Mi, 16:47 Uhr
29.11.2006
Rinke: Land muß reagieren
Nordhausen (nnz). In der vergangenen Woche hatte die nnz ausführlich über die aktuelle Situation im heilpädagogischen Kindergarten der Nordthüringer Lebenshilfe berichtet. Jetzt gibt es eine offizielle Reaktion aus dem Rathaus der Rolandstadt.
Es kann nicht sein, dass die Schwächsten unserer Gesellschaft plötzlich in der Luft hängen, weil bei den verantwortlichen Stellen die Kompetenzen nicht geklärt sind, sagte jetzt Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) gegenüber der nnz. Anlass ist das ab dem 1. Januar 2007 drohende Aus für den heilpädagogischen Kindergarten Traumzauberbaum in Nordhausen-Salza, der von der Nordthüringer Lebenshilfe gGmbH betrieben wird. Dessen Geschäftsführerin Tilly Pape habe sich jetzt um Unterstützung an sie gewandt, da zum Jahresbeginn 2007 die Finanzierung durch das Land beendet sei.
Im Kindergarten werden derzeit 34 zum Teil schwerstbehinderte Kinder betreut. Pape ist sehr besorgt, weil in wenigen Tagen - ab dem 1. Januar - deren Betreuung noch immer ungeklärt ist, und dass trotz dieses drohenden Schicksals weder vom Land noch vom Landkreis tragfähige Vorschläge auf den Tisch gelegt würden, sagte die Oberbürgermeisterin. Die jetzt durch das Land in Aussicht gestellte Lösung, die schwerstbehinderten Kinder in eine Tagesstätte mit nicht-behinderten Kindern zu integrieren kann kurzfristig nicht gelingen und ist auch aus Sicht von Fachleuten und Eltern keine Lösung, die dauerhaft den speziellen Lebenslagen dieser Kinder gerecht wird.
Sollte es tatsächlich so sein, dass aufgrund einer Lücke in der Landesgesetzgebung die Zukunft sämtlicher heilpädagogischer Kindergärten des Freistaates völlig im Dunkeln liegt, so ist das tragisch genug. Den Kindern kann und muss das allerdings egal sein. Ich rufe alle Beteiligten auf, jetzt eine Lösung zu finden. Verträge müssen dringend auf den Tisch. Der Rücken der Kinder ist zu schwach, um auf ihm anderswo verursachte Probleme auszutragen. Die Stadt jedenfalls sei bereit, an einer Lösung mitzuarbeiten - im Sinne der Kinder. "Sie haben ein Recht darauf, alle ihnen zustehenden Fördemöglichkeiten auch weiterhin zu bekommen."
Autor: nnzEs kann nicht sein, dass die Schwächsten unserer Gesellschaft plötzlich in der Luft hängen, weil bei den verantwortlichen Stellen die Kompetenzen nicht geklärt sind, sagte jetzt Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) gegenüber der nnz. Anlass ist das ab dem 1. Januar 2007 drohende Aus für den heilpädagogischen Kindergarten Traumzauberbaum in Nordhausen-Salza, der von der Nordthüringer Lebenshilfe gGmbH betrieben wird. Dessen Geschäftsführerin Tilly Pape habe sich jetzt um Unterstützung an sie gewandt, da zum Jahresbeginn 2007 die Finanzierung durch das Land beendet sei.
Im Kindergarten werden derzeit 34 zum Teil schwerstbehinderte Kinder betreut. Pape ist sehr besorgt, weil in wenigen Tagen - ab dem 1. Januar - deren Betreuung noch immer ungeklärt ist, und dass trotz dieses drohenden Schicksals weder vom Land noch vom Landkreis tragfähige Vorschläge auf den Tisch gelegt würden, sagte die Oberbürgermeisterin. Die jetzt durch das Land in Aussicht gestellte Lösung, die schwerstbehinderten Kinder in eine Tagesstätte mit nicht-behinderten Kindern zu integrieren kann kurzfristig nicht gelingen und ist auch aus Sicht von Fachleuten und Eltern keine Lösung, die dauerhaft den speziellen Lebenslagen dieser Kinder gerecht wird.
Sollte es tatsächlich so sein, dass aufgrund einer Lücke in der Landesgesetzgebung die Zukunft sämtlicher heilpädagogischer Kindergärten des Freistaates völlig im Dunkeln liegt, so ist das tragisch genug. Den Kindern kann und muss das allerdings egal sein. Ich rufe alle Beteiligten auf, jetzt eine Lösung zu finden. Verträge müssen dringend auf den Tisch. Der Rücken der Kinder ist zu schwach, um auf ihm anderswo verursachte Probleme auszutragen. Die Stadt jedenfalls sei bereit, an einer Lösung mitzuarbeiten - im Sinne der Kinder. "Sie haben ein Recht darauf, alle ihnen zustehenden Fördemöglichkeiten auch weiterhin zu bekommen."

