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Fr, 08:58 Uhr
02.05.2025
Verbund Nordhäuser Stadtratsfraktionen:

Forderung einer Namenstafel für jüdische Opfer

"Gedenken bewahren – Verantwortung übernehmen: Wir fordern die Namenstafel für die jüdischen Opfer unserer Stadt" ist ein Aufruf von den Fraktionen SPD, LINKE, FDP, GRÜNE und Bürgerliste Südharz überschrieben, mit dem sie einen Stadtratsbeschluss kritisieren und aufheben wollen...

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"Mit großer Bestürzung nehmen wir – SPD, DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, die Bürgerliste Südharz und die FDP zur Kenntnis, dass der Antrag auf Errichtung einer Namenstafel für die jüdischen Opfer aus Nordhausen im Stadtrat abgelehnt wurde.

Die Namenstafel sollte ein sichtbares und dauerhaftes Zeichen des Erinnerns und Mahnens sein – an jene Nordhäuserinnen und Nordhäuser jüdischen Glaubens, die entrechtet, vertrieben und ermordet wurden. Ihr Schicksal ist Teil unserer Stadtgeschichte. Das Gedenken an sie zu verweigern, bedeutet, sie ein zweites Mal zu vergessen.

Wir kritisieren ausdrücklich den Vorschlag der CDU, stattdessen lediglich einen QR-Code anzubringen, der auf eine Internetseite verweist.

Ein QR-Code ist kein würdiger Ersatz für eine öffentliche Namenstafel. Er ist weder barrierefrei noch für alle Menschen zugänglich, zu klein, leicht zu übersehen – und der historischen Verantwortung in keiner Weise angemessen.

Gedenken braucht Sichtbarkeit, Respekt und Würde – keine digitale Verlagerung ins Unsichtbare. Gerade in Zeiten, in denen Antisemitismus, Rassismus und Demokratieverachtung wieder lauter werden, ist ein klares, öffentliches Bekenntnis zu unserer historischen Verantwortung wichtiger denn je.

Das Erinnern ist kein Selbstzweck. Es ist unsere Verpflichtung gegenüber den Opfern, gegenüber den kommenden Generationen – und gegenüber unserer eigenen Menschlichkeit.

Dass Vertreterinnen und Vertreter von CDU und AfD diesen Antrag abgelehnt haben, ist ein bitteres Zeichen und lässt tief blicken. Die historische Schuld darf nicht relativiert oder verdrängt werden. Gedenken ist keine Frage parteipolitischer Opportunität, sondern eine Frage der Haltung.

Wir stehen gemeinsam dafür ein, dass Nordhausen ein Ort bleibt, an dem das Erinnern lebendig ist und in dem kein Platz für das Vergessen und die Verharmlosung des Unrechts ist.

Wir werden uns weiterhin mit aller Kraft dafür einsetzen, dass die Namenstafel verwirklicht wird. Unsere Stadt schuldet dies den Opfern, ihrer Nachkommen – und sich selbst.

Für Demokratie, für Erinnerung, für Menschlichkeit."

SPD Nordhausen

DIE LINKE Nordhausen

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Nordhausen

Bürgerliste Südharz

FDP Nordhausen
Autor: red

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Kommentare
Südharzmensch
02.05.2025, 09:30 Uhr
"Bündnis Nordhausen" hatten wir schon mal
.... bei der Bürgermeisterwahl 2023. Und es ist auch jetzt noch am Wirken, als es seit mehr als einem Jahr jede vom Bürgermeister gewünschte Gebührenerhöhung durchwinkte: Wasser, Abwasser, Kitagebühren, Parkgebühren, Kitagebühren, Grundsteuer, Zusatzkosten fürs Theater usw

Ansonsten hat dieses " Nordhäuser System" für den Bürger nie gearbeitet.
Raute
02.05.2025, 09:44 Uhr
Sich mal umsehen...
Es ist gut und richtig, an die jüdischen Opfer Nordhausens zu erinnern. Doch wer mit großen Worten wie „historische Verantwortung“, „Menschlichkeit“ und „Verpflichtung gegenüber den Opfern“ auftritt, sollte sich zuvor auch mit dem bereits Geleisteten auseinandersetzen, gerade aus Respekt vor denjenigen, die seit Jahren stille, sorgfältige Erinnerungsarbeit leisten. Mit keinem Wort in diesem Presseartikel wird die Arbeit von Manfred Schröter gewürdigt, die mit der zweiten Auflage der "Schicksale der Nordhäuser Juden" 2013 im Verlag Iffland veröffentlicht wurden.

