Sa, 13:30 Uhr
17.05.2025
Sponsoren zu Gast am Flugplatz
Himmel über Nordhausen
Wenn sie hoch am Himmel über Nordhausen ihre Runden ziehen sind sie gut zu sehen, am Boden bekommt man von den Nordhäuser Fliegern eher selten etwas mit. Dabei hat die Fliegerei seit ihren jüngsten Tagen Tradition am Südharz. Die will man nun auch benachteiligten Kindern nahe bringen…
Seit über 100 Jahren wird in Nordhausen geflogen, am Bielener Flugplatz lud der Fliegerclub heute Sponsoren ein um abzuheben (Foto: agl)
In der Fliegerklause am Bielener Flugplatz sind die Wände übersäht mit alten Fotografien, Zeitungsartikeln und Postkarten. Eine davon datiert auf das Jahr 1911 und kündigt Fliegertage im Südharz an. Die moderne Fliegerei an sich war da noch kein Jahrzehnt alt.
In der Traditionslinie sehen sich auch die Piloten am Bielener Flugplatz. Während der DDR hatte man ob der Grenznähe nicht abheben dürfen, seit der Wende starten Segel- und Motorflieger wieder von Nordhausen aus. Wer sich in die Luft erheben will muss nicht seinen eigenen Flieger mitbringen, der Verein hat mehrere eigene Maschinen, sowohl motorisierte Flugzeuge als auch Gleitflieger.
Für die waren die Bedingungen heute angenehm aber nicht ideal, erläutert Fluglehrer Otto am morgen. Der Sicht ist gut, die Sonne scheint nur die Wolken sind etwas zu wuchtig und zerreißen die Thermik, auf die die Segelflieger angewiesen sind. Mit der Pirat kann man aus 1000 Meter Höhe rund 25 Kilometer weit gleiten, findet man die passenden Aufwinde kommt man noch weiter, erzählt der Pilot weiter. Die Pirat tut das zuverlässig seit 40 Jahren, ihre Holzkonstruktion ist bei richtiger Pflege und Lagerung nahezu unverwüstlich. Der moderne Kollege aus Leichtmetall hat zwar eine höhere Gleitleistung, wird aber am Ende wohl weniger Dienstjahre unter dem Flügel haben.
Wie die Flieger gehört Otto praktisch zum Inventar, knapp 400 Flugstunden allein als Lehrer hat er in den Büchern stehen. Andere sind im Vergleich Neuzugänge, wie der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Mario Wielke. Er ist über den Modellflug zu den großen Maschinen gekommen, erzählt Wielke. Die kleinen Flieger Marke Eigenbau kann man heutzutage mit der passenden Ausstattung in Egoperspektive steuern, per VR-Brille sitzt man sowohl sicher am Boden als auch im Miniatur-Cockpit. Von da aus war der Reiz der tatsächlichen Fliegerei zum greifen nahe.
Den ersten Flug vergisst man nie, sagt am Vormittag Vereinsfreund Mario Rieche, auch nicht nach hunderten Alleinflügen. Die Faszination des Fliegens und die Freiheit über den Wolken wollen die Hobbypiloten auch denen nahe bringen, die im Leben nicht die besten Karten bekommen haben. Im vergangenen Jahr lud man deswegen das erste Mal zum Kinderfliegen und hob mit den Kindern und Jugendlichen der Frohen Zukunft aus Nordhausen ab.
Die Kinder der Frohen Zukunft haben ein eigenes "Dankeschön" für die Flieger angefertigt, das hier von Chef der Frohen Zukunft Gert Bufe (links), an Mario Rieche und Mario Wielke übergeben wird (Foto: agl)
Der Tag war ein voller Erfolg und soll am 03. Oktober diesen Jahres wiederholt werden. Neben dem Kinder- und Jugendheim will man dann auch den ambulanten Kinderhospizdienst mit im Boot wissen. Ganz alleine kann man das aber nicht stemmen und aus diesem Grund kam man heute überhaupt am Flugplatz zusammen: man wollte den Unterstützern und Sponsoren der Nordhäuser Fliegerclubs Danken und sie bei der Gelegenheit auch auf ein paar Rundflüge mitnehmen. Langjähriger Partner ist die Kreissparkasse, deren Logo auch eines der Vereinsflugzeuge ziert. Für das Kinderfliegen fand Rieche Unterstützung bei ein paar befreundeten Unternehmen aus Hamburg, vor Ort würde man sich diese Art des Supports auch Wünschen.
Wer selber abheben will, muss rund zwei Jahre Lehrzeit absolvieren um den Flugschein zu erlangen. Anders als auf der Straße muss der nach längeren Pausen erneuert werden. Die passenden Lehrer finden sich am Bielener Flugplatz. Die Aufnahmegebühr für den Verein liegt bei 150 Euro, der Monatsbeitrag für aktive Flieger bei 30 Euro, ein paar Taler kommen für Startgebühren noch hinzu. Nicht das günstigste Hobby, aber gerade im Sportbereich gibt es manch anderen Spaß, der tiefer in die Tasche greift. Weitere Informationen finden sich auf der Website des Fliegerclubs.
