Fr, 08:15 Uhr
28.03.2025
Arbeiten an neuem Hochbehälter bei Niedersachswerfen
Das zum Zwecke Wasser fließe
Damit aus unseren Wasserhähnen reichlich gutes Wasser fließt, braucht es keinen Zauberlehrling. Wohl aber einiges an Sachkenntnis, Ingenieursgeschick und Arbeitskraft, wie das aktuelle Bauvorhaben des Wasserverbandes bei Niedersachswerfen zeigt...
Der neue Hochbehälter über Niedersachswerfen wird für weicheres Wasser sorgen (Foto: Wasserverband Nordhausen)
Kurz hinter dem Ortsausgang gen Woffleben, unscheinbar und etwas ab vom Schuss, sorgt ein Brunnen dafür, dass man in Niedersachswerfen und Umgebung frisches Wasser erhält. Gutes Trinkwasser, aber laut Gesetzgeber nicht mehr gut genug.
Das Problem: die hohen Sulfatwerte. Für den Menschen waren und sind die Werte vollkommen unbedenklich, die meisten Mineralwasser im Sortiment der Supermärkte haben höhere Sulfatwerte als das Trinkwasser aus dem Brunnen bei Niedersachswerfen. Seit der Novellierung der Trinkwasserverordnung dürfen pro Liter aber nur noch 250 Milligramm Sulfat statt der bisher 500 enthalten sein. An diese Werte kommt das Wasser aus Niedersachswerfen nicht heran, hier liegen wir ca. 40 bis 50 Milligramm darüber. Der Wasserverband hat deswegen ein Großprojekt angeschoben, dass nicht nur die Sulfatwerte verbessern wird, sondern auch die generelle Versorgung der Region neu strukturiert und für die nächsten Jahrzehnte sichert, erklärt Carmen Lis, die Geschäftsführerin des Nordhäuser Wasserverbandes.
Hier kommt Ellrich ins Spiel. Anders als bei den Nachbarn aus der Harztor-Gemeinde bringt das dortige Wasserwerk mit gerade einmal 20 Milligramm Sulfat pro Liter sehr weiches Wasser in die Ellricher Haushalte. Mit einer Mischung aus beiden Brunnen lassen sich die Grenzwerte für Niedersachswerfen und darüber hinaus ohne weiteres erreichen. Eben zu diesem Zweck laufen auf den Höhen der Haardt zwischen Niedersachswerfen und Woffleben bereits Arbeiten zum Bau eines neuen Hochbehälters.
Es hat einige Vorlaufzeit gebraucht, sagt T. Schmidt von der Ingenieurgesellschaft Peuker und Nebel, denn die Bauplanung brachte doch einige Herausforderungen mit sich, nicht zuletzt durch den Umstand, dass man im Naturschutzgebiet mit schwerem Gerät auffahren muss.
Es ist ein sehr anspruchsvolles Projekt. Wir müssen bis zu neun Meter in die Tiefe gehen, den Hang entsprechend absichern, 40 Meter Bodenplatte gießen und vier große 36 Meter lange Kunststoff-Röhren verlegen, die mit Sondertransporten auf den Berg gebracht und vor Ort verschweißt werden müssen - es gibt wirklich viel zu tun. Am Ende wird von all dem kaum noch etwas zu sehen sein, weil sich der Behälter weitestgehend in die Landschaft einfügen wird. Auf der Haardt ist jetzt viel los, aber wenn wir fertig sind, wird Mutter Natur wieder Ruhe haben, erklärt Bauleiter Schmidt.
Mit einem Fassungsvermögen von 1.200 Kubikmetern wird der neue Behälter einer der größten seiner Art im Landkreis sein. Der alte Hochbehälter bei Harzungen, der mit Inbetriebnahme der neuen Anlage abgelöst wird, kommt nur auf wenige hundert Kubikmeter.
Der Neubau trägt auch den immer größer werdenden Herausforderungen unserer Zeit Rechnung. Statt wie im vergangenen Jahrhundert auf viele kleine Anlagen zu setzen, macht man mit dem Behälter auf der Haardt einen großen Schritt in Richtung Zentralisierung. Neben Niedersachswerfen wird man so zukünftig auch Ilfeld, Appenrode, Gudersleben, Klettenberg und Mackenrode mit dem neuen Mischwasser versorgen können.
Die Kosten für Planung und Neubau liegen bei rund vier Millionen Euro, die der Verband wie üblich aus eigener Kraft aufbringt. Die im Werk vorgefertigten Behälterteile werden voraussichtlich im Juni fertiggestellt sein. Um die Einschränkungen für die Anwohner so gering wie möglich zu halten, werden die erforderlichen Sondertransporte allesamt Nachts stattfinden.
Mit weiteren Arbeiten im Ort ist nicht zu rechnen, dank der langfristigen Bauplanung des Wasserverbandes konnten die nötigen Rohrleitungen im Zuge der Gemeinschaftsbaumaßnahmen der letzten Jahre bereits unter die Erde gebracht werden. Mit einem Abschluss der Baumaßnahmen wird gegen Ende des Jahres gerechnet.