Eine Liste der jüdischen Bürger, basierend auf den Recherchen von Schröter, steht seit über fünf Jahren im Nordhausen-Wiki – frei zugänglich, gut dokumentiert und kontinuierlich gepflegt, unter anderem durch Angehörige der betroffenen Familien. Dort finden sich auch detaillierte Informationen, etwa eine Liste der Deportationen, Listen von "Arisierungen" von Unternehmen und anderen Aspekten der NS-Verfolgung in der Region.

Statt in parteipolitisch aufgeladenen Appellen den moralischen Zeigefinger zu heben, wäre ein einfacher, respektvoller Austausch mit den Heimatforschern und den Trägern der bestehenden digitalen Gedenkinitiative angemessen gewesen. Eine kurze Google-Suche hätte gereicht, um zu sehen, dass das Erinnern in Nordhausen längst nicht vergessen, sondern bereits aktiv gelebt wird – nur eben nicht in der Form, die man nun öffentlichkeitswirksam fordert.

Wirklich verantwortungsvolle Erinnerungskultur beginnt nicht mit PR-Aktionen oder empörten Pressemitteilungen, sondern mit der Bereitschaft zuzuhören, zu recherchieren und anzuerkennen, dass auch andere – außerhalb ihrer Fraktionen und Stadtrat – seit Jahren Haltung zeigen.
Honsteiner
02.05.2025, 09:58 Uhr
barrierefrei - ist doch keine Steintafel?!
Man kann ja gern Steintafeln überall anbringen, aber die Verfasser dieses Artikels scheinen keine Ahnung von Barrierefreiheit zu haben. Sie schreiben: "Ein QR-Code ist kein würdiger Ersatz für eine öffentliche Namenstafel. Er ist weder barrierefrei noch für alle Menschen zugänglich, zu klein, leicht zu übersehen – und der historischen Verantwortung in keiner Weise angemessen."
In ganz Deutschland gibt es QR-Codes und hier soll das nicht funktionieren? Der Code verweist ja nur auf eine Internetseite, auf der alle Informationen dann stehen. Und diese sind auf einer modernen Seite dann auch barrierefrei. Denn Blinde können sich die Namen dann vorlesen lassen. Steinplatten als barrierefrei zu bezeichnen ist schon ein Witz.
Liebe Verfasser, gibt es denn dann auch eine Namenstafel für die katholischen und evangelischen Opfer, die verfolgten zeugen Jehovas und nicht zuletzt die Sinti und Roma?
In Nordhausen gibt es vermutlich mehr Gedenksteine als im ganzen Landkreis. Was hier initiiert wird ist in meine Augen nur Hetze, weil man mit demokratischen Entscheidungen nicht umgehen kann.
Graue Eminenz
02.05.2025, 13:45 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Beitrag
Kitty Kat
02.05.2025, 20:59 Uhr
Parteipolitisches Getöse
Damit ist alles gesagt.
Kritiker86
03.05.2025, 08:51 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Verstoß gegen AGB.
Filzstift und Lineal
03.05.2025, 11:35 Uhr
Antisemitismus auch nach NDH importiert
Die Parteien der Unterzeichner sind verlogen. Es waren ihre Parteien, die mit der unkontrollierten Einwanderungspolitik den Antisemitismus nach Deutschland und nach NDH importiert haben. Man muss sich nur im entsprechenden Milleu umhören oder die jüngsten Berichte zur Besetzung der Humboldtuni in Berlin anschauen.

Ich kenne einige Juden, die sich aus Angst vor Ubergriffen in immer Stadtvierteln von Berlin nicht mehr sichtbar als Juden zu erkennen geben. Auch für Nordhausen trifft das zu. Das kann auch eine Erinnerungstafel nicht heilen.
Marcus1212
03.05.2025, 14:26 Uhr
Gedenken muss öffentlich sichtbar sein
Ich kann die Aussage von "Honsteiner" nur schwer nachvollziehen. Er verweist auf andere Opfergruppen und scheint damit anzudeuten, dass man nur dann gedenken dürfe, wenn man allen gleichzeitig gedenkt – oder gar, dass man das Leid gegeneinander aufwiegen müsse. Das halte ich für einen problematischen Vergleich.

