Mi, 06:55 Uhr
06.12.2006
Aufstand gegen Gesundheits-Reform
Nordhausen (nnz). Jede dritte Arztpraxis in Deutschland war am Montag aus Protest gegen die geplante Gesundheitsreform geschlossen geblieben. Vielerorts gab es für Patienten nur eine Notversorgung und eingeschränkte Apothekendienste.
Was sich derzeit im Gesundheitswesen abspielt, könnte sich schon in naher Zukunft auf Bürger und Patienten in Deutschland auswirken. Deshalb wollen Mitarbeiter des Gesundheitswesens mit Kundgebungen und anderen Aktionen bundesweit Patienten über Folgen der schwarz-roten Reform aufklären, insbesondere über dauerhafte Einschränkungen. Beispielsweise in Baden-Württemberg standen Patienten am Morgen zum Teil vor geschlossenen Praxen und Apotheken, berichtet das Handelsblatt. In Hamburg ging um "5 vor 12" das Licht in vielen Praxen aus. Bei Kerzenschein klärten die Mediziner ihre Patienten über die geplanten Änderungen auf.
"Die Patienten sind die Verlierer", sagte Bundesärztekammer-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe. Die Ärzte säßen "mit den Kranken in einem Boot". Hoppe warnte, die Reform werde die Unterfinanzierung des Gesundheitssystems verstärken und damit den Zwang zur Rationierung medizinischer Leistungen. Er verlangt einen kompletten Neustart der geplanten Gesundheitsreform. Alle Beteiligten sollten noch einmal ganz von vorne anfangen, über die Zukunft des Gesundheitssystems nachzudenken, verlangte Hoppe im ZDF-Morgenmagazin.
Hoppe sagte, er setze darauf, dass die Proteste den Bundestagsabgeordneten und den Bundesländern den Änderungsbedarf an der geplanten Reform aufzeigen. Der Patient müsse im Mittelpunkt des Gesundheitswesens stehen, und dieses Prinzip sei mit der Reform massiv gefährdet. Wir wollen keine Zwei-Klassen-Medizin, sagte der Präsident der Bundesärztekammer. Die Ärzte kritisieren, dass die medizinische Versorgung schlechter wird, dass Wartelisten und lange Wege drohen. "Wir wehren uns gegen eine Reform, die das gesamte Gesundheitssystem auf den Kopf stellt. Alles wird schlechter werden, nichts wird besser", sagte der Chef der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Frank Ulrich Montgomery. Die Verbände wollen mit den Protesten auch den Patienten zeigen, welche Einschränkungen nach der Reform dauerhaft zu erwarten seien.
Während also die Spitzenvertreter der Ärzte- und Krankenhausverbände fürchten, dass die Reform zu staatlicher Zuteilungsmedizin führe, hat Gesundheitsministerin Ulla Schmidt die Massenproteste der Ärzte, Klinikmitarbeiter und Apotheker gegen die Gesundheitsreform erneut scharf verurteilt. Die Proteste seien zwar "in einer Demokratie rechtens", lösten aber kein einziges Problem. "Für kranke Menschen war dieser Protesttag sicher nicht gedacht." Jede der mehr als 40 Gruppen demonstriere letztlich doch nur für "eigene Interessen" und für mehr Geld. Schmidt stellte zwar für das Gesetzgebungsverfahren noch Detailänderungen in Aussicht: "Aber an der Grundausrichtung des Gesetzes wird nichts geändert werden."
Autor: jsWas sich derzeit im Gesundheitswesen abspielt, könnte sich schon in naher Zukunft auf Bürger und Patienten in Deutschland auswirken. Deshalb wollen Mitarbeiter des Gesundheitswesens mit Kundgebungen und anderen Aktionen bundesweit Patienten über Folgen der schwarz-roten Reform aufklären, insbesondere über dauerhafte Einschränkungen. Beispielsweise in Baden-Württemberg standen Patienten am Morgen zum Teil vor geschlossenen Praxen und Apotheken, berichtet das Handelsblatt. In Hamburg ging um "5 vor 12" das Licht in vielen Praxen aus. Bei Kerzenschein klärten die Mediziner ihre Patienten über die geplanten Änderungen auf.
"Die Patienten sind die Verlierer", sagte Bundesärztekammer-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe. Die Ärzte säßen "mit den Kranken in einem Boot". Hoppe warnte, die Reform werde die Unterfinanzierung des Gesundheitssystems verstärken und damit den Zwang zur Rationierung medizinischer Leistungen. Er verlangt einen kompletten Neustart der geplanten Gesundheitsreform. Alle Beteiligten sollten noch einmal ganz von vorne anfangen, über die Zukunft des Gesundheitssystems nachzudenken, verlangte Hoppe im ZDF-Morgenmagazin.
Hoppe sagte, er setze darauf, dass die Proteste den Bundestagsabgeordneten und den Bundesländern den Änderungsbedarf an der geplanten Reform aufzeigen. Der Patient müsse im Mittelpunkt des Gesundheitswesens stehen, und dieses Prinzip sei mit der Reform massiv gefährdet. Wir wollen keine Zwei-Klassen-Medizin, sagte der Präsident der Bundesärztekammer. Die Ärzte kritisieren, dass die medizinische Versorgung schlechter wird, dass Wartelisten und lange Wege drohen. "Wir wehren uns gegen eine Reform, die das gesamte Gesundheitssystem auf den Kopf stellt. Alles wird schlechter werden, nichts wird besser", sagte der Chef der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Frank Ulrich Montgomery. Die Verbände wollen mit den Protesten auch den Patienten zeigen, welche Einschränkungen nach der Reform dauerhaft zu erwarten seien.
Während also die Spitzenvertreter der Ärzte- und Krankenhausverbände fürchten, dass die Reform zu staatlicher Zuteilungsmedizin führe, hat Gesundheitsministerin Ulla Schmidt die Massenproteste der Ärzte, Klinikmitarbeiter und Apotheker gegen die Gesundheitsreform erneut scharf verurteilt. Die Proteste seien zwar "in einer Demokratie rechtens", lösten aber kein einziges Problem. "Für kranke Menschen war dieser Protesttag sicher nicht gedacht." Jede der mehr als 40 Gruppen demonstriere letztlich doch nur für "eigene Interessen" und für mehr Geld. Schmidt stellte zwar für das Gesetzgebungsverfahren noch Detailänderungen in Aussicht: "Aber an der Grundausrichtung des Gesetzes wird nichts geändert werden."

