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So, 12:50 Uhr
30.03.2025
Ausstellung Jürgen Rennebach im Kunsthaus Meyenburg

Ein „Tausendsassa“ wurde 65

Erst vergangenes Jahr bot Nordhausens Partnerstadt Charleville-Mèzières ihm eine „Bühne“, um in der städtischen Galerie „Lebon“ für mehrere Wochen seine Kunst zu präsentieren. Die Rede ist von Jürgen Rennebach...

Ehrenvolle Vernissage zur Ausstellung von Jürgen Rennebach (Mitte)  (Foto: HG Backhaus) Ehrenvolle Vernissage zur Ausstellung von Jürgen Rennebach (Mitte) (Foto: HG Backhaus)

Am 5. März feierte er seinen 65. Geburtstag. Für das Kunsthaus Meyenburg Anlass genug, um dem gebürtigen Nordhäuser mit einer Werkschau zu gratulieren. Bei der Vernissage am Samstag war auch die nnz wieder mit vor Ort...

Bereits vor fünf Jahren um diese Zeit wollte das Kunsthaus anlässlich seines 60. Wiegenfestes Rennebach mit einer Ausstellung würdigen. Jedoch machte die Corona-Pandemie der geplanten feierlichen Eröffnung einen Strich durch die Rechnung, brachte Oberbürgermeister Kai Buchmann in seinen Eröffnungsworten der riesigen Gästeschar die damalige Situation in Erinnerung.

Auch der OB gab über das volle Kunsthaus seiner Freude Ausdruck, das an diesem Abend in der Tat aus allen Nähten zu platzen drohte. Zugleich gratulierte er dem Künstler auch im Namen der Anwesenden nachträglich zu dessen Geburtstag. Er würdigte den Jubilar als „einen Künstler voller Kreativität und Hingabe“.

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„Vor dem Sturm“ betitelt Jürgen Rennebach seine Werkschau. Und nimmt den Betrachter dabei mit auf eine Reise, die über einen Zeitraum von etwa vier Jahren auf beeindruckende Weise von seinem künstlerischen Schaffensprozess zeugt. Dabei begann Rennebachs Wirken – wie in der DDR üblich – mit dem Erlernen eines Grundberufes. Er wurde Gebrauchswerber (Werbedesigner), war Theatermaler und studierte schließlich an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden.

An zahlreichen Musentempeln in Deutschland war er als Kostümbildner tätig und stellte zudem als Schöpfer von Architekturmodellen seine Kreativität unter Beweis. Seit 2006 steht er dem Nordhäuser Museum Tabakspeicher als Leiter vor und erregt des öfteren mit kuriosen Sonderausstellungen sogar deutschlandweit große Aufmerksamkeit. Aber auch die von ihm vor Jahren ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe „Kunst, Gott und die Welt“ erfreut sich bis heute großer Beliebtheit.

Jürgen Rennebach (Foto: HG Backhaus) Jürgen Rennebach (Foto: HG Backhaus)

Seine größte Leidenschaft aber sind Bilder. Immer wieder überrascht er mit neuen Ideen, lädt dazu ein, in seine Fantasiewelt mit einzutauchen. Rasch vertieft sich der Betrachter in Rennebachs Kunst, lässt sich Treiben im Rausch der Farben und Formen. Die eigene Mischtechnik, zumeist mittelgroße Bildformate und die Vielfalt der Themen tun ihr übriges.

Der Künstler erzählt mitunter in seinen Werken kleine Geschichten, beschäftigt sich mit Landschaft und Natur, spart zudem Erotisches nicht aus. Er bringt auch schon mal Menschen in ungewöhnlichen Bewegungen oder in gefährlichen Situationen auf die Leinwand. Darauf verwies u.a. auch Walter Martin Rehahn, Kunsthistoriker, Freund und Weggefährte Rennebachs, aus Halle an der Saale in seiner Laudatio.

Er lenkte alsbald die Aufmerksamkeit der Anwesenden auf den von ihm herausgegebenen Bildband „OCULUS – Die Welt des Malers Jürgen Rennebach“. Rehahn, der zugleich auch als Autor des Bandes fungierte, befasste sich über weite Strecken in seiner Lobesrede mit den darin präsentierten und näher beschriebenen Werken des Nordhäuser Künstlers.

Viele von ihnen stellte Rehahn während der Vernissage auch vor und interpretierte sie mitunter eingehend. Ein Teil der Kunstwerke im Band – aber längst nicht alle – schmücken von nun an über einen Zeitraum von etwa sieben Wochen die Wände Jugendstilvilla. Die Werkschau lädt dazu ein, einen eigenen Zugang zur Kunst Rennebachs zu suchen und schließlich auch zu finden. Das ist es, was Rennebach mit seiner Kunst erreichen will.

Dabei macht er es dem Betrachter nicht immer leicht. Seine Werke geben mitunter Rätsel auf oder führen gar in die Irre. Er sieht die Welt mit seinen Augen und sendet mit Hilfe der Kunst eine – seine – Botschaft. Man spürt, dass hier einer mit großer Sicherheit beim Einsatz von Farben und Motiven ans Werk geht. Die Blickwinkel sind da schon mal ungewöhnlich, und vielfältige Deutungsmöglichkeiten tun sich auf.

Wer des öfteren schon Ausstellungen mit dem „Tausendsassa“ Rennebach erlebt hat, dürfte sich daran erinnern, dass er es mit Sprüchen hat. Beispielsweise mit dem von Johann Wolfgang von Goethe „ Bilde, Künstler, rede nicht.“ Das war an diesem Abend zwar nicht zu hören, dafür zeigte sich Rennebach in seinen Dankesworten ob der riesigen Anzahl der Gäste sehr gerührt und überwältigt.

Zugleich bedankte er sich u.a. beim Förderverein des Kunsthauses, beim Nordhäuser Geschichtsverein und dem Museum Tabakspeicher für die finanzielle Unterstützung bei der Herausgabe des Bildbandes. Der Künstler verwies zudem auf eine weitere Ausstellung in der Galerie der Kreissparkasse Nordhausen, die am Dienstag, 8. April, um 18.30 Uhr eröffnet wird. „Mit ganz anderen Bildern“, wie er ausdrücklich betonte.

Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Thomas Lehnert, der mit seinem Saxophon auf die aktuelle Ausstellung „Vor dem Sturm“ - Malerei von Jürgen Rennebach – einstimmte. Sie ist fortan bis zum 10. Mai zu sehen. Öffnungszeiten des Kunsthauses: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr.

Hans-Georg Backhaus



Vernissage gestern Abend im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Vernissage gestern Abend im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Vernissage gestern Abend im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Vernissage gestern Abend im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Vernissage gestern Abend im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Vernissage gestern Abend im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Vernissage gestern Abend im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Vernissage gestern Abend im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Vernissage gestern Abend im Kunsthaus Meyenburg (Foto: HG Backhaus)
Autor: red

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