Di, 11:50 Uhr
01.04.2025
Barfüßer Tor soll wieder auferstehen
Krönung für die Altstadt
In knapp zwei Jahren feiert die Stadt Nordhausen ihren 1.100 Geburtstag, die Vorbereitungen für das Jubiläum laufen bereits, man schmückt sich. Rege Bautätigkeit wird bis zur großen Feier derweil nicht nur am Blasii-Kirchplatz erwartet, sondern auch etwas weiter die Altstadt hinab…
Auf über ein Jahrtausend Geschichte blickt die Stadt Nordhausen zurück, doch viel ist von ihrer illustren Vergangenheit nicht mehr zu sehen. Krieg, Zerstörung und Vernachlässigung haben ihre Spuren hinterlassen, gerade auch in der historischen Altstadt. Im Laufe der 90er Jahre wurde schließlich damit begonnen, den Kern der alten Reichsstadt wieder auf Vordermann zu bringen und nach Jahrzehnten reger Bemühungen ist man damit fast am Ende.
Das letzte Kapitel dieser Renaissance sollte die Neugestaltung des Blasii-Kirchplatzes werden, ehe hier der Schlussstrich gezogen wird, soll den vielen Mühen nun aber noch eine Krone aufgesetzt werden: der Wiederaufbau des alten Barfüßer Tores. Das einstige Wahrzeichen hatte man bereits 1873 abreißen müssen, das Gemäuer drohte nach über 600 Jahren einzustürzen.
An das äußere Altentor erinnert heute nur eine Gedenktafel. Eine Initiative aus Nordhäuser Geschichtsfreunden will das in Zusammenarbeit mit der Stadt ändern, das alte Tor soll auferstehen. Für die Reichsstadt Nordhausen war das Barfüßer Tor mehr als nur ein Zugang zur Stadt. Hier hatte die Bürgerschaft im Jahr 1329 die Männer des Hohensteiner Grafen in blutiger Schlacht zurückgeschlagen und die eigene Freiheit erstritten. Nicht weit entfernt, am Spendekirchhof, feierte man noch Jahrhunderte später das Spendefest zu ehren der Verteidiger. Für das Selbstverständnis der Bürger war das ein zentraler, historischer Ort, der leider in Vergessenheit geraten ist, sagt Michael Garke, einer der Initiatoren des Vorhabens.
Die siegreiche Abwehr eines Einfalles der Hohnsteiner Grafen am Barfüßer Tor durch die Bürger am 14. 4. 1329, Ölgemälde im Alten Rathaus (Foto: Heidelore Kneffel)
Logistisch stelle ein Neubau keine Problem dar, viel Verkehr rollt in der Altstadt nicht, die Dimensionen des Stadttores würde eine Passierbarkeit für Pkw ohne weiteres möglich machen. Um die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten plant man außerdem, die Baubschnitte so zu legen, dass sie mit den Arbeiten an der neuen Mensa des Humboldt-Gymnasiums zusammenfallen.
Den Kostenpunkt setzt man im Rathaus auf rund 1,2 Millionen Euro an, die zu großen Teilen aus der Städtebauförderung bestritten werden könnten. Nordhausen hat sich in den letzten Jahrzehnten nach allen Kräften bemüht, den Glanz der alten Tage zurückzuholen, die Neuerrichtung des Barfüßer Tores wird diesem Bemühen und der Altstadt die Krone aufsetzen, heißt es aus dem Rathaus.
Penibel an das Original wird man sich derweil nicht halten, statt Fallgatter und Holzpforte soll der Turmbau einen Balkon erhalten, der genug Platz bietet, damit Rolandgruppe und Oberbürgermeister von derart repräsentativ erhöhtem Standort aus Stadtfeste und dergleichen eröffnen und zur Bürgerschaft sprechen können. Und hier kommt eine zweite Renaissance ins Spiel, nämlich die des bereits erwähnten Spendefestes. Nach dem Wegfall des Altstadtfestes trägt man sich auch mit diesem Gedanken und für die Organisation blieben immerhin noch gute zwei Jahre Zeit. Pünktlich zum Jubiläum und der Turmeröffnung könnte also auch diese Tradition zurückkehren.
