Di, 08:00 Uhr
03.06.2025
NORDHÄUSER LANDSENIOREN UNTERWEGS
Weinstraße mit getrübter Freude?
Ankunft am späten Nachmittag im Panorama Hotel am Rosengarten in Neustadt an der Weinstraße. Zimmerverteilung. Von Etage eins bis sieben. Unter den Landsenioren aus Nordhausen Fußballfans. Wer bleibt in der Bundesliga? Das Spiel wird übertragen. Fernseher an. Oh weh. Kein Bild, kein Ton für den Gast in der 7. Angesäuert runter zur Rezeption. Es ist 18 Uhr. Kein Mechaniker mehr verfügbar...
Landsenioren waren unterwegs (Foto: K. Frank)
Der Ärger muss runtergespült werden. Hinein in das Restaurant. Dort wartet er mit den anderen Gästen aus dem Südharz an die 45 Minuten, bis die gewünschten Getränke auf dem Tisch standen. Am Abend tags darauf die gleiche Szene.
Das gab Ärger! Der Service an den folgenden Abende lief dann wie am Schnürchen! Die Tagestouren entschädigten ohnehin. Der Wein prägt die Landschaft und das Leben. Aber auch Burgen, Schlösser, Sehenswürdigkeiten: Dom zu Speyer, Hambacher Schloss, Riesen-Weinfass in Bad Dürkheim, romantische Gassen in Deidesheim, Schweigen-Rechtenbach mit dem Weintor am Ende der Weinstraße.
Ein Genuss, den Erzählungen der Reiseleiterin Elisabeth zu lauschen. Ein phänomenales lebendes Geschichtsbuch. Mit markanter Stimme zog sie die Reisegesellschaft in ihren Bann. Geschichte und Literatur mischten sich. Das hatte sie studiert. Kein Satz war einer zu viel. Durch enge Gassen, auf und ab auf holprigen Wegen führte sie zu historischen Bauten, Figuren, Sehenswürdigkeiten. Die kleine, körperlich angeschlagene und nicht mehr junge Frau schien keine Müdigkeit zu kennen, während andere nach Stadtrundgängen erschöpft auf ihren Sitz im Bus fielen.
Jochen Keitel vom gleichnamigen Unternehmen aus Hainrode, das die Fahrt organisierte, weiß um die Qualität der Elisabeth. Er würde sie immer wieder buchen. Aber nicht das Panorama Hotel, bemerkte er. Warum eigentlich nicht? Ich würde mich nach der vollständigen Renovierung des Hauses jederzeit einquartieren.
Man sollte wissen: Hoteleigentümer ist das deutsche Ehepaar Jens und Monika Jäger. Ein Familienbetrieb. Jens Jäger übernahm das Objekt in nächster Generation. Und viel Geld in die Hand. Das Haus wird derzeit renoviert. Aus zwei Standardzimmern von jeweils 20 Quadratmetern wird ein gehobener Raum (Bild) mit 40 Quadratmetern.
Ein so großes Hotelzimmer habe er in den vielen Jahren seiner Reisen noch nie vorgefunden, meinte anerkennend Hartmut Kopf aus Nordhausen: Große Fensterfronten, bequeme Klubsessel, aufgemotzte Dusche samt WC, Zimmer-Temperaturregler. Von der herrlichen Dachterrasse in der 8. Etage hat der Gast einen weiten Blick über eine schöne Stadt. Bis auf die Benachteiligten in Etage sieben kamen andere Gäste aus dem Landkreis Nordhausen in den gehobenen Genuss der 40-Quadratmeter-Zimmer. Was die schleppende Bedienung betraf, wäre zu bedenken: Jens Jäger hat das Restaurant an K. Amani vermietet, einen Afghanen. Seine Leute im Restaurant alles Migranten. Der Mann in den mittleren Jahren mit der Gästeliste am Restaurant-Eingang ist Ukrainer und seit einem Jahr in Deutschland. Die deutsche Sprache für ihn ein Buch mit sieben Siegeln. Ein junger Kellner, den ich für einen Deutschen hielt, verließ vor zwei Jahren sein Heimatland Afghanistan, spricht schon ein gutes Deutsch.
Ausgezeichnet hingegen das der jungen Kellnerin mit Migrationshintergrund. Ihre Eltern kamen aus Rumänien zu uns, sie aber sei in Deutschland geboren. Hauptberuflich arbeite sie in einem Altersheim. Aus welchem Land auch immer: Nett und freundlich zu den Gästen waren sie allesamt. Ihr Brot verdienen sie durch eigene Arbeit. Nur ihr Timing ließ anfangs zu wünschen übrig, was letztlich auf das Hotel abfärbt.
Applaus für Jochen Keitel. Wie er den Bus sicher durch enge Straßen von Altstädten führte, mitunter nur wenige Zentimeter von Hauswänden entfernt, ist aller Achtung wert. Lob seiner Ilona. Liebevoll bewirtete sie die Busbesatzung.
