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Sa, 15:00 Uhr
12.04.2025
Zur Erinnerung an Dagmar Zimmermann

Große künstlerische Keramiken für unsere Region

In unseren Breiten und darüber hinaus wurde der Name Dagmar Zimmermann seit Jahrzehnten mit künstlerischer Gestaltung verbunden. Heidelore Kneffel erinnert an das Schaffen der umtriebigen Künstlerin...

Geboren war sie „im wunderschönen Monat Mai“, den der von ihr verehrte Dichter Heinrich Heine mit dieser Verszeile besang, und zwar am 16. Mai 1937. Überhaupt ist sie dem Literarischen sehr verbunden, besuchte die Lesungen in Limlingerode, wenn es mit ihren Keramikkursen an der Kreisvolkshochschule Nordhausen am Samstag in Übereinstimmung zu bringen war. Kurz vor Eröffnung des „auferstandenen“ Geburtshauses der Dichterin Sarah Kirsch Ende 2002 als einer der Kunst gewidmeten „Dichterstätte“, überraschte sie mit einer großen Keramiktafel, auf der der Name des Fördervereins eingraviert ist, die seitdem am Geburtshaus der Kirsch leuchtet.

Keramiktafel am Geburtshaus Sarah Kirschs in Limlingerode seit Ende 2002 (Foto: Heidelore Kneffel) Keramiktafel am Geburtshaus Sarah Kirschs in Limlingerode seit Ende 2002 (Foto: Heidelore Kneffel)


Da sie das junge Dichterehepaar Sarah und Rainer Kirsch in den 1960er Jahren in Halle kennengelernt hatte, konnte sie uns so manche Begebenheit aus dieser Zeit mitteilen. Ihre Reisefreudigkeit zeigte sich z. B. an ihrem 80. Geburtstag, als sie mit ihrem Sohn in Spanien weilte.

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1967 war sie mit ihrer Familie, in der die Kinder Jan und Carsta aufwuchsen, in die Rolandstadt am Südharzrand gezogen und arbeitete als Kunsterzieherin. Als sie bei Ausstellungen mehr und mehr mit den künstlerischen Arbeiten ihrer Schülerinnen und Schüler in die Öffentlichkeit trat, wurde klar, dass sie diese zu aussagekräftigen, abwechslungsreichen Bildfindungen führen konnte. Experimentierfreude wurde offenkundig, ein Charakterzug, der sie auszeichnete und auch für Überraschungen gut war.

Große Keramikarbeit „Fabelhaftes Europa“ von Schülern in der Käthe-Kollwitz-Schule (Foto: Heidelore Kneffel) Große Keramikarbeit „Fabelhaftes Europa“ von Schülern in der Käthe-Kollwitz-Schule (Foto: Heidelore Kneffel)


Das Beispiel eines Wandbildes sei vorgestellt, das seit 2002 bis heute in der-Käthe-Kollwitz-Schule im 1. Stock zu sehen ist. „Fabelhaftes Europa“ ist der Titel und zeigt auf farbigen Keramiktäfelchen 12 Flaggen und 24 quadratische Bildergeschichten. Auf goldgelbem Untergrund leuchten die Kachelfarben besonders intensiv. Da Dagmar Zimmermann eine intensive Naturkennerin ist und die Heilkraft der Pflanzen kennt und nutzt, blühen Blumen, wachsen Bäume, fliegen Schmetterlinge, schwimmen Fische, scheinen Sonnen, Pferde tummeln sich, es wird getanzt und gesungen. Man erfährt, auch in Keramik gestaltet, dass zehn Kinder im Alter von acht und neun Jahren die Ausführenden waren. Deutlich wird, dass diese, geht man mit ihnen einfallsreich um, erstaunliche künstlerische Gestaltungskraft entwickeln.

Mit dieser Arbeit werden wir zu der großen Leidenschaft Dagmar Zimmermanns geführt, zur Gestaltung von Keramik. Sie bildete sich wo und wann möglich mit der ihr eigenen Unverwüstbarkeit darin aus, missglückte Versuche stimulierten, so dass sie mehr und mehr zu einer Expertin wurde, deren Kenntnisse und Meinung gefragt waren. Das wurde deutlich, als man sie 2001 bat, zwei Tonfiguren aus der 1974 entdeckten Terrakotta-Armee des ersten Kaisers von China nach ihrer Ankunft in Nordhausen zu untersuchen und Schäden zu beheben.

Der „General“ aus der 1974 in China entdeckten Tonkriegerarmee 2001 in Nordhausen (Foto: Heidelore Kneffel) Der „General“ aus der 1974 in China entdeckten Tonkriegerarmee 2001 in Nordhausen (Foto: Heidelore Kneffel)


Der in der Südharzgalerie tätige Juwelier Pfrenzinger hatte sie in China erworben. Denn einige der Figuren wurden verkauft, um die aufwändige Restaurierung der ca. 10 000 anderen zu finanzieren, so die Erklärung. Beim Transport des „Generals“ und des knieenden „Bogenschützen“ war ersterer am Schulterblatt beschädigt worden. Mit Ehrfurcht und großem Respekt machte sich die Zimmermann, die sich intensiv kundig gemacht hatte, erfolgreich an die Reparatur. Die Figuren waren dann vom 28.5. bis 2.6.2001 in der Südharzgalerie ausgestellt.

Die Überreichung der Großen Keramikkugel an die OB Barbara Rinke im Europazimmer des Stadthauses in Nordhausen (Foto: Heidelore Kneffel) Die Überreichung der Großen Keramikkugel an die OB Barbara Rinke im Europazimmer des Stadthauses in Nordhausen (Foto: Heidelore Kneffel)


Ihre Leidenschaft ausleben konnte sie auch, weil sie einen Brennofen in der Kreisvolkshochschule Nordhausen in der Grimmelallee nutzen konnte. Keramikzirkel reihte sich an Keramikzirkel, Kinder und Erwachsene fanden sich bei ihr ein. Mit ihrem Erfahrungsreichtum wagte sie sich mit fünf in der Keramikherstellung bei ihr ausgebildeten Frauen an vier Großprojekte: an eine Karstformation, einen Baumstumpf, der wieder austreibt, an das Warttürmchen an Nordhausens Peripherie und an historische Häuseransichten in Nordhausen auf einer rötlich schimmernden Keramikkugel.
Heidelore Kneffel
Autor: red

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