Völlig unverständlich ist für mich auch die Äußerung von "Filzstift und Lineal", der aktuelle politische Entwicklungen heranzieht, um das Gedenken an die Opfer der NS-Zeit infrage zu stellen. Dabei geht es hier doch ganz schlicht um die Erinnerung an die jüdischen Menschen, die in Nordhausen und im Südharz unter dem Nationalsozialismus gelitten haben oder ermordet wurden.

Ich halte die Idee eines Gedenksteins – wie ihn das langjährige CDU-Mitglied und frühere Nordhäuser Oberbürgermeister Manfred Schröter vorgeschlagen hat – für absolut legitim und richtig. Es sollte ein sichtbares Zeichen des Erinnerns sein, das auch Menschen erreicht, die nicht gezielt im Internet danach suchen. Gerade in unserer heutigen, schnelllebigen Zeit ist es wichtig, dass wir die Erinnerung an die Verbrechen des NS-Regimes wachhalten.

Als Stadt tragen wir Verantwortung dafür, dieses Leid nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Mögen die Opfer unvergessen bleiben – damit sich solche Gräueltaten niemals wiederholen.
Landru
03.05.2025, 17:41 Uhr
Gedenken darf hinterfragt werden....
Geht es um Gedenken, oder dem fröhnen eines ewig anhaltenden, selbst auferlegten Schuldkultes???

Wieviele Gedenktafeln haben wohl die Amerikaner (unsere besten Freunde), die nicht nur die Indianer, sondern direkt auch die Schwarzen zu 1000den hingemetzelt haben??? Oder die Türken für ihren Genozid an den Armeniern???
Na??? WIEDER mal KEINE Antwort???

Wieviele Vorkommentatoren können von sich behaupten, Juden in ihrem engsten Freundeskreis zu haben???

Gedenken kann ich ganz OHNE "Stolpersteine" und Namenstafeln!!! Zur "Not" reicht da auch schon ein Besuch in Mittelbau-Dora.
Komischerweise sieht man dort aber erstaunlich wenige, der linken Schreihälse!!!

Wieder mal wird von linker Seite getan, was sie am besten können, nämlich ohne Sinn und Verstand was in den Raum geworfen. Irgend ein dummer wird sich schon finden.
Marcus1212
04.05.2025, 09:53 Uhr
Für Respekt und gegen Behauptungen!
Wie schlimm ist denn dieser Kommentar von "Landru" von einem Schuldkult zu schreiben, auf andere Nationen zu verweisen mit dem Tonfall, wenn die "nicht" gedenken (was nicht richtig) ist, brauche wir es auch nicht.

Wir schreiben hier über Millionen misshandelte oder getötete Menschen und es geht darum, dass dies nicht in Vergessenheit geraten darf und dies darf auch nicht abgewertet werden als "Schuldkult".

Und was hat das Gedenken damit zu tun, ob ich jüdische Menschen in einem Freundes - oder Bekanntenkreis habe oder nicht!?

Angeführt wird einfach, dass andere (z.B. linke) Menschen nicht in Mittelbau-Dora waren oder sind? Woher kommt diese Behauptung?

Genauso wird angeführt, dass "linke Menschen" ohne Sinn und Verstand brüllen würden.

Ich bringe in Erinnerung um was es hier geht:
Um das erinnern und nicht vergessen von vielen Menschen, die auch in NDH oder im Südharz gelitten haben oder ermordet wurden.
Rob2000
04.05.2025, 12:57 Uhr
Ich muss landru
Teilweise recht geben!
Wo stehen die ganzen tafeln von den Römern? Napoleon oder England?
Irgendwann ist ja auch mal gut.
Und das mit dem QR Code...an sich eine gute Idee, jeder hat ein handy und da könnte man nicht nur die namen aufrufen zum gedenken sogar noch eventuell ausbauen mit Hintergründen,Details usw. Wäre auf alle Fälle besser als eine Tafel. Und würde auch kosten sparen die man eventuell an anderer Stelle besser investieren könnte.
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