Die Bewertung der Reise mag unterschiedlich sein. Reinhard Penzler aus Görsbach sieht sie durchwachsen. Ebenso Detlef Blankschön, womit wohl nicht nur das Wetter gemeint ist. Jeder mag die Tage an der Weinstraße für sich selbst beurteilen.
Kurt Frank
Autor: psg
Landsenioren waren unterwegs (Foto: K. Frank)
Der Ärger muss runtergespült werden. Hinein in das Restaurant. Dort wartet er mit den anderen Gästen aus dem Südharz an die 45 Minuten, bis die gewünschten Getränke auf dem Tisch standen. Am Abend tags darauf die gleiche Szene.
Das gab Ärger! Der Service an den folgenden Abende lief dann wie am Schnürchen! Die Tagestouren entschädigten ohnehin. Der Wein prägt die Landschaft und das Leben. Aber auch Burgen, Schlösser, Sehenswürdigkeiten: Dom zu Speyer, Hambacher Schloss, Riesen-Weinfass in Bad Dürkheim, romantische Gassen in Deidesheim, Schweigen-Rechtenbach mit dem Weintor am Ende der Weinstraße.
Ein Genuss, den Erzählungen der Reiseleiterin Elisabeth zu lauschen. Ein phänomenales lebendes Geschichtsbuch. Mit markanter Stimme zog sie die Reisegesellschaft in ihren Bann. Geschichte und Literatur mischten sich. Das hatte sie studiert. Kein Satz war einer zu viel. Durch enge Gassen, auf und ab auf holprigen Wegen führte sie zu historischen Bauten, Figuren, Sehenswürdigkeiten. Die kleine, körperlich angeschlagene und nicht mehr junge Frau schien keine Müdigkeit zu kennen, während andere nach Stadtrundgängen erschöpft auf ihren Sitz im Bus fielen.
Jochen Keitel vom gleichnamigen Unternehmen aus Hainrode, das die Fahrt organisierte, weiß um die Qualität der Elisabeth. Er würde sie immer wieder buchen. Aber nicht das Panorama Hotel, bemerkte er. Warum eigentlich nicht? Ich würde mich nach der vollständigen Renovierung des Hauses jederzeit einquartieren.
Man sollte wissen: Hoteleigentümer ist das deutsche Ehepaar Jens und Monika Jäger. Ein Familienbetrieb. Jens Jäger übernahm das Objekt in nächster Generation. Und viel Geld in die Hand. Das Haus wird derzeit renoviert. Aus zwei Standardzimmern von jeweils 20 Quadratmetern wird ein gehobener Raum (Bild) mit 40 Quadratmetern.
Ein so großes Hotelzimmer habe er in den vielen Jahren seiner Reisen noch nie vorgefunden, meinte anerkennend Hartmut Kopf aus Nordhausen: Große Fensterfronten, bequeme Klubsessel, aufgemotzte Dusche samt WC, Zimmer-Temperaturregler. Von der herrlichen Dachterrasse in der 8. Etage hat der Gast einen weiten Blick über eine schöne Stadt. Bis auf die Benachteiligten in Etage sieben kamen andere Gäste aus dem Landkreis Nordhausen in den gehobenen Genuss der 40-Quadratmeter-Zimmer. Was die schleppende Bedienung betraf, wäre zu bedenken: Jens Jäger hat das Restaurant an K. Amani vermietet, einen Afghanen. Seine Leute im Restaurant alles Migranten. Der Mann in den mittleren Jahren mit der Gästeliste am Restaurant-Eingang ist Ukrainer und seit einem Jahr in Deutschland. Die deutsche Sprache für ihn ein Buch mit sieben Siegeln. Ein junger Kellner, den ich für einen Deutschen hielt, verließ vor zwei Jahren sein Heimatland Afghanistan, spricht schon ein gutes Deutsch.
Ausgezeichnet hingegen das der jungen Kellnerin mit Migrationshintergrund. Ihre Eltern kamen aus Rumänien zu uns, sie aber sei in Deutschland geboren. Hauptberuflich arbeite sie in einem Altersheim. Aus welchem Land auch immer: Nett und freundlich zu den Gästen waren sie allesamt. Ihr Brot verdienen sie durch eigene Arbeit. Nur ihr Timing ließ anfangs zu wünschen übrig, was letztlich auf das Hotel abfärbt.
Applaus für Jochen Keitel. Wie er den Bus sicher durch enge Straßen von Altstädten führte, mitunter nur wenige Zentimeter von Hauswänden entfernt, ist aller Achtung wert. Lob seiner Ilona. Liebevoll bewirtete sie die Busbesatzung.
Die Bewertung der Reise mag unterschiedlich sein. Reinhard Penzler aus Görsbach sieht sie durchwachsen. Ebenso Detlef Blankschön, womit wohl nicht nur das Wetter gemeint ist. Jeder mag die Tage an der Weinstraße für sich selbst beurteilen.
Kurt Frank




