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Fr, 09:34 Uhr
17.11.2006

Ist Bleicherode überall?

Nordhausen (nnz). „… und raus bist du“ – so lautet das Motto der ökumenischen Friedensdekade in diesem Jahr. In Nordhausen wird aus diesem Anlaß heute Abend in die Frauenberg-Kirche eingeladen. Die nnz mit einem Vorbericht.


Viele Menschen fühlen sich wie - und sind auch tatsächlich „Ausgegrenzte“. Die Spielregeln der Gesellschaft haben sie nicht kapiert – sagen die einen. Sie haben gar nicht erst die Chance bekommen, sie zu erlernen – stellen andere fest. Oder: Die Spielregeln sind die Voraussetzungen für unfaire Bedingungen. Als würden sich immer wieder Bundesliga und Kreisklasse auf dem Spielfeld begegnen. Was im Sport Unterhaltungswert haben kann, das führt im Leben, im alltäglichen Sorgen und Schaffen zu Frustrationen und Verzweiflung, Ohnmacht und Wut und Resignation.

Nicht jede und jeder, der als sicherer „Verlierer“ antritt wird zu einem David, der den gewaltig-mächtigen Goliath doch noch besiegt. Hier geht es ums Leben, nicht um Legenden für die Klatschspalte und Sensationsmacher. Die Kirchen widmen sich dem Thema. Sie rufen auf, über Strukturen und Schicksale aus der Perspektive der Opfer zu denken und zum solidarischen handeln zu gelangen.

Heute um 19.30 soll es in der Frauenberg-Kirche um das Thema „Zuwanderung – Bleiberecht für Langzeit-Geduldete“ gehen. Die Diskussion hat sich aufgeheizt. Wie kann das Leben von fast 200000 Menschen in Deutschland so den hiesigen Rahmenbedingungen zugeordnet werden, dass Menschenwürde und Perspektive keine Fremdworte für sie bleiben? Wie können die Menschen einander ermutigen, die sich für ihre Rechte einsetzen? Wie kann das Beispiel Bleicherode, der Weg der Familie Le Da aus der Abschiebung im Morgengrauen bis zur Rückkehr in ihre, insbesondere der Kinder Heimat hier eine Hoffnung für andere sein? Dazu wird den Gästen des Abends ein 40minütiger Dokumentarfilm angeboten, der anschließend zu Gesprächen führen und vielleicht Antworten auf die oben gestellten Fragen geben soll.

„Wie stehen wir selbst zu diesen Entwicklungen? Welche Ängste, welche Unklarheiten und Vorurteile wühlen in uns selbst? Welche Medienaufmacher sprechen meine Sprache? Wir wollen und können darüber sprechen“, so Pfarrer Peter Kube gegenüber der nnz. Alle Menschen sind zu dieser Veranstaltung recht herzlich eingeladen.
Autor: nnz

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