Mi, 15:28 Uhr
16.07.2025
CDU-Chef kritisiert Landrat Jendricke
"Wirtschaftsförderung muss höhere Priorität bekommen"
René Fullmann, Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag Nordhausen, nimmt Stellung zur aktuellen Diskussion um die Wirtschaftsförderung im Landkreis und kritisiert das Vorgehen sowie die mangelnden Impulse des Landrates...
Die Personalie Wirtschaftsförderung ist kein neues Thema, die Stelle war im Landkreis nie unbesetzt. Seit Jahren können wir beobachten, dass unsere Region bei der Förderung seiner Wirtschaft hinterherhinkt, dass liegt allerdings nicht nur allein an unserer Kreisstadt.
Die Ergebnisse vom aktuellen Zukunftsatlas zeigten das eindrucksvoll, meint Fullmann. "Da gilt es kritisch in beide Richtungen zu schauen, da müssen Stadt und Landkreis ihre Hausaufgaben machen. Jetzt mit dem Finger nur auf die Verantwortlichen in der Stadt Nordhausen zu zeigen, ist schlichtweg unfair. Auch wir haben in der Vergangenheit nicht immer alles richtig gemacht."
Nordhausen müsse als künftiges Oberzentrum gestärkt werden, das gehe nur gemeinsam auf Augenhöhe und nicht mit Vorwürfen. Der Landkreis spiele in der Wirtschaftsförderung eine zentrale, koordinierende und unterstützende Rolle. Der Zukunftsatlas biete die Chance, gemeinsam mit allen Kommunen die Ergebnisse aufzuarbeiten, zu analysieren, kritisch zu reflektieren und entsprechende Handlungsbedarfe abzuleiten. "Hier muss das Landratsamt als Lotse eine Schlüsselrolle einnehmen, um alle Akteure an einen Tisch zu holen", fordert Fullmann. Was jedoch nicht geht, ist in eine kommunale Selbstverwaltung einzugreifen und selbst diese Aufgaben gänzlich übernehmen zu wollen, stellt der CDU-Mann fest.
"Unsere Anstrengungen als CDU-Kreistagsfraktion, die Kommunen durch eine Entlastung bei der Kreis- und Schulumlage zu unterstützen, fanden im Kreistag keine Mehrheit. Für die Stadt Nordhausen bedeutet das allein im Jahr 2025 eine Mehrbelastung von 400.000 Euro. Geld was an anderen Stellen fehlt", so Fullmann. Kreiseigene Projekte wie das Altentor 8, der Bau der Mensa am Humboldtgymnasium, das ehemalige Gaswerk oder der AKS würden nicht zu Ende gebracht oder zögen sich über Jahre hin. Die einzige sichtbare Wirtschaftsförderung besteht derzeit im Bau des Prestigeobjektes Harzer Hexenbesen in Rothesütte. Das reiche nicht aus, um den Wirtschaftsstandort Nordhausen zukunftsfähig aufzustellen, erklärt Fullmann.
Auch die rückläufigen Gewerbeanmeldungen und die Verlagerung auf einfaches Gewerbe wie Imbisse würden zeigen, dass es an nachhaltigen Konzepten fehlt. Landrat Jendricke hat in den vergangenen Jahren keine Impulse für eine gezielte Wirtschaftsförderung gesetzt und auch keine erfolgreichen Gespräche mit dem Land Thüringen und der Landesentwicklungsgesellschaft geführt, etwa für Ansiedlungen im Industriegebiet Golden Aue beziehungsweise in anderen Gewerbegebieten in unserem Landkreis, kritisiert Fullmann.
Zudem bemängelt er, dass ein Konzept zur Förderung innovativer Industriezweige und zur Attraktivitätssteigerung des Landkreises für Unternehmen komplett fehlt. Darüber hinaus kommt die Erneuerung der Bildungsinfrastruktur nur schleppend voran und es gibt keinerlei Bestrebungen, interessante Berufsschul- und Ausbildungszweige – etwa die Meisterausbildung – nach Nordhausen zu holen. Auch die Studiengänge an der Hochschule müssten enger an den lokalen Wirtschaftsstandort gekoppelt bzw. ausgerichtet werden.