Übrigens: wer wissen will, wie hart das Wasser aus dem heimischen Hahn aktuell ist, der kann das auf den Internetseiten des Wasserverbandes nachlesen. Unter dem Punkt Mein Trinkwasser werden die Werte für das Nordhäuser Trinkwasser jeweils nach Gemeinde und bis auf das Milligramm genau aufgelistet.
Autor: red
Der neue Hochbehälter über Niedersachswerfen wird für weicheres Wasser sorgen (Foto: Wasserverband Nordhausen)
Kurz hinter dem Ortsausgang gen Woffleben, unscheinbar und etwas ab vom Schuss, sorgt ein Brunnen dafür, dass man in Niedersachswerfen und Umgebung frisches Wasser erhält. Gutes Trinkwasser, aber laut Gesetzgeber nicht mehr gut genug.
Das Problem: die hohen Sulfatwerte. Für den Menschen waren und sind die Werte vollkommen unbedenklich, die meisten Mineralwasser im Sortiment der Supermärkte haben höhere Sulfatwerte als das Trinkwasser aus dem Brunnen bei Niedersachswerfen. Seit der Novellierung der Trinkwasserverordnung dürfen pro Liter aber nur noch 250 Milligramm Sulfat statt der bisher 500 enthalten sein. An diese Werte kommt das Wasser aus Niedersachswerfen nicht heran, hier liegen wir ca. 40 bis 50 Milligramm darüber. Der Wasserverband hat deswegen ein Großprojekt angeschoben, dass nicht nur die Sulfatwerte verbessern wird, sondern auch die generelle Versorgung der Region neu strukturiert und für die nächsten Jahrzehnte sichert, erklärt Carmen Lis, die Geschäftsführerin des Nordhäuser Wasserverbandes.
Hier kommt Ellrich ins Spiel. Anders als bei den Nachbarn aus der Harztor-Gemeinde bringt das dortige Wasserwerk mit gerade einmal 20 Milligramm Sulfat pro Liter sehr weiches Wasser in die Ellricher Haushalte. Mit einer Mischung aus beiden Brunnen lassen sich die Grenzwerte für Niedersachswerfen und darüber hinaus ohne weiteres erreichen. Eben zu diesem Zweck laufen auf den Höhen der Haardt zwischen Niedersachswerfen und Woffleben bereits Arbeiten zum Bau eines neuen Hochbehälters.
Es hat einige Vorlaufzeit gebraucht, sagt T. Schmidt von der Ingenieurgesellschaft Peuker und Nebel, denn die Bauplanung brachte doch einige Herausforderungen mit sich, nicht zuletzt durch den Umstand, dass man im Naturschutzgebiet mit schwerem Gerät auffahren muss.
Es ist ein sehr anspruchsvolles Projekt. Wir müssen bis zu neun Meter in die Tiefe gehen, den Hang entsprechend absichern, 40 Meter Bodenplatte gießen und vier große 36 Meter lange Kunststoff-Röhren verlegen, die mit Sondertransporten auf den Berg gebracht und vor Ort verschweißt werden müssen - es gibt wirklich viel zu tun. Am Ende wird von all dem kaum noch etwas zu sehen sein, weil sich der Behälter weitestgehend in die Landschaft einfügen wird. Auf der Haardt ist jetzt viel los, aber wenn wir fertig sind, wird Mutter Natur wieder Ruhe haben, erklärt Bauleiter Schmidt.
Mit einem Fassungsvermögen von 1.200 Kubikmetern wird der neue Behälter einer der größten seiner Art im Landkreis sein. Der alte Hochbehälter bei Harzungen, der mit Inbetriebnahme der neuen Anlage abgelöst wird, kommt nur auf wenige hundert Kubikmeter.
Der Neubau trägt auch den immer größer werdenden Herausforderungen unserer Zeit Rechnung. Statt wie im vergangenen Jahrhundert auf viele kleine Anlagen zu setzen, macht man mit dem Behälter auf der Haardt einen großen Schritt in Richtung Zentralisierung. Neben Niedersachswerfen wird man so zukünftig auch Ilfeld, Appenrode, Gudersleben, Klettenberg und Mackenrode mit dem neuen Mischwasser versorgen können.
Die Kosten für Planung und Neubau liegen bei rund vier Millionen Euro, die der Verband wie üblich aus eigener Kraft aufbringt. Die im Werk vorgefertigten Behälterteile werden voraussichtlich im Juni fertiggestellt sein. Um die Einschränkungen für die Anwohner so gering wie möglich zu halten, werden die erforderlichen Sondertransporte allesamt Nachts stattfinden.
Mit weiteren Arbeiten im Ort ist nicht zu rechnen, dank der langfristigen Bauplanung des Wasserverbandes konnten die nötigen Rohrleitungen im Zuge der Gemeinschaftsbaumaßnahmen der letzten Jahre bereits unter die Erde gebracht werden. Mit einem Abschluss der Baumaßnahmen wird gegen Ende des Jahres gerechnet.
Übrigens: wer wissen will, wie hart das Wasser aus dem heimischen Hahn aktuell ist, der kann das auf den Internetseiten des Wasserverbandes nachlesen. Unter dem Punkt Mein Trinkwasser werden die Werte für das Nordhäuser Trinkwasser jeweils nach Gemeinde und bis auf das Milligramm genau aufgelistet.