Angelo Glashagel
Autor: redAuf über ein Jahrtausend Geschichte blickt die Stadt Nordhausen zurück, doch viel ist von ihrer illustren Vergangenheit nicht mehr zu sehen. Krieg, Zerstörung und Vernachlässigung haben ihre Spuren hinterlassen, gerade auch in der historischen Altstadt. Im Laufe der 90er Jahre wurde schließlich damit begonnen, den Kern der alten Reichsstadt wieder auf Vordermann zu bringen und nach Jahrzehnten reger Bemühungen ist man damit fast am Ende.
Das letzte Kapitel dieser Renaissance sollte die Neugestaltung des Blasii-Kirchplatzes werden, ehe hier der Schlussstrich gezogen wird, soll den vielen Mühen nun aber noch eine Krone aufgesetzt werden: der Wiederaufbau des alten Barfüßer Tores. Das einstige Wahrzeichen hatte man bereits 1873 abreißen müssen, das Gemäuer drohte nach über 600 Jahren einzustürzen.
An das äußere Altentor erinnert heute nur eine Gedenktafel. Eine Initiative aus Nordhäuser Geschichtsfreunden will das in Zusammenarbeit mit der Stadt ändern, das alte Tor soll auferstehen. Für die Reichsstadt Nordhausen war das Barfüßer Tor mehr als nur ein Zugang zur Stadt. Hier hatte die Bürgerschaft im Jahr 1329 die Männer des Hohensteiner Grafen in blutiger Schlacht zurückgeschlagen und die eigene Freiheit erstritten. Nicht weit entfernt, am Spendekirchhof, feierte man noch Jahrhunderte später das Spendefest zu ehren der Verteidiger. Für das Selbstverständnis der Bürger war das ein zentraler, historischer Ort, der leider in Vergessenheit geraten ist, sagt Michael Garke, einer der Initiatoren des Vorhabens.
Die siegreiche Abwehr eines Einfalles der Hohnsteiner Grafen am Barfüßer Tor durch die Bürger am 14. 4. 1329, Ölgemälde im Alten Rathaus (Foto: Heidelore Kneffel)
Logistisch stelle ein Neubau keine Problem dar, viel Verkehr rollt in der Altstadt nicht, die Dimensionen des Stadttores würde eine Passierbarkeit für Pkw ohne weiteres möglich machen. Um die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten plant man außerdem, die Baubschnitte so zu legen, dass sie mit den Arbeiten an der neuen Mensa des Humboldt-Gymnasiums zusammenfallen.
Den Kostenpunkt setzt man im Rathaus auf rund 1,2 Millionen Euro an, die zu großen Teilen aus der Städtebauförderung bestritten werden könnten. Nordhausen hat sich in den letzten Jahrzehnten nach allen Kräften bemüht, den Glanz der alten Tage zurückzuholen, die Neuerrichtung des Barfüßer Tores wird diesem Bemühen und der Altstadt die Krone aufsetzen, heißt es aus dem Rathaus.
Penibel an das Original wird man sich derweil nicht halten, statt Fallgatter und Holzpforte soll der Turmbau einen Balkon erhalten, der genug Platz bietet, damit Rolandgruppe und Oberbürgermeister von derart repräsentativ erhöhtem Standort aus Stadtfeste und dergleichen eröffnen und zur Bürgerschaft sprechen können. Und hier kommt eine zweite Renaissance ins Spiel, nämlich die des bereits erwähnten Spendefestes. Nach dem Wegfall des Altstadtfestes trägt man sich auch mit diesem Gedanken und für die Organisation blieben immerhin noch gute zwei Jahre Zeit. Pünktlich zum Jubiläum und der Turmeröffnung könnte also auch diese Tradition zurückkehren.
Angelo Glashagel