Statt immer nur gegen die Stadt zu schießen, sollte der Landrat zeigen, dass er Wirtschaftsförderung kann – vielleicht selbst als Oberbürgermeister in seiner Heimatstadt. Das bisherige Verhalten jedoch schadet dem Image unserer gesamten Region und bringt uns nicht voran, sagte René Fullmann abschließend.
Autor: redDie Personalie Wirtschaftsförderung ist kein neues Thema, die Stelle war im Landkreis nie unbesetzt. Seit Jahren können wir beobachten, dass unsere Region bei der Förderung seiner Wirtschaft hinterherhinkt, dass liegt allerdings nicht nur allein an unserer Kreisstadt.
Die Ergebnisse vom aktuellen Zukunftsatlas zeigten das eindrucksvoll, meint Fullmann. "Da gilt es kritisch in beide Richtungen zu schauen, da müssen Stadt und Landkreis ihre Hausaufgaben machen. Jetzt mit dem Finger nur auf die Verantwortlichen in der Stadt Nordhausen zu zeigen, ist schlichtweg unfair. Auch wir haben in der Vergangenheit nicht immer alles richtig gemacht."
Nordhausen müsse als künftiges Oberzentrum gestärkt werden, das gehe nur gemeinsam auf Augenhöhe und nicht mit Vorwürfen. Der Landkreis spiele in der Wirtschaftsförderung eine zentrale, koordinierende und unterstützende Rolle. Der Zukunftsatlas biete die Chance, gemeinsam mit allen Kommunen die Ergebnisse aufzuarbeiten, zu analysieren, kritisch zu reflektieren und entsprechende Handlungsbedarfe abzuleiten. "Hier muss das Landratsamt als Lotse eine Schlüsselrolle einnehmen, um alle Akteure an einen Tisch zu holen", fordert Fullmann. Was jedoch nicht geht, ist in eine kommunale Selbstverwaltung einzugreifen und selbst diese Aufgaben gänzlich übernehmen zu wollen, stellt der CDU-Mann fest.
"Unsere Anstrengungen als CDU-Kreistagsfraktion, die Kommunen durch eine Entlastung bei der Kreis- und Schulumlage zu unterstützen, fanden im Kreistag keine Mehrheit. Für die Stadt Nordhausen bedeutet das allein im Jahr 2025 eine Mehrbelastung von 400.000 Euro. Geld was an anderen Stellen fehlt", so Fullmann. Kreiseigene Projekte wie das Altentor 8, der Bau der Mensa am Humboldtgymnasium, das ehemalige Gaswerk oder der AKS würden nicht zu Ende gebracht oder zögen sich über Jahre hin. Die einzige sichtbare Wirtschaftsförderung besteht derzeit im Bau des Prestigeobjektes Harzer Hexenbesen in Rothesütte. Das reiche nicht aus, um den Wirtschaftsstandort Nordhausen zukunftsfähig aufzustellen, erklärt Fullmann.
Auch die rückläufigen Gewerbeanmeldungen und die Verlagerung auf einfaches Gewerbe wie Imbisse würden zeigen, dass es an nachhaltigen Konzepten fehlt. Landrat Jendricke hat in den vergangenen Jahren keine Impulse für eine gezielte Wirtschaftsförderung gesetzt und auch keine erfolgreichen Gespräche mit dem Land Thüringen und der Landesentwicklungsgesellschaft geführt, etwa für Ansiedlungen im Industriegebiet Golden Aue beziehungsweise in anderen Gewerbegebieten in unserem Landkreis, kritisiert Fullmann.
Zudem bemängelt er, dass ein Konzept zur Förderung innovativer Industriezweige und zur Attraktivitätssteigerung des Landkreises für Unternehmen komplett fehlt. Darüber hinaus kommt die Erneuerung der Bildungsinfrastruktur nur schleppend voran und es gibt keinerlei Bestrebungen, interessante Berufsschul- und Ausbildungszweige – etwa die Meisterausbildung – nach Nordhausen zu holen. Auch die Studiengänge an der Hochschule müssten enger an den lokalen Wirtschaftsstandort gekoppelt bzw. ausgerichtet werden.
Statt immer nur gegen die Stadt zu schießen, sollte der Landrat zeigen, dass er Wirtschaftsförderung kann – vielleicht selbst als Oberbürgermeister in seiner Heimatstadt. Das bisherige Verhalten jedoch schadet dem Image unserer gesamten Region und bringt uns nicht voran, sagte René Fullmann abschließend.

