Fr, 19:30 Uhr
04.04.2025
nnz-Galerie
Kreuzgang durch Nordhausen
Ein seltener Anblick bot sich am Freitagnachmittag auf den Straßen der Nordhäuser Innenstadt: mit einem großen Holzkreuz bewegte sich eine stille Prozession auf dem Weg vom Dom zur Frauenbergkirche. Mit dem Kreuzgang gedachte man nicht nur den Opfern der Bombardierung vor 80 Jahren, sondern auch dem der Nordhäuser Kirchen...
Rund 200 Kilogramm wog das Holzkreuz, das die protestantischen und die katholische Gemeinden am Nachmittag in trauter Ökumene in einem "Kreuzgang" durch die Stadt beförderten. Unter Bläserklang, Gebet und Gesang startete man am Dom, dem Nordhäuser Gotteshaus, das die Bombardierungen noch am besten überstanden hatte und den Überlenden ein Zeichen der Hoffnung bot.
Von hier aus ging es weiter zur Blasii-Kirche, die schwere Treffer erlitt. Die Fenster barsten, das Gewölbe brach ein und die erste Weihnacht im Frieden feierte man ohne Dach. Bis 1949 wurde die Blasiikirche repariert und steht bis heute. Anders die alte Hauptkirche der evangelischen Gemeinde hinter dem Rathaus, die Marktkirche. Seine Türme hatte St. Nicolai schon lange verloren, der Weltkrieg gibt dem alten Gemäuer den Rest. In der Kirche hatten viele Menschen Schutz gesucht, als die Bomben fielen, sie sollte ihr Grab werden. Die kümmerlichen Reste werden 1956 abgerissen, an ihrer statt wird ein Parkplatz errichtet, der heute der Stadtbibliothek um dem Nicolai-Platz gewichen ist.
Ein ähnliches Schicksal ereilte auch die jüngste der Nordhäuser Kirchen, St. Jacobi am Fuße der Rautenstraße war erst 1749 eingeweiht worden. Die Ruinen trägt man 1950 ab, 1959 wird schließlich der noch verbleibende Turm gesprengt.
Hinauf zum Petri-Turm beförderte man das Kreuz heute nicht, den trotz angebrachter Rollen hatten die "Kreuzträger" gut zu tun. Zum Turm gehörte einst ein Gotteshaus, bei der Frauenbergkirche ist es fast umgekehrt. Hier sind Chor und Querschiff erhalten geblieben und der Rest zerstört worden.
An jedem Halt wurden nicht nur diese Geschichten erzählt, es wurde auch gebetet und gesungen - für den Frieden, für Versöhnung, für Christen in aller Welt, für Fremde, für Ausgegrenzte, für Vertriebene, für die Menschlichkeit.
Am Zielort angelangt sollte das Finale folgen: mit dem Hubwagen wurde das neue Holzkreuz an der Frauenbergkirche angebracht, auf das es wieder 30 Jahre halten mag.
Angelo Glashagel
Autor: redRund 200 Kilogramm wog das Holzkreuz, das die protestantischen und die katholische Gemeinden am Nachmittag in trauter Ökumene in einem "Kreuzgang" durch die Stadt beförderten. Unter Bläserklang, Gebet und Gesang startete man am Dom, dem Nordhäuser Gotteshaus, das die Bombardierungen noch am besten überstanden hatte und den Überlenden ein Zeichen der Hoffnung bot.
Von hier aus ging es weiter zur Blasii-Kirche, die schwere Treffer erlitt. Die Fenster barsten, das Gewölbe brach ein und die erste Weihnacht im Frieden feierte man ohne Dach. Bis 1949 wurde die Blasiikirche repariert und steht bis heute. Anders die alte Hauptkirche der evangelischen Gemeinde hinter dem Rathaus, die Marktkirche. Seine Türme hatte St. Nicolai schon lange verloren, der Weltkrieg gibt dem alten Gemäuer den Rest. In der Kirche hatten viele Menschen Schutz gesucht, als die Bomben fielen, sie sollte ihr Grab werden. Die kümmerlichen Reste werden 1956 abgerissen, an ihrer statt wird ein Parkplatz errichtet, der heute der Stadtbibliothek um dem Nicolai-Platz gewichen ist.
Ein ähnliches Schicksal ereilte auch die jüngste der Nordhäuser Kirchen, St. Jacobi am Fuße der Rautenstraße war erst 1749 eingeweiht worden. Die Ruinen trägt man 1950 ab, 1959 wird schließlich der noch verbleibende Turm gesprengt.
Hinauf zum Petri-Turm beförderte man das Kreuz heute nicht, den trotz angebrachter Rollen hatten die "Kreuzträger" gut zu tun. Zum Turm gehörte einst ein Gotteshaus, bei der Frauenbergkirche ist es fast umgekehrt. Hier sind Chor und Querschiff erhalten geblieben und der Rest zerstört worden.
An jedem Halt wurden nicht nur diese Geschichten erzählt, es wurde auch gebetet und gesungen - für den Frieden, für Versöhnung, für Christen in aller Welt, für Fremde, für Ausgegrenzte, für Vertriebene, für die Menschlichkeit.
Am Zielort angelangt sollte das Finale folgen: mit dem Hubwagen wurde das neue Holzkreuz an der Frauenbergkirche angebracht, auf das es wieder 30 Jahre halten mag.
Angelo Glashagel















































































