbeiten an der Blasii-Kirche auch menschliche Überreste zu Tage getreten sind. Diese lagen wohl über mehrere Wochen am Rande der Baustelle herum...


Inzwischen ist die Situation scheinbar größtenteils bereinigt. Die Frage, die sich noch stellt, ist: Wer ist in so einem Fall zuständig und müsste die Überreste einsammeln? Das Ordnungsamt? Die Friedhofsverwaltung? Das Landesamt für Archäologie? Und was passiert in der Regel mit Knochenfunden auf alten/ehemaligen Friedhöfen?

Anzeige Refinery (lang)
Eine Antwort kam aus dem Nordhäuser Rathaus. „Die bislang eindeutig als menschlich erkennbaren Knochen wurden durch unsere Mitarbeiter sichergestellt. Was wir aufgrund der tiefgründigen Störung des Areals durch bekannte und bislang unbekannte Kellereinbauten, Leitungsverlegungen und Auffüllungen nicht ausschließen können, ist die Möglichkeit alterverlagertes Knochenmaterial nicht als menschlich zu erkennen und dementsprechend auch nicht zu bergen.

Gerade im innerstädtischen Bereich ergibt sich durch zahlreiche Eingriffe in den Boden eine komplexe Taphonomie der Fundstellen. Was wir ebenfalls nicht mit letzter Sicherheit ausschließen können, ist die Tatsache, dass auch im Abraum immer Knochenfragmente auftreten können, die bei der Durchsicht durch unsere Mitarbeiter nicht als solche erkannt oder übersehen werden. Wir können allerdings versichern, sowohl menschliches Skelettmaterial als auch sonstige Archäologika mit größter Sorgfalt zu behandeln, dokumentieren und zu bergen.“
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
P.Burkhardt
17.07.2025, 23:23 Uhr
Das menschliche Überreste...
...in unserer kriegsbedingt mehr oder weniger komplett zerstörten Stadt -mit den deswegen zu beklagenden Opfern- gefunden werden, sollte niemanden überraschen. Der Umgang damit ist (wie eigentlich alles in Deutschland) klar geregelt:

Danach sind sog. "Zufallsfunde" (wie z.B. bei Bauarbeiten) umgehend der örtlichen Denkmalbehörde oder der Polizei zu melden (was ja offensichtlich geschehen ist).
Diese klären dann (ggf. unter Hinzuziehung von Archäologen oder anderen Experten) ob die Funde in einem Kontext zu historischen Ereignissen stehen, ein Verbrechen vorliegt oder sonstige Bezüge herzustellen sind.

Im besten Fall kann geklärt werden, um wen es sich handelt. Dann greifen die gängigen Regelungen für einen Todesfall. Jedenfalls habe ich das so verstanden, bei meiner kurzen Recherche unter Zuhilfenahme einer KI.

In Deutschland wird neben den rechtlichen Pflichten auch eine ethische Würdigung der gefundenen menschlichen Überreste wahrgenommen: So gelten menschliche Überreste nicht als „Objekte“, sondern Zeugnisse vergangener Leben und sind entsprechend zu behandeln.
Kommentar hinzufügen
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)