Do, 19:02 Uhr
03.04.2025
Eine Archivserie von Heidelore Kneffel (Teil 1)
gewelbe, da die privilegia ligen im Rathaus
Ja, wo befinden sich die privilegia dieser Stadt? Unter einem Gewölbe in Nordhausen schon lange nicht mehr. Im Jahr 2027 hat das Archiv der Rolandstadt, denn das verbirgt sich dahinter, hoffentlich auch ein Domizil erhalten, das dem Inhalt der dort bewahrten einmaligen Merkwürdigkeiten der Historie der Stadt würdig ist...
In Mühlhausen, Heiligenstadt, in Goslar kann man sich z. B. inspirieren lassen.
Nach den Jubelgesängen, die im März 2025 über die Medien und durch politisch tätige Personen über unsere fast 1100 Jahre alte Stadt hereinstürmten, war das Stadtjubiläum die eine Tatsache, die zweite, dass aus diesem Grunde auch der Thüringentag per Kabinettbeschluss vom 11.-13. Juni 2027 nach Nordhausen verlegt wird, und dieser wiederum auch mit etwas Göldes verbunden ist. Nun denn, auf! auf! alle, denen dieses altehrwürdige Stadtgefüge, wie immer es uns heuer begegnet, etwas bedeutet.
Ich setze den Lesern zum Augenschmaus ein Blatt, den Frontispiz eines Buches, das ist der Schmucktitel, auf der linken Seite neben dem Titelblatt gedruckt, von 1715 aus unserem Stadtarchiv vor Augen, das in seiner Ausdruckskraft beispielhaft ist und durchaus Glücksgefühle darüber erzeugen kann, dass wir ein solches Druckwerk in unseren Mauern besitzen:
Frontispiz aus dem historischen Buch J. H. Kindervaters NORDHUSA ILLUSTRIS von 1715 im Stadtarchiv, Repro Stadtarchiv (Foto: H.Kneffel)
Verfasst wurde es von Johann Heinrich Kindervater, dessen Gedenktafel sich am Pfarrhaus der Kirche St. Blasii in Nordhausen befindet: Hier lebte und wirkte von 1706 - 1726 M.(agister) Johann Heinrich Kindervater geb. 1675 - gest. 1726 Pfarrer an St. Blasii ein Vater der Waisen ein Förderer der Heimatkunde…
Das hochformatige Blatt, um das es hier geht, ein Kupferstich, zeigt im oberen Teil des Blattes auf dem bewölkten Himmelsteil einen sehr beschwingten Engel in kräftiger Gestalt mit ausgebreiteten Flügeln, der in eine Posaune stößt, deren Töne auch hin zur Erde hinab erklingen. Das englische Wesen trägt in seiner linken Hand eine entrollte Schriftrolle: NORDHUSA ILLUSTRIS. das ist Historische beschreibung Gelehrter Nordhäuser etc. durch M. JOH. HENR. Kindervatern. Ausgedehnte Wälder breiten sich auf Erden aus, davor liegt die Stadt mit ihren Häusern und Kirchen, eine Stadtmauer mit Torhäuschen und Brücke über einen Fluss grenzt sie ab von einem auffallenden Gottesacker, der sich bis zum vorderen Blattrand ausbreitet. Sehr unterschiedliche Grabsteine befinden sich dort, eingerahmt von einer aus kleinen Säulen gebildeten Mauer, neben der auf jeder Längsseite eine hohe Pappelreihe aufragt. Zum Betrachter hin gedruckt liest dieser auf einem Schmuckband am Blattrand: Sie grünen noch, da sie liegen…
Eine immense Arbeit nahm sich Kindervater vor, um hiesige Persönlichkeiten zu entdecken, zu erkunden. Mehrere Seiten mit ihren Namen stehen im Anhang. Er erläutert dem Leser, dass er aus Liebe zur Stadt Nordhausen, die ihn und seine Familie vor neun Jahren aufgenommen hätte, sich in Nebenstunden umgesehen habe, wer solche gelehrten Leute gewesen seien, welche Ämter sie gehabt, welche Fantasie sie besessen hätten. Sie sollten im Ehrengedächtnis der Nachkommen bleiben. Diese Lebenden sollten sich vor allem mit Sorge und Fleiß in den hohen und niedrigen Schulen um das junge Volk kümmern, um die Einheimischen und die Fremden. Wenn man solche Lebensweisheiten bereits in einem der Schriftstücke des Archivs erfährt, welche Möglichkeiten bieten sich noch in den anderen Archivalien an! Der Aufenthalt in einem solchen Refugium ist wie eine Expedition in historische Weiten!
Kindervater teilt mit, dass neben den Lebensbeschreibungen viele rare und teils nie gedruckte Erläuterungen von Luther, Melanchthon und anderen berühmten Männern beigefügt wurden, die zum Verständnis des Inhaltes beitragen würden.