Angelo Glashagel
Autor: red
Seit über 100 Jahren wird in Nordhausen geflogen, am Bielener Flugplatz lud der Fliegerclub heute Sponsoren ein um abzuheben (Foto: agl)
In der Fliegerklause am Bielener Flugplatz sind die Wände übersäht mit alten Fotografien, Zeitungsartikeln und Postkarten. Eine davon datiert auf das Jahr 1911 und kündigt Fliegertage im Südharz an. Die moderne Fliegerei an sich war da noch kein Jahrzehnt alt.
In der Traditionslinie sehen sich auch die Piloten am Bielener Flugplatz. Während der DDR hatte man ob der Grenznähe nicht abheben dürfen, seit der Wende starten Segel- und Motorflieger wieder von Nordhausen aus. Wer sich in die Luft erheben will muss nicht seinen eigenen Flieger mitbringen, der Verein hat mehrere eigene Maschinen, sowohl motorisierte Flugzeuge als auch Gleitflieger.
Für die waren die Bedingungen heute angenehm aber nicht ideal, erläutert Fluglehrer Otto am morgen. Der Sicht ist gut, die Sonne scheint nur die Wolken sind etwas zu wuchtig und zerreißen die Thermik, auf die die Segelflieger angewiesen sind. Mit der Pirat kann man aus 1000 Meter Höhe rund 25 Kilometer weit gleiten, findet man die passenden Aufwinde kommt man noch weiter, erzählt der Pilot weiter. Die Pirat tut das zuverlässig seit 40 Jahren, ihre Holzkonstruktion ist bei richtiger Pflege und Lagerung nahezu unverwüstlich. Der moderne Kollege aus Leichtmetall hat zwar eine höhere Gleitleistung, wird aber am Ende wohl weniger Dienstjahre unter dem Flügel haben.
Wie die Flieger gehört Otto praktisch zum Inventar, knapp 400 Flugstunden allein als Lehrer hat er in den Büchern stehen. Andere sind im Vergleich Neuzugänge, wie der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Mario Wielke. Er ist über den Modellflug zu den großen Maschinen gekommen, erzählt Wielke. Die kleinen Flieger Marke Eigenbau kann man heutzutage mit der passenden Ausstattung in Egoperspektive steuern, per VR-Brille sitzt man sowohl sicher am Boden als auch im Miniatur-Cockpit. Von da aus war der Reiz der tatsächlichen Fliegerei zum greifen nahe.
Den ersten Flug vergisst man nie, sagt am Vormittag Vereinsfreund Mario Rieche, auch nicht nach hunderten Alleinflügen. Die Faszination des Fliegens und die Freiheit über den Wolken wollen die Hobbypiloten auch denen nahe bringen, die im Leben nicht die besten Karten bekommen haben. Im vergangenen Jahr lud man deswegen das erste Mal zum Kinderfliegen und hob mit den Kindern und Jugendlichen der Frohen Zukunft aus Nordhausen ab.
Die Kinder der Frohen Zukunft haben ein eigenes "Dankeschön" für die Flieger angefertigt, das hier von Chef der Frohen Zukunft Gert Bufe (links), an Mario Rieche und Mario Wielke übergeben wird (Foto: agl)
Der Tag war ein voller Erfolg und soll am 03. Oktober diesen Jahres wiederholt werden. Neben dem Kinder- und Jugendheim will man dann auch den ambulanten Kinderhospizdienst mit im Boot wissen. Ganz alleine kann man das aber nicht stemmen und aus diesem Grund kam man heute überhaupt am Flugplatz zusammen: man wollte den Unterstützern und Sponsoren der Nordhäuser Fliegerclubs Danken und sie bei der Gelegenheit auch auf ein paar Rundflüge mitnehmen. Langjähriger Partner ist die Kreissparkasse, deren Logo auch eines der Vereinsflugzeuge ziert. Für das Kinderfliegen fand Rieche Unterstützung bei ein paar befreundeten Unternehmen aus Hamburg, vor Ort würde man sich diese Art des Supports auch Wünschen.
Wer selber abheben will, muss rund zwei Jahre Lehrzeit absolvieren um den Flugschein zu erlangen. Anders als auf der Straße muss der nach längeren Pausen erneuert werden. Die passenden Lehrer finden sich am Bielener Flugplatz. Die Aufnahmegebühr für den Verein liegt bei 150 Euro, der Monatsbeitrag für aktive Flieger bei 30 Euro, ein paar Taler kommen für Startgebühren noch hinzu. Nicht das günstigste Hobby, aber gerade im Sportbereich gibt es manch anderen Spaß, der tiefer in die Tasche greift. Weitere Informationen finden sich auf der Website des Fliegerclubs.
Angelo Glashagel