In der Ausstellung, die am Donnerstag, 3. April 2025, im großen Veranstaltungsrsaum des stadtgeschichtlichen Museums, in der Flohburg, um 17.00 Uhr unter dem Titel Dienstverpflichtet in Nordhausen von 1943 – 1945 eröffnet wird, sind zahlreiche Exponate aus dem Stadtarchiv zu sehen.
Heidelore Kneffel - (Archivserie wird fortgesetzt)
Autor: redIn Mühlhausen, Heiligenstadt, in Goslar kann man sich z. B. inspirieren lassen.
Nach den Jubelgesängen, die im März 2025 über die Medien und durch politisch tätige Personen über unsere fast 1100 Jahre alte Stadt hereinstürmten, war das Stadtjubiläum die eine Tatsache, die zweite, dass aus diesem Grunde auch der Thüringentag per Kabinettbeschluss vom 11.-13. Juni 2027 nach Nordhausen verlegt wird, und dieser wiederum auch mit etwas Göldes verbunden ist. Nun denn, auf! auf! alle, denen dieses altehrwürdige Stadtgefüge, wie immer es uns heuer begegnet, etwas bedeutet.
Ich setze den Lesern zum Augenschmaus ein Blatt, den Frontispiz eines Buches, das ist der Schmucktitel, auf der linken Seite neben dem Titelblatt gedruckt, von 1715 aus unserem Stadtarchiv vor Augen, das in seiner Ausdruckskraft beispielhaft ist und durchaus Glücksgefühle darüber erzeugen kann, dass wir ein solches Druckwerk in unseren Mauern besitzen:
Frontispiz aus dem historischen Buch J. H. Kindervaters NORDHUSA ILLUSTRIS von 1715 im Stadtarchiv, Repro Stadtarchiv (Foto: H.Kneffel)
Verfasst wurde es von Johann Heinrich Kindervater, dessen Gedenktafel sich am Pfarrhaus der Kirche St. Blasii in Nordhausen befindet: Hier lebte und wirkte von 1706 - 1726 M.(agister) Johann Heinrich Kindervater geb. 1675 - gest. 1726 Pfarrer an St. Blasii ein Vater der Waisen ein Förderer der Heimatkunde…
Das hochformatige Blatt, um das es hier geht, ein Kupferstich, zeigt im oberen Teil des Blattes auf dem bewölkten Himmelsteil einen sehr beschwingten Engel in kräftiger Gestalt mit ausgebreiteten Flügeln, der in eine Posaune stößt, deren Töne auch hin zur Erde hinab erklingen. Das englische Wesen trägt in seiner linken Hand eine entrollte Schriftrolle: NORDHUSA ILLUSTRIS. das ist Historische beschreibung Gelehrter Nordhäuser etc. durch M. JOH. HENR. Kindervatern. Ausgedehnte Wälder breiten sich auf Erden aus, davor liegt die Stadt mit ihren Häusern und Kirchen, eine Stadtmauer mit Torhäuschen und Brücke über einen Fluss grenzt sie ab von einem auffallenden Gottesacker, der sich bis zum vorderen Blattrand ausbreitet. Sehr unterschiedliche Grabsteine befinden sich dort, eingerahmt von einer aus kleinen Säulen gebildeten Mauer, neben der auf jeder Längsseite eine hohe Pappelreihe aufragt. Zum Betrachter hin gedruckt liest dieser auf einem Schmuckband am Blattrand: Sie grünen noch, da sie liegen…
Eine immense Arbeit nahm sich Kindervater vor, um hiesige Persönlichkeiten zu entdecken, zu erkunden. Mehrere Seiten mit ihren Namen stehen im Anhang. Er erläutert dem Leser, dass er aus Liebe zur Stadt Nordhausen, die ihn und seine Familie vor neun Jahren aufgenommen hätte, sich in Nebenstunden umgesehen habe, wer solche gelehrten Leute gewesen seien, welche Ämter sie gehabt, welche Fantasie sie besessen hätten. Sie sollten im Ehrengedächtnis der Nachkommen bleiben. Diese Lebenden sollten sich vor allem mit Sorge und Fleiß in den hohen und niedrigen Schulen um das junge Volk kümmern, um die Einheimischen und die Fremden. Wenn man solche Lebensweisheiten bereits in einem der Schriftstücke des Archivs erfährt, welche Möglichkeiten bieten sich noch in den anderen Archivalien an! Der Aufenthalt in einem solchen Refugium ist wie eine Expedition in historische Weiten!
Kindervater teilt mit, dass neben den Lebensbeschreibungen viele rare und teils nie gedruckte Erläuterungen von Luther, Melanchthon und anderen berühmten Männern beigefügt wurden, die zum Verständnis des Inhaltes beitragen würden.
In der Ausstellung, die am Donnerstag, 3. April 2025, im großen Veranstaltungsrsaum des stadtgeschichtlichen Museums, in der Flohburg, um 17.00 Uhr unter dem Titel Dienstverpflichtet in Nordhausen von 1943 – 1945 eröffnet wird, sind zahlreiche Exponate aus dem Stadtarchiv zu sehen.
Heidelore Kneffel - (Archivserie wird fortgesetzt)


